Sparen trotz Negativzins: Das bleibt uns noch

Rund 2,4 Billionen Euro lagen im August 2019 auf deutschen Bankkonten. So viel, wie nirgendwo sonst in Europa! Kein Wunder, dass das Thema Negativzinsen beim Sparen aktueller ist denn je.

Sparen mit Verlust: Das Problem der Negativzinsen

Wer sparen will, möchte Einnahme zu seinen Rücklagen erzielen. Das Geld, das auf dem Konto liegt, soll sich bitte schön vermehren! Dass hier Ausgaben drohen könnten, ist manchen Sparern nicht bewusst, andere versuchen nach Kräften, dieses Problem auszublenden. Doch es ist real und bedroht die Einlagen der deutschen Sparer.

In einer Zeit, in der der Europäische Zentralbank entschieden hat, nicht gegen Deutschlands Banken und ihren Minuszins vorzugehen, sind Sparer zunehmend verunsichert. Dabei könnten sie juristisch und hier speziell zivilrechtlich gegen die Ausgaben vorgehen, die die Banken von ihnen verlangen.

Doch im Alltag zeigen sich Sparer oder auch einzelne Banken recht wenig enthusiastisch, das Problem ernsthaft anzugehen und ein Gericht mit der Klärung zu bemühen. Und das, obwohl der Minuszins die deutschen Sparer ganz besonders hart trifft! Die Einlagen entsprechen hier mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes, Negativzinsen fallen entsprechend in empfindlicher Höhe aus.

Es gibt allerdings Möglichkeiten, das Sparen trotz Negativzinsen zu erlauben, wobei vor allem Aktien, Optionen und Fonds eine Rolle spielen. Das Problem ist, dass mittlerweile rund die Hälfte aller Banken Minuszinsen erheben würde, wenn die Zinsen so niedrig bleiben wie bisher. Sie können nicht mehr kostendeckend arbeiten, geschweige denn, einen Gewinn erwirtschaften. Was liegt also näher, als die Sparer selbst zur Kasse zu bitten?

Wer sparen will, möchte Einnahme zu seinen Rücklagen erzielen. Das Geld, das auf dem Konto liegt, soll sich bitte schön vermehren! Dass hier Ausgaben drohen könnten, ist manchen Sparern nicht bewusst, andere versuchen nach Kräften, dieses Problem auszublenden.

Wer sparen will, möchte Einnahme zu seinen Rücklagen erzielen. Das Geld, das auf dem Konto liegt, soll sich bitte schön vermehren! Dass hier Ausgaben drohen könnten, ist manchen Sparern nicht bewusst, andere versuchen nach Kräften, dieses Problem auszublenden.(#01)

Möglichkeiten wie beim Sparen Negativzinsen umgangen werden können

Konten kündigen

Gerade beim Girokonto ist dies eine einfache Möglichkeit: Das Konto wird einfach gekündigt und bei einer neuen Bank wieder eröffnet. Dank Kontowechselservice seitens der Banken ist das einfach und ohne große Umstände möglich. Allerdings zeigt sich im Alltag, dass vor allem ältere Menschen, die häufig deutlich höhere Summen auf Tagesgeld- und Girokonto haben, einen solchen Wechsel nicht vornehmen wollen.

Sie sind oft eng an die bisherige Bank und den vertrauten Berater gebunden. Doch für sie ist wichtig zu wissen, dass es durchaus kostenlose Produkte gibt, die ihr Erspartes schonen.

Ein Tipp: Bei Tagesgeldkonten gibt es in der Regel keine Kündigungsfrist, somit kann der Wechsel zu einer anderen Bank umgehend vorgenommen werden. Wichtig ist allerdings, dass auch der Freistellungsauftrag bei der alten Bank gekündigt und der neuen Bank wieder erteilt wird.

Laufzeiten bei Festgeldkonten berücksichtigen

Das Geld, das auf dem Festgeldkonto liegt, kann nicht ohne Weiteres abgehoben und anderweitig investiert werden. Doch hier ist der Vorteil, dass diese Produkte über die ganze Zeit, in der der Vertrag läuft, die gleichen Konditionen behalten. Das heißt, der Sparvertrag wird geschlossen, dabei werden feste Zinssätze vereinbart.

Die Sparsumme wird am Ende der Laufzeit in der vereinbarten Höhe ausgezahlt. Wer auf diese Art sparen möchte, muss sich um negative Zinsen keine Sorgen machen. Anders ist es, wenn die Laufzeit zu Ende ist und das Geld neu angelegt werden muss. Das ist in der Regel nicht mehr zu den bisherigen Konditionen möglich, es können auch Negativzinsen erscheinen. Bitte aufpassen, wenn eine automatische Vertragsverlängerung vereinbart worden war! Meist ist eine Kündigung drei Monate vor Ende der Laufzeit möglich, dann wird das angesparte Geld ausgezahlt.

Tipp: In den Vertragsunterlagen nach den Kündigungsfristen schauen und unbedingt schriftlich (am besten sogar per Einschreiben) kündigen!

Wer es weniger risikoreich mag, sucht nach Anlageformen, die nicht zyklusabhängig sind und auf kontinuierliche Geschäftsmodelle setzen. Vor allem die Pharmabranche bietet derartige Produkte, die nicht von einer Saison abhängig sind und die nicht der aktuellen Konjunktur unterliegen.

Wer es weniger risikoreich mag, sucht nach Anlageformen, die nicht zyklusabhängig sind und auf kontinuierliche Geschäftsmodelle setzen. Vor allem die Pharmabranche bietet derartige Produkte, die nicht von einer Saison abhängig sind und die nicht der aktuellen Konjunktur unterliegen.(#02)

Kostenlose Produkte suchen

Sparbuch, Tagesgeld und Festgeldkonto sind die Klassiker, die die Deutschen beim Sparen bevorzugen. Doch es gibt andere Produkte, die deutlich gewinnbringender sind. Vor allem ein langfristiges Investieren in Aktien ist eine gute Möglichkeit, das Geld sicher anzulegen und Ausgaben in überschaubarer Höhe zu haben.

Sparer müssen zwar mit Kursverlusten rechnen, doch dieses Risiko wird vor allem bei langfristigen Anlagen relativiert. Schwankungen der Kurse sind üblich und sie können über ein Jahr auch mal stärker ausfallen. Doch hier spielt die Zeit für den Sparer.

Wer es weniger risikoreich mag, sucht nach Anlageformen, die nicht zyklusabhängig sind und auf kontinuierliche Geschäftsmodelle setzen. Vor allem die Pharmabranche bietet derartige Produkte, die nicht von einer Saison abhängig sind und die nicht der aktuellen Konjunktur unterliegen.
Aktien sind vor allem dann zu empfehlen, wenn das angelegte Geld nicht direkt verfügbar sein muss und wenn es auch längerfristig in der Geldanlage verbleiben kann.

Wer mit einem langen Atem spart, gleicht Kursverluste aus und kann teilweise sogar sehr hohe Gewinne erzielen. Tipp: Unbedingt auf einen kompetenten Berater setzen, absolute Laien riskieren an der Börse in den meisten Fällen zu viel. Auch wenn sie mit der Zeit lernen, eine kostenlose Erfahrung ist das Lernen an der Börse ganz sicher nicht!

Aktien bringen einen weiteren Vorteil mit sich: Anleger profitieren von den Kursgewinnen und darüber hinaus von Dividenden, die immer höher ausfallen. Die Dividendensumme ist für 2018 um rund 2,9 Prozent gestiegen. Somit der wichtige Tipp: Wenn es beim Sparen darum geht, Negativzinsen durch gewinnbringende Produkte ein Schnippchen zu schlagen, so sind Aktien immer eine gute Wahl.

Sparen mit börsengehandelten Fonds

Die Ausgaben steigen und steigen, die Inflation ebenso. Wer beim Sparen aber darauf setzen möchte, dass nicht die Ausgaben wachsen, sondern die Einnahmen, sollte sich mit einem ETF-Sparplan vertraut machen. ETFs lassen sich jederzeit an- und verkaufen, das Geld ist hier nicht gebunden. Die Ausgaben für den Kauf der ETFs sind überschaubar, da der Anleger schließlich selbst festlegt, wie umfangreich seine Ausgaben pro Jahr oder auf mehrere Jahre gesehen ausfallen.

ETFs punkten mit ihrer Flexibilität und gelten als risikoarme Geldanlage. Der Hintergrund: Hierbei wird nicht ein eine spezielle Branche oder ein Produkt investiert, sondern die Sparsumme wird in verschiedene Branchen und Unternehmen angelegt. Wer den Tipp seines Beraters befolgt oder sich selbst entsprechend informiert, legt das Geld dann so an, dass ein totaler Verlust der Ersparnisse nicht möglich ist. Die global diversifizierten ETF-Portfolios zu niedrigen Kosten finden Sie bei weltsparen.de.

Tipp: ETFs werden mittlerweile vor allem als Altersvorsorge empfohlen. Wer hier frühzeitig anfängt und monatlich kleine Beträge spart, kann Jahr für Jahr ein Vermögen aufbauen und baut damit der drohenden Rentenlücke effektiv vor.

ETFs punkten mit ihrer Flexibilität und gelten als risikoarme Geldanlage.

ETFs punkten mit ihrer Flexibilität und gelten als risikoarme Geldanlage.(#03)

Sparen mit Immobilien?

Lange Zeit galten sie als das Nonplusultra: Immobilien. Die Theorie dahinter mag einleuchten: Wer seine eigenen vier Wände bewohnt, hat damit eine kostenlose Möglichkeit, sein Alter zu verbringen. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn nur allzu oft werden Modernisierungs- und Instandhaltungskosten bei den anfallenden Kosten vergessen. Diese machen viele Tausend Euro aus! Doch das Deutsche Institut für Wirtschaft hat Anfang August darauf hingewiesen, dass die Immobilienblase angesichts steigender Mieten und Kaufpreise zu platzen droht.

Eine spekulative Übertreibung sei den Experten zufolge zu 92 Prozent möglich. Andere Experten hingegen sind der Meinung, dass Immobilien vor allem in den ländlichen Gebieten eine sehr gute Anlagemöglichkeit darstellen. Vor allem diejenigen, die in erster Linie selbst dort wohnen und nicht vermieten wollen, bekommen hiermit ein langfristiges Vermögensobjekt in die Hand. Vermietungen hingegen sind kritisch zu sehen, denn immer mehr Menschen ziehen von den ländlichen Gegenden in Stadtnähe.

Eine sichere Vermietung kann demzufolge nicht garantiert werden, ebenso wenig wie eine feste Geldeinnahmequelle. Generell ist wichtig, dass die Qualität beim Immobilienkauf berücksichtigt wird. Eine Ruine mag zum Schnäppchenpreis erhältlich sein, fordert aber hohe Investitionen für die Sanierung. Leider ist es Alltag bei vielen Neu-Immobilienbesitzern, dass Sanierungen wegen Geldmangel weniger umfangreich als benötigt ausfallen bzw. immer wieder verschoben werden. Der Wert der Immobilie kann damit nicht wiederhergestellt werden.

Mit offenen Immobilienfonds sparen

Wer neue Strategien finden muss, um vom Sparen noch etwas zu haben, sucht nicht nur kostenlose Möglichkeiten für die Geldanlage, sondern forscht allgemein nach einem Plan B. Neben dem Erwerb von Wohneigentum stehen offene Immobilienfonds hoch im Kurs. Hierbei beteiligen sich die Anleger auch mit kleinen Beträgen an Immobilien.

Sie investieren in verschiedenen Regionen und Städten sowie auch in unterschiedlichen Ländern, denn Immobilienfonds schränken bezüglich einer Region oder eines Landes nicht ein. Die Renditen sind gut, derzeit sind sie immer noch im Steigen begriffen. Der Schnitt lag 2017 bei 2,7 Prozent Rendite.

Wer sparen möchte, legt sein Vermögen schon immer in Gold an!

Wer sparen möchte, legt sein Vermögen schon immer in Gold an!(#04)

In Gold anlegen

Wer sparen möchte, legt sein Vermögen schon immer in Gold an! Auch heutzutage und unter Berücksichtigung der drohenden Minuszinsen ist Gold eine interessante Alternative. Auch wenn der Kurs schon seit 2011 Achterbahn fährt, ist Gold doch eine sichere Geldanlagemöglichkeit. Die Rendite ist es nicht, die hier lockt, sondern es sind tatsächlich Sicherheit und Wertstabilität, die Gold interessant machen.

Vor allem angesichts der Negativzinsen schauen viele Sparer gern in Richtung Gold und wollen ihr Vermögen in Sicherheit bringen. Sogar einen totalen Währungscrash können Goldanleger getrost aussitzen. Allerdings sollte nicht das komplette Vermögen in Goldmünzen oder Goldbarren umgewandelt werden. Vielmehr ist Gold eine Ergänzung des Portfolios.

Sparen mit Gegenständen

Immer mehr Anleger schauen nach Alternativen und finden diese in Oldtimern oder Kunst. Selbst Whisky gilt als tolle Renditemöglichkeit und lockt mit beständig steigenden Preisen. Allerdings müssen es schon echte Raritäten sein, die hier gehandelt werden, ist das nicht der Fall, handelt es sich bloß um einen An- und Verkauf ohne großen Gewinn.

Wichtig: Bei Kunstwerken und Sammlerstücken gibt es keine Inflation! Die Werte bleiben somit stabil, das Vermögen ist gut angelegt. Allerdings ist diese Anlageform nicht für alle gleichermaßen geeignet, denn es braucht schon ein gewisses fachliches Know-how, um in dieser Branche bestehen zu können. Wer keine Ahnung oder sich schlecht beraten lässt, wird eher in schlechte Qualität investieren und verliert sein Vermögen schneller, als ihm lieb ist.

Es braucht allerdings einen guten und kompetenten Partner an der Seite, um das individuell passende Produkt zu finden, mit dem sich das Vermögen tatsächlich vergrößern lässt und das davor bewahrt, auf eigene Sparanlagen auch noch Gebühren zahlen zu müssen.

Es braucht allerdings einen guten und kompetenten Partner an der Seite, um das individuell passende Produkt zu finden, mit dem sich das Vermögen tatsächlich vergrößern lässt und das davor bewahrt, auf eigene Sparanlagen auch noch Gebühren zahlen zu müssen.(#05)

Fazit: Sparen mit neuen Produkten ist möglich

Zuletzt bleibt festzuhalten: Das Sparen auf Tagesgeld- oder Sparkonten hat längst ausgedient. Sind anfangs die Zinsen nur gesunken, befinden sie sich mittlerweile auf einem Niveau, das Minuszinsen von den Sparern fordert, damit Banken noch kostendeckend arbeiten können. Es gilt also, Alternativen zu finden, die sich vor allem in Aktien und Optionen, in ETFs und in der Goldanlage finden lassen.

Es braucht allerdings einen guten und kompetenten Partner an der Seite, um das individuell passende Produkt zu finden, mit dem sich das Vermögen tatsächlich vergrößern lässt und das davor bewahrt, auf eigene Sparanlagen auch noch Gebühren zahlen zu müssen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Gelpi -#01: fizkes -#02: Dima Sidelnikov -#03: TierneyMJ  -#04: _mnimage -#05: Truengtra Paejai

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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