Leverage-Effekt (Beispiel): So bringt der Hebel mehr Rendite ins Portfolio

Den Leverage-Effekt ist ein Boost für die Rendite des Unternehmens und aus dem kaufmännischen Alltag nicht wegzudenken. Viele zögern jedoch beim Einsatz des Leverage-Effekts, weil sie die Funktion nicht verstehen, dabei ist das so einfach. Hier ein einfaches Beispiel:

Leverage-Effekt: Definition, Beispiel und Tipps

Der Leverage-Effekt ist der einfachste Weg, die Rendite zu erhöhen. Das bezieht sich nicht nur auf die Rendite eines Unternehmens – es betrifft jede Form von Investments, insbesondere auch Kapitalanlagen. Wer den Leverage-Effekt bei seinem Investment anwendet, setzt zusätzlich zu seinem Eigenkapital auch Fremdkapital ein.

Das Fremdkapital kann als Beteiligung in Form von Venturekapital von Investoren stammen, die als Partner in das Geschäft einsteigen oder ganz klassisch als Kredit. Venture Capital erlebte übrigens im Jahr 2019 seinen bisherigen Höhepunkt in Deutschland.

Für Investoren, deren Investments an der Börse getätigt werden, kann die Nutzung von Fremdkapital oftmals nötig sein, kurzfristige Ertragschancen zu nutzen. Hier bieten moderne Kreditplattformen den Blitzkredit an, um solche Ertragschancen nicht ungenutzt vorüberziehen zu lassen. Der Blitzkredit ist in solchen Fällen schneller verfügbar als ein Geschäftspartner sich an einer Transaktion beteiligen könnte.

Wenn wir uns hier gleich die Definition des Leverage-Effekts ansehen, werden wir keine wissenschaftlichen Studien betreiben, sondern uns auf die wesentlichen Grundlagen konzentrieren. Das Beispiel enthält einfache Zahlen, die man leicht nachvollziehen kann. Der Aha-Effekt sollte sich also schnell bei Ihnen einstellen.

Video: Leverage-Effekt: Schritt für Schritt am Beispiel erklärt

Eigenkapitalrendite, Fremdkapitalrendite und Gesamtkapitalrendite

Diese drei Begriffe bestimmen unser Denken rund um das anstehende Investment bzw. die Rentabilität des Unternehmens. Wir werden sie gleich am praktischen Beispiel einordnen und verstehen lernen. Die Kapitalrendite ist der zentrale Punkt in der Betrachtung des Leverage-Effekts.

Für Investoren, deren Investments an der Börse getätigt werden, kann die Nutzung von Fremdkapital oftmals nötig sein, kurzfristige Ertragschancen zu nutzen. ( Foto: Shutterstock- CPxiom)

Für Investoren, deren Investments an der Börse getätigt werden, kann die Nutzung von Fremdkapital oftmals nötig sein, kurzfristige Ertragschancen zu nutzen. ( Foto: Shutterstock- CPxiom)

Leverage-Effekt: Definition, Grundlagen & Berechnung

Wer seine Rendite mit dem Leverage-Effekt steigern, hebeln möchte, befindet sich in einer Situation, die auf den ersten Blick widersinnig anmutet: ein Investor oder Unternehmer versucht, seine Rendite zu steigern, indem man sich verschuldet.

Verschulden, also das Aufnehmen eines Kredits wird landläufig eher negativ angesehen. Man geht Zahlungsverpflichtungen gegenüber Dritten ein. Aus dieser negativen Handlung soll schließlich ein positives Ergebnis resultieren, nämlich eine verbesserte Eigenkapitalrendite. Wie negativ die Aufnahme von Fremdkapital wirklich ist und wie es über den Leverage-Effekt zur verbesserten Eigenkapitalrendite kommt, sehen wir an unserem Beispiel.

Beispiel zum Leverage-Effekt

Stellen wir uns einen Investor vor, der 10.000 Euro an der Börse investieren möchte. Das Wertpapier, in welches der Investor sein Kapital investieren möchte, verspricht eine Kurssteigerung von 20%. In diesem Fall stellt die Kurssteigerung die erwartete Rendite des Investments dar.

Das Kapital von 10.000 Euro ist in diesem Fall sein Eigenkapital. Tritt die erwartete Kurssteigerung ein, besitzt der Investor nach dem Verkauf des Wertpapiers 12.000 Euro – das sind die eingesetzten 10.000 Euro plus 20%. So weit, so gut. Hier wurde der Leverage-Effekt noch nicht genutzt.

Den Leverage-Effekt ist ein Boost für die Rendite des Unternehmens und aus dem kaufmännischen Alltag nicht wegzudenken  ( Foto: Shutterstock-_Vintage Tone )

Den Leverage-Effekt ist ein Boost für die Rendite des Unternehmens und aus dem kaufmännischen Alltag nicht wegzudenken ( Foto: Shutterstock-_Vintage Tone )

Wie kommt das Fremdkapital ins Spiel?

Stellen wir uns weiter vor, dass der Investor die reizvolle Gelegenheit einer 20%-Rendite noch intensiver nutzen möchte. Mit einem Kredit könnte der Investor noch stärker von der Gelegenheit profitieren und auch noch das Geld aus dem Kredit in die Chance investieren.

Nimmt der Investor einen Kredit in Höhe von 5.000 Euro zu einem Zinssatz von beispielsweise 6% auf, erhöht der Investor seine Verschuldung. Hatte er vorher noch keinen Kredit, so hat er nun 5.000 Euro Schulden. Das Geld aus dem Kredit stellt nun das Fremdkapital dar.

Video: Der Leverage Effect | Reich werden durch Schulden?

Wie wirkt sich das Fremdkapital auf die Rendite aus?

Wenn der Investor seine Kapitalanlage tätigt und der Wertzuwachs in Höhe von 20% sich wie erwartet einstellt, so besitzt der Investor hinterher 18.000 Euro. Das sind die eigenen 10.000 Euro Eigenkapital, die geliehenen 5.000 Euro Fremdkapital und die erwirtschafteten 20% Wertzuwachs aus den 15.000 Euro Gesamtkapital, nämlich 3.000 Euro.

Zahlt er seinen Kredit zurück, muss er auch die Zinsen für den Kredit bezahlen. Die sind 6% aus den 5.000 Euro der Kreditsumme, also 300 Euro. Somit bleiben ihm am Ende 12.700 Euro (18.000 Euro abzüglich 5.000 Euro Kreditsumme und abzüglich 300 Euro Zinsen).

Der Investor hat also sein Eigenkapital von 10.000 Euro auf 12.700 Euro vermehrt. Die Eigenkapitalrendite beträgt also 27%. Vergleicht man dies mit der Rendite ohne den Einsatz des Kredits von 20%, dann ist das eine ordentliche Steigerung.

Hier hat der Investor den Leverage-Effekt für sich sinnvoll genutzt und einfach mehr bares Geld erwirtschaftet: die Eigenkapitalrendite wurde von 20% auf 27% gesteigert.

Rechnet man den Ertrag von 2.700 Euro auf das Gesamtkapital von 15.000 Euro, erhält man die Gesamtkapitalrendite von 18%.

Die nachfolgende Infografik verdeutlicht die Zusammenhänge der Zahlen.

Infografik: der Leverage-Effekt hat hier den Ertrag der Investition von 2.000 Euro auf 2.700 Euro erhöht. Dies ist eine Steigerung von 35%. Der Hebel beträgt hier 1,35.

Infografik: der Leverage-Effekt hat hier den Ertrag der Investition von 2.000 Euro auf 2.700 Euro erhöht. Dies ist eine Steigerung von 35%. Der Hebel beträgt hier 1,35.

Zusammenfassung

Ein Investor kann durch den Einsatz von Fremdkapital seine Rendite erhöhen. Er erhält zusätzlich zur Rendite seines Eigenkapitals (Eigenkapitalrendite, 2.000 Euro im Beispiel) die Rendite für das Fremdkapital (Fremdkapitalrendite, 1.000 Euro im Beispiel).

Von der letzteren Rendite muss der Investor lediglich den Zins (300 Euro im Beispiel) für den Kredit zurückzahlen. Beide Renditen addiert, ergeben nach Abzug der Kreditzinsen die Gesamtkapitalrendite (2.700 Euro im Beispiel).

Da der Ertrag bezogen auf das Eigenkapital stark gesteigert werden konnte, spricht man von der sogenannten Leverage, der Hebelwirkung. Die Steigerung der Rendite, bezogen auf das Eigenkapital beträgt 35%, nämlich von 2.000 Euro auf 2.700 Euro. Dies entspricht einer Hebelwirkung mit einem Faktor von 1,35.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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