Investieren Ost Frankreich: Tipps fuer das richtige Investment

Investieren Ost Frankreich: Tipps fuer das richtige Investment. Es gibt gute Gründe, in den Grenzregionen zu Deutschland Kapital anzulegen oder ein Unternehmen aufzubauen.

Investieren Ost Frankreich: Tipps fuer das richtige Investment

Frankreich ist der zweitgrößte Wirtschaftsraum der EU und ein guter Standort für Investitionen. Emanuel Macron hat als neuer Präsident auch einige Reformen auf den Weg gebracht, die unter anderem Kündigungen erleichtern und bisher kostspielige Abfindungen deckeln. Eine Arbeitsrechtsreform sorgte zudem für flexiblere Arbeitszeiten, des Weiteren baute er die Arbeitslosenversicherung um.

Die Folge: Für Unternehmen haben sich Rahmenbedingungen verbessert. Auch ausländische Investoren könnten sich angesprochen fühlen und verstärkt Investments in unserem Nachbarland tätigen.

Video: Frankreich & die Börsen: Was plant Emmanuel Macron? Interview Patrick Linden (Rouvier Associés)

Investieren Ost Frankreich: Wachstumsmarkt Elsass

Speziell der Osten Frankreichs gehört zu den attraktivsten Standorten. Hierzu zählen auch Gebiete mit deutschsprachiger Tradition wie das Elsass oder Lothringen. Es besitzt eine strategisch günstige Lage zu Deutschland und der Schweiz und bietet ein einmaliges Umfeld für Firmen aus Deutschland. In einem Radius von 500 Kilometern befinden sich Städte wie Paris, München, Frankfurt oder Mailand.

Internationale Flughäfen sind schnell erreichbar und das Schienennetz (Straßburg liegt nur 1:46 Minuten von Paris entfernt) ist hervorragend ausgebaut. Weitere Vorteile laut „Invest in Alsace“ sind niedrige Betriebskosten mit günstigen Strom- und Wasserpreisen sowie nach Angaben von „alsace.com“ die fünfte Position an neuen Patentanmeldungen in ganz Europa. Die Qualität der Hochschullandschaft macht es möglich. Kurz: Investieren in Ost Frankreich ist offenbar zukunftsträchtig.

Das wohlhabende Elsass ist ein gutes Pflaster für Investitionen im Osten Frankreichs. (#1)

Das wohlhabende Elsass ist ein gutes Pflaster für Investitionen im Osten Frankreichs. (#1)

Welche Branchen eignen sich für Investitionen?

Im Fokus steht zum Beispiel der Transportsektor. Zahlreiche Unternehmen wie Alstom oder Peugeot-Citroen sind schon vertreten. Perspektiven gibt es für internationale Zulieferer wie Erstausrüster in diesem Bereich. Etwa in Bereichen wie Energieverbrauch oder Recycling. Besitzt eine Firma aus Deutschland hier Erfahrungen und möchte westlich des Rheins investieren in Ost Frankreich, gibt es gute Chancen für ein erfolgreiches Investment.

Auch die Pharmaindustrie ist ein Schlüsselsektor: Lilly mit dem weltweit größten Produktionsstandort im Elsass, Novartis oder Sanofi Aventis bieten nicht nur direkt Arbeitsplätze, sie ziehen auch Start-Up-Unternehmen an beziehungsweise etablierte Firmen, die sich in diesem Wachstumsmarkt engagieren möchten. Bereits heute verfügen über 40 Prozent der weltweit führenden Pharmaunternehmen über einen Sitz in der Region Elsass, Basel und Baden-Württemberg. Die wichtige Pharmabranche zieht indirekt auch Unternehmen aus dem Gesundheitssektor an. Merck-Millipore oder Hartmann sind nur zwei Beispiele für die hohe Vernetzung weltweit tätiger Firmen in dieser Region.

Investieren Ost Frankreich: Wo gibt es aktuell die meisten Investments?

Im Jahre 2017 konzentrierten sich deutsche Investitionen auf die Regionen Grand Est (Ost-Frankreich) sowie Ile de France (Paris) mit jeweils 23 Prozent. Die hier beschriebene Region im Osten ist also heute schon ein sehr wichtiger Investitionsstandort. Mit 208 Projekten im ganzen Land lag Deutschland nach den USA mit 230 Projekten und vor Italien mit 96 Investmentprojekten auf dem zweiten Rang. Es wurden von deutschen Unternehmen laut der staatlichen Agentur „Business France“ 5789 Arbeitsplätze geschaffen, 22 Prozent mehr als 2016. Der Schwerpunkt deutscher Investments lag im Handel, dem Automobilbereich und im Maschinenbau.

Auch Mittelständler sind dabei: MSG Krandienst zum Beispiel mit einer neuen Elsässer Filiale für Schwerlasttransporte. Es scheinen also momentan gute Bedingungen für Investments zu herrschen, wohl auch durch die Wirtschaftsreformen des Emanuel Macron. Freilich gibt es Proteste gegen die Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt. Insgesamt ist aber von einer anhaltend guten Ausgangslage fürs investieren in Ost Frankreich wie auch im ganzen Land auszugehen.

Ist das Investment erfolgreich und hat man im Osten Frankreichs Geld verdient, ist der Jubel groß. (#2)

Ist das Investment erfolgreich und hat man im Osten Frankreichs Geld verdient, ist der Jubel groß. (#2)

Konkrete Hilfen für deutsche Unternehmer

Unabhängig von der politischen Landschaft erhalten Firmen praktische Hilfe. Im Elsass zum Beispiel durch ACCESS ALSACE, welche bei staatlichen Finanzhilfen und durch rechtlich einwandfrei formulierte Anträge zur Seite steht. Derartige Institutionen stehen auch zur Hilfe, wenn es um Kontakte zu französischen Institutionen geht. Hierzu zählen Ministerien aber auch Gebietskörperschaften oder ähnliches. Unter Umständen werden neue Unternehmen in jedem Stadium unterstützt. Von der Gründungsphase bis zum Geschäftseintritt. Die Wahl der Rechtsform ist dabei entscheidend: Für das Gesellschaftsrecht wie über finanzielle, vermögensrechtliche oder soziale Fragen.

Wer gewerblich oder industriell in Frankreich tätig werden will, tut dies in der Regel am häufigsten über eine Tochtergesellschaft. Im Rahmen dieser Gesellschaft muss man über die richtige Form entscheiden.

Die drei wichtigsten Kapitalgesellschaftsformen in Frankreich:

  • Société anonyme/SA (Aktiengesellschaft) bei größeren Gründungen
  • Société à responsabilité limitée/SARL (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • Société par actions simplifiées/SAS (vereinfachte Aktiengesellschaft)
  • SARL und SAS die am stärksten verbreiteten Formen
  • Speziell SAS eignet sich ideal für Holdings oder für ausländische Gesellschaften, welche 100 Prozent der Tochtergesellschaft besitzen möchten

Investieren Ost Frankreich: Sonderfall der europäischen Gesellschaft

Wichtig für Unternehmen mit Sitz in zwei Ländern: Wer in zwei Mitgliedsstaaten der EU vertreten ist, hat die Möglichkeit, sich für den Status der europäischen Gesellschaft (SE) zu entscheiden. Die Vorteile: Die Gesellschaft profitiert von einem einzigen Regelwerk sowie einem einheitlichen System im Bereich Betriebsführung und Offenlegung für Finanzinformationen. Eine SE verfügt über ein Mindestkapital von 120.000 Euro und der in der Satzung bestimmte Sitz muss zugleich der wichtigste Verwaltungssitz sein. Genau dieser Unternehmenssitz bestimmt das jeweilige Wirtschaftsrecht. So ist die SE im Land des Sitzes im Handelsregister vermerkt und für alle EU-Staaten, wo sich eine Betriebsstätte befindet, ist die Gesellschaft zu Steuern und Abgaben verpflichtet.

Dieser rechtliche Hintergrund fürs investieren in Ost Frankreich muss natürlich geklärt sein, bevor man sich für ein Investment entscheidet. Parallel dazu ist notwendig, sich um Immobilien zu kümmern. Das können Büros sein, aber auch Industriegebäude oder spezielle Wissenschaftsparks. Es gibt beispielsweise im Elsass gute Adressen, die passende Gewerbeflächen für die Unternehmung vermitteln. Je nach Bedarf in diversen Größen und nach Wunsch auch in einer gemeinsamen Nutzung mit anderen Firmen.

Im Meeting werden die neuesten Geschäftszahlen angeschaut. Hat sich die Investition im Osten Frankreichs gelohnt? (#3)

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Investieren Ost Frankreich: Die nächsten Jahre könnten ein goldenes Zeitalter werden

Eine gute Infrastruktur, die zentrale Lage in Europa sowie die Nähe zu Deutschland: Die Voraussetzungen fürs investieren in Ost Frankreich sind wohl so günstig wie seit langem nicht. Die allgemeine gute Wirtschaftslage in Europa, aber auch der neue Schwung durch die Arbeitsmarktreformen von Frankreichs Präsident Macron könnten der Auftakt für eine neue Gründerzeit werden. Regionen, die ohnehin als wohlhabend gelten, dürften dabei in besonderer Weise von Investments aus dem europäischen Ausland oder weiterer Länder profitieren. Das Elsass hat eine industrielle Substanz in vielen Schlüsselindustrien und kann gerade für deutsche Unternehmen wegen der sprachlichen Nähe das Sprungbrett für ein Engagement in Frankreich sein, das über die Region im Osten Frankreichs hinausgeht.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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