Fintech-Startups in Nigeria verlieren den Zugang zum staatlichen KYC / AML-Überprüfungstool

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Startups nigerianischer digitaler Währungen haben mit einem Verbot der Zentralbank des Landes für Zahlungen digitaler Währungen über lokale Banken zu kämpfen. Sie haben jetzt eine neue Herausforderung zu bewältigen, nachdem die Regierung ihnen den Zugang zum nationalen Know-Your-Customer-Überprüfungsdienst BVN verweigert hat.

Nigerianische Fintech-Startups ohne Know-Your-Customer-/AML-Tool

Nigerianische Fintech-Startups, einschließlich solcher im Bereich der digitalen Währungen, haben sich auf die Bankverifizierungsnummer (BVN) als primäres Know-Your-Customer-Tool (KYC) und Geldwäschebekämpfungsinstrument (AML) verlassen. Diese 11-stellige Nummer ist für jeden Bankkunden eindeutig und mit seinen persönlichen Daten wie Adressen, Telefonnummern und Fingerabdrücken verknüpft. Die Zentralbank von Nigeria hat den BVN-Dienst implementiert, um illegale Finanztransaktionen einzudämmen.

Fintech-Startup Paystack muss Dienste einstellen

Die nigerianischen Aufsichtsbehörden haben jedoch alle Nichtbanken vom Zugang zu diesem Dienst ausgeschlossen. Paystack, ein beliebtes nigerianisches Fintech-Startup, das Stripe 2020 für 200 Millionen US-Dollar erworben hat, war der erste, der über die Neuigkeiten berichtete. In einer E-Mail an seine Kunden gab Paystack bekannt, dass einige seiner Dienste eingestellt werden würden.

Betrüger nutzten Paystack für ihre Machenschaften

Die Einstellung des Dienstes steht Berichten zufolge im Zusammenhang mit einem Betrüger, der kürzlich Hunderte von Nigerianern betrogen hat, die auf Paystack operieren. Der Betrüger versprach jungen Nigerianern ein Stipendium an renommierten globalen Universitäten. Sie mussten jedoch eine „geringe Gebühr“ – in den meisten Fällen etwa 30 US-Dollar – für Tests zahlen, um ihre Englischkenntnisse zu bestätigen.

Alternative KYC-/AML-Methoden suboptimal

Nigerianische Startups können sich immer noch auf andere Überprüfungsmethoden verlassen, aber die meisten sind nicht so weit verbreitet, effizient oder kostengünstig wie das BVN-Nummernsystem. Yele Bademosi, der Gründer eines lokalen Startups für digitale Währungen, glaubt, dass die Umstellung zunächst schwierig sein mag, sich aber auf lange Sicht lohnen wird.

Die meisten Entwickler und Gründer von Fintech-Startups sind nicht so optimistisch. Danny Oyekan, der Gründer einer lokalen Investmentfirma für digitale Währungen, glaubt, dass dies ein schwerer Schlag für die meisten Startups sein wird, insbesondere für diejenigen im Bereich digitaler Währungen. Alle anderen Überprüfungsmethoden – einschließlich der Gegenprüfung von Kundendaten mit anderen Finanzinstituten – sind „umständlich und verursachen zusätzliche Kosten für Fintech-Unternehmen und deren Kunden“.

Verbot der Central Bank of Nigeria

Dieser jüngste Schlag kommt zu einer Zeit, als nigerianische Startups digitaler Währungen nach dem Verbot der Central Bank of Nigeria (CBN) gezwungen waren, Fiat-Währungen-bezogene Dienste einzustellen. Da diese Startups keinen Zugang zu Bankdienstleistungen haben, verlieren sie jetzt auf dem zweitgrößten Peer-to-Peer-Markt für digitale Währungen der Welt.

Darüber hinaus hat die Zentralbank versucht, die Hauptnutzer von Überweisungen zu belohnen, um die Verwendung digitaler Währungen weiter zu bekämpfen. Wie das Magazin CoinGeek berichtete, vergibt das CBN jetzt an Nigerianer 0,13 US-Dollar für jeden US-Dollar, den sie über formelle Überweisungskanäle erhalten.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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