ABN AMRO: AML-Geldbuße ohne Auswirkung auf Ratings

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Die Ratings der ABN AMRO Bank NV sind nach Abschluss einer Untersuchung zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) von dem Vergleich in Höhe von 480 Mio. EUR nicht betroffen, so Fitch Ratings. Die am 19. April angekündigte Strafe hat moderate mittelmäßige finanzielle Auswirkungen auf die Bank. Im Rahmen der Untersuchung festgestellte Schwachstellen bei der Bekämpfung der Geldwäsche werden durch ein umfassendes Sanierungsprogramm behoben und stellen keine unmittelbare Bedrohung für das Rentabilitätsrating der Bank von „a“ dar.

ABN AMRO: Mängel bei Know-Your-Customer-Checks

Die ABN AMRO wurde von der niederländischen Staatsanwaltschaft in Bezug auf die Anforderungen des niederländischen Gesetzes zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung untersucht. Die Untersuchung, die 2019 begann, deckte die Jahre 2014 bis 2020 ab und ergab zahlreiche Mängel, wie z. B.

  • unzureichende Know-your-Customer-Überprüfungen bei der Kundenbindung,
  • Schwachstellen bei der Überwachung von Kundenbeziehungen und -transaktionen,
  • Risikoklassifizierung oder
  • Meldung verdächtiger Transaktionen.

Es wurde auch festgestellt, dass mehrere abteilungsspezifische Programme zur Verbesserung der Bekämpfung der Geldwäsche, die als Reaktion auf frühere interne und externe Ergebnisse gestartet wurden, nicht ausreichend wirksam sind. Die Untersuchung ergab jedoch keine Hinweise darauf, dass die Bank systematisch an verdächtigen Transaktionen beteiligt war oder Kunden mit hohem Risiko verfolgte.

Schwerwiegende Mängel vor 2019

Die festgestellten Mängel sind schwerwiegend, beziehen sich jedoch weitgehend auf den Zeitraum vor dem Start des umfassenden Plans der Bank zur Aufdeckung von Finanzkriminalität im Jahr 2019. ABN AMRO hat seitdem Fortschritte bei der Behebung von Schwachstellen in den Know-your-Customer-Prozessen erzielt.

Maßnahmen der ABN Amro Bank zur AML-Kontrolle

Die abN AMRO Bank hat ihre IT-Infrastruktur gestärkt, AML-bezogene Kontrollen zentralisiert und eine große Anzahl von Vollzeitmitarbeitern eingestellt hat (voraussichtlich wird es 2021 einen Höchststand von 4.200 gegenüber 2.000 von Ende 2019 geben). Die Finanz- und Strafbehörden bewerteten das Programm der Bank (das 2022 abgeschlossen werden soll) als ausreichend, um die Einhaltung des Gesetzes wiederherzustellen.

300 Millionen Euro Geldbuße und Zahlung von 180 Millionen Euro

Der Vergleich umfasst eine Geldbuße in Höhe von 300 Mio. EUR und eine Zahlung in Höhe von 180 Mio. EUR. Letztere spiegelt die geschätzten Einsparungen von ABN AMRO wieder, die auf eine unzureichende Anzahl von Mitarbeitern zur Bekämpfung der Finanzkriminalität zurückzuführen sind. Die Strafe wird im ersten Quartal 21 zu einem geringen Verlust führen. Die Abrechnung wird bequem vom jährlichen Betriebsergebnis der Bank absorbiert, das sich voraussichtlich bis 2021 von etwa der Gewinnschwelle im Jahr 2020 auf rund 1 Mrd. EUR erholen wird. AML-Investitionen haben insbesondere die Ausgaben der ABN AMRO in den vergangenen Jahren erhöht. Die Bank geht davon aus, dass die Ausgaben 2021 mit 425 Mio. EUR ihren Höhepunkt erreichen werden, was hauptsächlich auf die zusätzliche Mitarbeiterzahl zurückzuführen ist.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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