P2P-Kredite: sinnvoll für die Wertpapierfinanzierung?

Direkt von Privatpersonen stammend können P2P-Kredite zur Finanzierung eines Investments in Wertpapiere dienen. Doch ist dieser Schritt sinnvoll? Wäre der Gang zur Hausbank nicht besser?

Was leisten P2P-Kredite heute?

Der Peer-to-Peer-Kredit ist ein Kredit von Privatpersonen an Privatpersonen. Die mögliche Höhe der P2P-Kredite richtet sich nicht nur nach dem Kapitalbedarf des Kreditnehmers, in diesem Falle des Investors.

Anders als bei einer Bank, die Kredite im sechsstelligen Bereich und darüber ermöglichen kann, wird ein Kreditgeber im P2P-Bereich sinnvoll nur Beträge im Bereich von 2.000 bis 20.000 Euro vergeben. Wer also einen größeren Betrag von 100.000 Euro oder darüber in Wertpapiere investieren möchte, der ist eventuell doch mit einem Sofortkredit wie bei creditSun besser beraten.

P2P-Kredite können eine Geldanlage mit hoher Rendite sein. ( Foto: Shutterstock- Antonio Guillem)

P2P-Kredite können eine Geldanlage mit hoher Rendite sein. ( Foto: Shutterstock- Antonio Guillem)

Für die kleinteilige Vergabe der P2P-Kredite gibt es auch gute Gründe.

  1. Risikostreuung führt zu kleinen Volumen

    Wer P2P-Kredite vergibt, ist sich des erhöhten Risikos des Verlusts des eingesetzten Kapitals bewusst. Die Bonität eines P2P-Kreditnehmers ist tendenziell etwas schlechter. Daher wird der Kreditgeber statt einem Kredit über einen größeren Betrag an eine Person lieber mehrere Kredite über kleinere Teilbeträge seines zur Verfügung stehenden Kapitals vergeben. Somit ist zu erwarten, dass P2P-Kredite eher in kleineren Tranchen vergeben werden.

  2. P2P-Kredite sind eher Beimischung im Portfolio

    P2P-Kredite können eine Geldanlage mit hoher Rendite sein. Die Zinssätze für die Geldleihe gehen durchaus in den zweistelligen Bereich hinein. Das ist natürlich für viele als Ertragschance interessant. Wer P2P-Kredite in sein Portfolio aufnimmt, ist sich des damit verbundenen höheren Risikos bewusst und wird hier nur einen geringeren Teil seines Vermögens sinnvoll investieren. Das führt dazu, dass eher kleinere Beträge für die Kreditvergabe zur Verfügung stehen werden.

  3. Für Vermögende oft zu kleinteilig und daher wenig sinnvoll

    Personen, die größere Beträge zur Kreditvergabe bereitstellen könnten, werden hier zögern. Der Grund ist sehr einfach zu verstehen. Eine Vergabe in kleinen Tranchen an eine Vielzahl von Kreditnehmern zur Risikostreuung ist sehr arbeitsaufwändig. Wesentlich einfacher ist die Platzierung des verfügbaren Kapitals in einer anderen Assetklasse en bloc. Dies führt dazu, dass dem P2P-Markt eher Investoren mit geringerem Vermögen als Kreditgeber zur Verfügung stehen werden.

Wer sich also per P2P-Kredit Kapital für ein Investment verschaffen möchte, wird notabene seinen Kapitalbedarf bei mehreren Kreditgebern gestückelt decken müssen. In diesem Fall muss man mit einem erhöhten Arbeitsaufwand rechnen, schließlich muss im P2P-Kredit-Markt der jeweilige Kreditgeber nicht nur von der Bonität des Kreditnehmers überzeugt werden, sondern auch von dessen Investmentidee. Wer also bei mehreren Privatpersonen einen P2P-Kredit einwirbt, darf mit hohem Zeitbedarf für die Überzeugungsarbeit rechnen.

Video: P2P KREDITE einfach erklärt! Was ist Peer-to-Peer Lending? | Investieren in P2P Kredite #1

Wann kann der P2P-Kredit sinnvoll sein?

Dennoch kann es gute Gründe für den Einsatz eines P2P-Kredits zum Wertpapiererwerb geben. Jeder Investor sollte allerdings für sich prüfen, ob eine der jeweiligen Situationen bei ihm wirklich gegeben ist – oder ob es sinnvollere Alternativen gibt.

Nutzen einer Investmentchance

Vielfach kommt es an der Börse zu überraschenden Kursrückschlägen von Aktien, die nicht auf eine plötzliche Schieflage des zugehörigen Unternehmens zurückzuführen sind. Manchmal sind die Märkte einfach ein wenig „zu sensibel“. Eine solche Chance möchte man natürlich nutzen, und von der erwarteten Kurserholung profitieren.

Während der Leerverkauf von Aktien eine probate Möglichkeit ist, um von fallenden Kursen zu profitieren, kann dieses Instrument nicht bei steigenden Kursen eingesetzt werden. Ist der Investor bereits zu 100% investiert und „long“ gegangen, müsste er die Investmentchance verfallen lassen, da seine Möglichkeiten, Kapital in das gefallene Wertpapier fließen zu lassen, erschöpft sind. Hier kann der P2P-Kredit sinnvoll sein und eine gute Option sein.

Man sollte bei einer solchen Finanzierung des Wertpapiererwerbs über einen P2P-Kredit bedenken, dass ein vergleichsweise hoher Kreditzins zu entrichten ist. ( Foto: Shutterstock-_Comdas )

Man sollte bei einer solchen Finanzierung des Wertpapiererwerbs über einen P2P-Kredit bedenken, dass ein vergleichsweise hoher Kreditzins zu entrichten ist. ( Foto: Shutterstock-_Comdas )

Wichtig:
Man sollte bei einer solchen Finanzierung des Wertpapiererwerbs über einen P2P-Kredit bedenken, dass ein vergleichsweise hoher Kreditzins zu entrichten ist. Der erwartete Kursanstieg muss also erheblich sein, so dass am Ende ein Ertrag für den Investor unter dem Strich übrig bleibt. Bei der Kalkulation sollte man auch die mögliche Timeline des Investments – und damit des Kredits – bedenken. Verzögert sich die Erholung des Wertpapiers um mehrere Monate, bedeutet dies umgekehrt eine höhere Aufwendung für den Zinsdienst am P2P-Kredit. Es bleibt zu prüfen, ob dann noch der P2P-Kredit sinnvoll ist.

Video: P2P Kredite 5 Fehler die Jeder vermeiden sollte!

Welche Alternativen zum P2P-Kredit gibt es?

Wer eine zu erwartende Erholung eines Wertpapiers für sich nutzen möchte, hat durchaus sinnvolle Alternativen zur Finanzierung des Geschäfts über einen P2P-Kredit.

  • Verringern des Kapitalbedarfs durch Finanzderivate

    Wer auf die Erholung eines Wertpapiers setzen möchte, kann dies nicht nur durch ein Direktinvestment in die betreffende Aktie tun. Alternativ kann das Kapital auch in Finanzderivate fließen. Hier stehen die sogenannten Hebelprodukte zur Verfügung.

    • Vorteil:
      Die Hebelprodukte steigen im Kurs gemäß dem Hebel um ein Vielfaches stärker, als das zugrundeliegende Wertpapier – die besagte Aktie – dies tut. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass zur Erzielung des gewünschten Ertrags ein wesentlich niedrigeres Kapital nötig Steht dem Investor also für das Direktinvestment zu wenig Kapital zur Verfügung, kann es eine Lösung sein, statt in Aktien ein Investment in Hebelprodukte vorzuziehen.
    • Nachteil:
      Hebelprodukte wie beispielsweise Knock-Outs verlieren ihren Wert – und damit der Investor sein gesamtes Kapital – wenn der Kurs des zugrundeliegenden Wertpapiers einen bestimmten Schellenwert über- oder unterschreitet, je nach Konstruktion des Derivats.

      Lässt die Erholung der Aktie also noch ein wenig auf sich warten und sinkt der Kurs vor dem Einsetzen der Erholung noch ein wenig weiter, kann es unter Umständen schnell zum Kapitalverlust kommen. Wer stattdessen direkt in Aktien investiert, kann derlei Kapriolen des Aktienkurses in aller Ruhe aussitzen.

  • Umschichten von Kapital

    Wesentlich risikoärmer als Finanzderivate ist das Umschichten von Kapital. Wer ein Investment in ein Wertpapier mit großer Kurserholung plant, kann Kapital aus einem anderen Wertpapier abziehen und in das fragliche Wertpapier investieren. Ist das sinnvoll?

    • Vorteil:
      Wenn das bevorzugte Wertpapier eine größere Kurschance aufweist als das Wertpapier, welches zu dessen Gunsten verkauft wird, lautet die Antwort eindeutig: Ja! Darum ist zu prüfen, wie wahrscheinlich der Eintritt der Kurszuwächse ist. Ein Wechsel hin zu besseren Kurschancen ist sinnvoll, wenn er auch hinreichend sicher ist.Ein weiterer Vorteil der Umschichtung ist die Option, unerwartete Kapriolen des Kurses aussitzen zu können.
    • Nachteil:
      Der Nachteil ist die Notwendigkeit einer exakten Chancen-/Risiko-Betrachtung. Ohne diese ist die Entscheidung nicht hinreichend zu untermauern.
  • Beleihung von Wertpapieren im Portfolio

    Wer bereits Wertpapiere im Depot führt, kann zur Nutzung der Investmentchance auch einen Lombardkredit aufnehmen und seine Wertpapiere – oder einen Teil davon – zur Besicherung hinterlegen. Auch in diesem Fall kann man Kurskapriolen in Ruhe aussitzen.

    • Vorteil:
      Es ist ein Joker, den man sinnvoll zum Einsatz bringen kann. Nach dem Wiederverkauf der Wertpapiere aus der Opportunity ist der Tisch wieder sauber.
    • Nachteil:
      Fällt der Wert der zur Besicherung hinterlegten Wertpapiere unerwartet, ändert sich der Wert der hinterlegten Sicherheit. Je nach Ausgestaltung des Kreditvertrags kann der Kreditgeber die Rückzahlung des Kredits fordern, was zu einem unangenehmen Liquiditätsengpass führen kann. Hier empfiehlt es sich, die Konditionen eines solchen Kreditvertrags sehr genau zu studieren.
Der P2P-Kredit kann sehr sinnvoll zur Finanzierung des Erwerbs von Wertpapieren sein.  ( Foto: Shutterstock-Golden Sikorka )

Der P2P-Kredit kann sehr sinnvoll zur Finanzierung des Erwerbs von Wertpapieren sein. ( Foto: Shutterstock-Golden Sikorka )

Fazit

Der P2P-Kredit kann sehr sinnvoll zur Finanzierung des Erwerbs von Wertpapieren sein. Wie bereits oben ausgeführt muss man überlegen, ob man sich mit den damit einhergehenden Notwendigkeiten auseinandersetzen will.

  • Gespräche mit einer Vielzahl von Kreditgebern, viel Handling.
  • Je nach Dauer des Investments hohe Kosten durch den Kreditzins.

Wer dies auf sich nehmen will, der ist beim P2P-Kredit gut aufgehoben. Was auf jeden Fall sinnvoll ist: eine gute Investmentchance zu nutzen!

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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