Volksfürsorge Holding AG - Aktionärsbrief Juli/August 1999
Die Gesellschaft erwirtschaftete insgesamt einen Jahresüberschuß von 99,7 Mio. DM (Vorjahr: 97,3 Mio. DM), wovon 22 Mio. DM (Vorjahr: 20 Mio. DM) den Gewinnrücklagen zugeführt wurden.
Auf der Hauptversammlung wurden außerdem die Umstellung auf Stückaktien sowie des Grundkapitals in Höhe von 242 Mio. DM auf Euro (123.732.635,25 Euro) beschlossen.
Mit Beschluß vom 03.05.1999 hat das Amtsgericht Hamburg Herrn Dr. jur. Hans-Jochem Lüer anstelle des ausgeschiedenen Mitgliedes Herrn Yves Mansion zum Aufsichtsratsmitglied unserer Gesellschaft bestellt.
Herr Dr. Walter Thießen ist nach über fünfjähriger überaus erfolgreicher Tätigkeit zum 30.04.1999 aus den Vorständen der Volksfürsorge-Gesellschaften ausgeschieden. Er war seit dem 01.11.1993 für das Ressort Informationssysteme verantwortlich. Eine seiner wichtigsten Aufgaben in der Volksfürsorge war die im letzten Jahr abgeschlossene Eingliederung der DV-Bereiche in die AM-Informatik GmbH (Aachen). Dr. Thießen wird sich künftig auf seine Funktionen als Informatik-Chef im Aachener und Münchener Konzern konzentrieren und die Strukturprojekte aus DV-Sicht weiter vorantreiben.
Geschäftsentwicklung der Volksfürsorge Holding AG
Die Geschäftsergebnisse der Volksfürsorge Holding AG sind im wesentlichen abhängig von den Ergebnissen ihrer Tochtergesellschaften, da die Volksfürsorge Holding AG keine operativen Geschäfte betreibt. Ein Zwischenabschluß zum 30.06. eines Jahres ist nicht aussagefähig, da die wesentlichen Erträge aus Beteiligungen erst zum Ablauf des Wirtschaftsjahres vereinnahmt werden. Die derzeit vorliegenden Zahlen und Ergebnisse der Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG und der Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung AG sind aber aussagefähige Meßgrößen zur Bewertung der Entwicklung der Volksfürsorge-Gesellschaften im ersten Halbjahr 1999.
Insgesamt kann festgestellt werden, daß das Kapitalanlageergebnis auch 1999 sehr positiv ist. Die Verwaltungskosten sind weiterhin rückläufig. Die Ertragskraft konnte weiter gestärkt werden. Das Gesamtergebnis wird leicht besser als im Vorjahr sein.
Das Neugeschäft der Lebens- und Sachgesellschaft zeigt in den letzten zwei Monaten einen deutlichen Trend nach oben. Die zum 01.01.1999 eingeführte neue Vertriebsstruktur mit unseren insgesamt rd. 27.000 haupt- und nebenberuflichen Außendienst-Mitarbeitern beginnt sich positiv auszuwirken.
Am 30.06.1999 waren gegenüber dem 31.12.1998 in den beiden Hauptverwaltungen Leben und Sach 2.061 (minus 1,5 %), im Innendienst der Vertriebsdirektionen 812 (minus 2,4 %) und im Außendienst 2.842 (plus 5,0 %) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die beiden Volksfürsorge-Gesellschaften Leben und Sach tätig.
Die Neuausrichtung unseres Außendienstes führt zu einer starken Aufstockung der angestellten Vertriebs-Mitarbeiter. Zum 30.06.1999 hat sich die Zahl unserer Außendienst-Mitarbeiter gegenüber dem Jahresanfang um weitere 136 erhöht.
Die Volksfürsorge hat zum 01.08.1999 bundesweit in den Hauptverwaltungen und Vertriebsdirektionen weitere rd. 100 Auszubildende für den Beruf der/des Versicherungskauffrau/mann zusätzlich eingestellt. Darüber hinaus werden in den nächsten 2 Jahren weitere rd. 1.200 neue Vertriebsassistenten eine Ausbildung zur/zum Versicherungsfachfrau/mann erhalten. Diese Ausbildung dauert 13 Monate und wird mit einer Prüfung vor dem Berufsfortbildungswerk der Versicherungswirtschaft abgeschlossen. Auszubildende sowie Vertriebsassistenten werden nach bestandenen Prüfungen in den angestellten Außendienst der Volksfürsorge übernommen.
Geschäftsentwicklung der Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG
Der laufende Jahresbeitrag der eingelösten Versicherungsscheine lag im 1. Halbjahr 1999 mit über 90 Mio. DM in etwa auf Vorjahreshöhe. Erfreulich ist nach verhaltenem Jahresbeginn der gute Aufwärtstrend der letzten beiden Monate. So lag der Jahresbeitrag im Mai um 1,3 % und im Juni um 5,7 % über den vergleichbaren Vorjahreszahlen. Die Stammorganisation hat die Strukturveränderungen inzwischen gemeistert. Sie erreichte in der auf die Beitragssumme bezogenen Vertriebsleistung im Juni sogar ein Plus von 9,9 %. Aufgrund der geringeren Dynamik-Erhöhungen (- 10,5 %) blieb der laufende Jahresbeitrag des gesamten eingelösten Neuzugangs im 1. Halbjahr 1999 mit 132 Mio. DM um rd. 5 % unter dem Vorjahreswert.
Die Stornoquote (bezogen auf den laufenden Jahresbeitrag) betrug im ersten Halbjahr 1999 - wie im Vorjahr - 5,6 %. Der Versicherungsbestand machte Ende Juni 1999 für den laufenden Jahresbeitrag 3,6 Mrd. DM aus.
Die Brutto-Beitragseinnahmen im 1. Halbjahr 1999 stiegen auf 1,9 Mrd. DM (plus 0,4 %). Die Kapitalanlagen erhöhten sich im Vergleich zum 31.12.98 um 1,4 Mrd. DM auf 41,8 Mrd. DM (plus 3,6 %). Die laufenden Kapitalerträge stiegen auf erfreuliche 1,5 Mrd. DM (plus 8,6 %). Die Nettoverzinsung wird - auf heutigem Börsen- und Zinsniveau - 1999 voraussichtlich gute 7,4 % erreichen.
Der Verwaltungskostensatz (in % der gebuchten Beiträge) hat sich im ersten Halbjahr weiter auf 4,1 % (1998 = 4,2 %) ermäßigt. Der Abschlußkostensatz (in % der Beitragssumme des Neugeschäfts) wird für 1999 bei 6,8 % (1998 = 6,5 %) erwartet. Er ist ein Zeichen unserer besonderen Anstrengungen zur Stärkung der Vertriebskraft.
Geschäftsentwicklung der Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung AG
Das Neu- und Ersatzgeschäft hat sich im 1. Halbjahr 1999 wiederum gut entwickelt. Insgesamt wurden 592.000 Verträge (plus 1,4 %) neu abgeschlossen. Schwerpunkt waren Unfall- (plus 17,1 %) und Hausratversicherungen (plus 72 %). Die Brutto-Beitragseinnahmen (direktes Geschäft) betrugen insgesamt 650 Mio. DM und erreichten damit Vorjahresniveau. Das ist im Hinblick auf die Marktentwicklung ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Die Zahl der gemeldeten Schäden hat sich im 1. Halbjahr 1999 weiter ermäßigt und betrug 279.000 Stück (minus 0,8 %). Der Bruttoschadenaufwand für Geschäftsjahresschäden sank von Januar bis Juni 1999 um 1,9 % auf 294 Mio. DM (Vorjahr: 300 Mio. DM).
Die Kapitalanlagen erhöhten sich auf 2,0 Mrd. DM, das ist ein Plus von 4,7 % gegenüber dem 31.12.98. Die laufenden Kapitalerträge betrugen 64,8 Mio. DM (Vorjahr: 62,1 Mio. DM = plus 4,4 %). Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen wird 1999 voraussichtlich 6,9 % betragen.
Allgemeines
Volksfürsorge in Ostdeutschland
Die Volksfürsorge Deutsche Versicherungsvertretung GmbH - VDV - erhält ebenfalls eine neue, moderne Struktur. Im ersten Schritt wurden in Ostdeutschland zum 1.04.99 zwei Organisationsdirektionen (Nordost und Ost) eingerichtet. Zum 01.07.2000 werden dann VDV und Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG zusammengeführt. Damit soll die Position am ostdeutschen Markt ausgebaut werden.
Auch der angestellte und nebenberufliche Außendienst der VDV wird erheblich verstärkt. In den nächsten 2 Jahren werden in den fünf Bundesländern rd. 200 fest angestellte Außendienstler zusätzlich neu eingestellt. Zur Zeit sind im Außendienst der VDV 339 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (plus 16) im angestellten Außendienst beschäftigt.
Hohe Bewertungsreserven
Die deutschen Lebensversicherer können ihre 97er Überschußbeteiligung rund 47 Monate aus den ungebundenen Mitteln in der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) und den Bewertungsreserven finanzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des "map-fax/map-report" Nr. 18 vom 30.04.1999. Die Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG erreicht mit 81 Monaten einen erheblich besseren Wert und liegt unter den deutschen Gesellschaften auf einem hervorragenden fünften Rang. Sie ist damit eine der reservestärksten Lebensversicherer. Dies hat für die Stabilität und damit die Höhe der Überschußbeteiligung eine besonders wichtige Bedeutung für unsere Kunden.
Vertriebs-Kooperationen
Wir möchten Ihnen auch über mehrere neue Kooperationen berichten, von denen wir uns Wachstumschancen versprechen.
In der Produktpartnerschaft mit der Commerzbank sehen wir die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Unsere Verkaufsaktivitäten für die Commerzbank sind zum 01. Mai 1999 gut gestartet. Spätestens zum 15.02.2000 wird die Commerzbank mit dem Verkauf unserer Produkte beginnen.
Seit April 1999 bietet die Gewerkschaft ÖTV ihren Mitgliedern Versicherungen an, für die neben einer anderen Gesellschaft die Volksfürsorge Produktgeber ist. Diese neue Form der Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften über die ÖTV-Service GmbH sichert dem Volksfürsorge-Außendienst den Zugang zu einer für ihn wichtigen Zielgruppe (Arbeitnehmer-Haushalte). Die ersten Ergebnisse stimmen sehr optimistisch. Ab 01.10.1999, bzw. 1.11.1999, werden die IG Bergbau, Chemie, Energie sowie die IG Bauen-Agrar-Umwelt - ebenfalls über Service GmbH"s - Dienstleistungen für ihre Mitglieder anbieten. Auch hier ist die Volksfürsorge Produktpartner für den Versicherungsbereich.
Einen zusätzlichen Imagegewinn und Wachstumschancen versprechen wir uns von einer Zusammenarbeit mit der Lufthansa. Die Volksfürsorge und die Lufthansa City Center Reisebüropartner GmbH haben zum 01.06.1999 eine gemeinsame Vertriebskooperation beschlossen. Bei dieser bislang einmaligen, branchenübergreifenden Kooperation werden in einer sechs- bis zwölfmonatigen Pilotphase 5.000 nebenberufliche Mitarbeiter der Volksfürsorge ihren Kunden neben den Versicherungsprodukten auch Urlaubs- und Geschäftsreisen anbieten. Die 4.500 Reisevertriebsassistenten von travelNet, dem mobilen Vertriebskanal der Lufthansa City Center, können in Ergänzung der Reiseprodukte ihren Kunden Versicherungsangebote unterbreiten.
Perlen im Immobilienbesitz
Die Alster erhält ein neues internationales Fünf-Sterne-Hotel. Die Grundstücke An der Alster 52 und 56 - im Besitz der Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG - werden damit einem neuen Nutzen zugeführt. Zwischen der Eigentümerin und der Le Méridien Hotels & Resorts, einer Tochtergesellschaft der britischen Granada-Gruppe, wurde ein langjähriger Mietvertrag abgeschlossen. Le Méridien Hotels & Resorts ist eine der führenden und innovativsten Hotelketten der Welt. Das Hotel-Unternehmen betreibt weltweit 110 Hotels und befindet sich auf stetigem Expansionskurs.
Das Angebot des Hotels auf ca. 20.000 qm Nettogrundfläche wird dem Standort mit seinem einmaligen Ausblick auf Hamburgs City und die Alster entsprechen. Der gesamte Hotelkomplex fügt sich nahtlos und harmonisch in die vorhandene Architektur an der Alster ein.
Durch das Hotel werden rd. 150 neue Arbeitsplätze entstehen und ca. 800 bis 1000 Arbeitsplätze bei Lieferanten und Dienstleistern des Hotels dauerhaft gesichert.
Wir sehen diese Investition in einer Größenordnung von rd. 110 Mio. DM als rentable Kapitalanlage im Rahmen unseres Immobilienbesitzes.
Die Volksfürsorge hat mit der Hamburger Firmengruppe Garbe ein neues Nutzungskonzept für das unter Denkmalschutz stehende Stadtlagerhaus direkt an der Wasserseite der Großen Elbstraße in Hamburg entwickelt. Die Rekonstruktion des Stadtlagerhauses stellt einen weiteren wichtigen Schritt der gesamten Neugestaltung des Hafenrandgebietes dar.
Das Nutzungskonzept mit Investitionen in Höhe von rd. 65 Mio. DM sieht u.a. ca. 2.800 qm Wohnfläche sowie ca. 4.800 qm Gewerbefläche vor. Sämtliche Einheiten werden vermietet, sie stehen individuellen Nutzern an einem einzigartigen Standort in Hamburg zur Verfügung.
Ausblick auf das Geschäftsergebnis 1999 der Volksfürsorge Holding AG
Vor dem Hintergrund der bisherigen Geschäftsergebnisse bei den Versicherungstöchtern erwarten wir für 1999 insgesamt gute wirtschaftliche Ergebnisse und ein Neugeschäft zumindest auf Vorjahreshöhe. Nach vorsichtiger Schätzung werden wir daher wieder eine Dividendenzahlung wie im Vorjahr - 16 DM je Stückaktie - vorschlagen können, ebenso eine angemessene Bedienung der Gewinnrücklagen.
Die private Vorsorge für das Alter wird weiter zunehmen. Auch die materielle Absicherung von Hab und Gut gewinnt weiter an Bedeutung.
Unwägbarkeiten ergeben sich durch die Pläne der Bundesregierung, auf Erträge aus Kapitallebensversicherungen mit Kapitalauszahlung eine 25%ige Kapitalertragssteuer zu erheben. Nach heutigem Kenntnisstand sind hiervon nur Verträge betroffen, die nach Verkündung des Gesetzes (voraussichtlich Anfang Dezember 1999) abgeschlossen werden. Alle bestehenden Verträge und die Verträge, die noch bis zum Tag der Verkündung des Gesetzes abgeschlossen werden, sind von dieser geplanten steuerlichen Neuregelung aus heutiger Sicht ausgenommen.
Die Steuerpläne stehen in krassem Widerspruch zu früheren Regierungsaussagen. Die Lebensversicherung ist nach wie vor die einzige und beliebteste Form der privaten Altersvorsorge mit garantierten Leistungen, Hinterbliebenenschutz sowie einer hohen Überschußbeteiligung. Diese Kombination kennt keine andere Anlageform.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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