Trendumfrage der DIB bei Mitgliedsunternehmen zur wirtschaftlichen Lage

20.05.2010 | Frankfurt am Main
Biotechnologie entwickelt sich in Deutschland zu einem stabilen Wirtschaftsfaktor

Die deutschen Biotech-Unternehmen haben sich im Krisenjahr 2009 erfolgreich dem Sog der Rezession entzogen. "Die Zeichen stehen gut, dass unsere Branche im laufenden Jahr wieder wachsen wird und weiter an Substanz gewinnt. Das zeigt unsere aktuelle Trendumfrage bei 212 Mitgliedsunternehmen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Dr. Stefan Marcinowski, vor Journalisten in Frankfurt.

Umsatz: Die Unternehmen rechnen überwiegend mit einer besseren Umsatz­entwicklung im ersten Halbjahr (55 Prozent der Befragten) oder gehen zumindest davon aus, dass der Umsatz im Vergleich zum 2.Halbjahr 2009 auf demselben Niveau bleibt (rund 30 Prozent der Befragten). Nur knapp ein Sechstel der befragten Firmen erwarten ein rückläufiges Geschäft.

Geschäftserwartungen: Für das zweite Halbjahr 2010 sehen mehr als die Hälfte der Unternehmen eine weitere Belebung. Von einer Stagnation geht über ein Drittel aus.

Forschung und Entwicklung: Nahezu die Hälfte der Unternehmen will ihr Forschungsbudget gegenüber dem Vorjahr aufstocken. Nur 12 Prozent der Befragten planen ihre F+E-Ausgaben zu verringern. Marcinowski: "Unternehmen, die forschen und entwickeln, sichern hoch qualifizierte Arbeitsplätze und tragen maßgeblich zur Wertschöpfung in Deutschland bei. Deshalb sollten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steuerlich belohnt werden."

Investitionen: Fast 40 Prozent der Unternehmen werden in diesem Jahr ihre Biotech-Aktivitäten ausbauen und in mehr oder größere Projekte investieren. Nur ein geringer Teil (knapp 20 Prozent der Befragten) will sein weiteres Engagement in dem Geschäftsfeld reduzieren. Allerdings hat sich das Problem der Kapital­ausstattung weiter verschärft, weil private Wagniskapitalgeber ihr finanzielles Engagement in der Unternehmenslandschaft nochmals deutlich reduziert haben.

Beschäftigung: Die Belegschaft konnte im ersten Halbjahr 2010 stabil gehalten werden (über 50 Prozent der Befragten). Nur in wenigen Unternehmen ist Personal reduziert worden (11 Prozent der Befragten). Über ein Drittel der befragten Firmen hat sogar Beschäftigung aufgebaut.

Arbeitsmarkt: Für 60 Prozent der Unternehmen gibt es offensichtlich noch keine Schwierigkeiten, gut ausgebildete Fachkräfte einzustellen. Von einem flächen­deckenden Problem kann man in der Branche also nicht sprechen. Aber einem erheblichen Anteil bereitet es zunehmend Sorge, geeignete Laboranten und Techniker (15 Prozent der Befragten) oder Wissenschaftler (knapp 25 Prozent der Befragten) zu rekrutieren.

Quelle: Pressemeldung Verband der Chemischen Industrie e.V.

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