Stabile Entwicklung vor schwierigem Hintergrund
"Die RZB macht klassisches Bankgeschäft. Dieses solide Brot- und Buttergeschäft mit unseren fast 15 Millionen Kunden hat sich auch im turbulenten Jahr 2008 als tragende Säule erwiesen", sagte RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner." Durch das starke operative Geschäft und Maßnahmen wie Verbreiterung der Kapitalbasis und vorläufige Beschränkung des Wachstums sind wir gut für die kommenden Herausforderungen gerüstet."
Starkes operatives Ergebnis
Die Wachstumsdynamik der Bilanzsumme hat sich im Jahr 2008 abgeschwächt. Zwar stieg sie im Lauf des Jahres insgesamt um 14,2 Prozent. Bedingt durch Währungsabwertungen in einigen Ländern Zentral- und Osteuropas (CEE) verringerte sich die Bilanzsumme jedoch im Vergleich zum ersten Halbjahr um 2,2 Milliarden Euro und betrug zum Bilanzstichtag 156,9 Milliarden Euro.
Das organische Wachstum der RZB schlug sich in einer erfreulichen Entwicklung des operativen Ergebnisses nieder. In Summe stiegen die Betriebserträge um 27,0 Prozent auf 5.905 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 36,3 Prozent auf 4.010 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss wuchs um 16,6 Prozent auf 1.768 Millionen Euro. Das gesunkene Handelsergebnis (19 Millionen Euro, minus 79,7 Prozent) spiegelt allerdings die schwierigen Marktbedingungen wider.
Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 17,8 Prozent auf 3.117 Millionen Euro deutlich geringer als die Erträge. In absoluten Zahlen erhöhten sich die Betriebserträge um 1.255 Millionen Euro und die Verwaltungsaufwendungen um 472 Millionen Euro.
Dementsprechend stieg das Betriebsergebnis um 39,1 Prozent auf 2.788 Millionen Euro. "Das Betriebsergebnis der RZB war das beste in der Geschichte des Hauses. Es belegt die gute Positionierung der RZB in ihrem Heimmarkt Österreich und Zentral- und Osteuropa. Trotz Konjunkturabschwächung bieten diese Märkte exzellente Chancen, die wir weiter nutzen werden", so Rothensteiner.
Jahresüberschuss trotz Finanzmarktkrise
Während das operative Ergebnis ein Rekordniveau erreichte, sorgten die Folgen der Finanz- und Bankenkrise für einen Rückgang beim Jahresüberschuss. Insgesamt wurde er mit 1.660 Millionen Euro belastet, die in Folge der Krise zu verbuchen waren - z.B. durch Marktbewertungen von Wertpapieren und Finanzinstrumenten, Lehman und den Zusammenbruch isländischer Banken.
Der Jahresüberschuss vor Steuern sank daher um 59,8 Prozent auf 597 Millionen Euro und der Jahresüberschuss nach Steuern um 63,7 Prozent auf 432 Millionen Euro. Der um 93,8 Prozent verringerte Jahresüberschuss nach Steuern und Minderheitsanteilen belief sich auf 48 Millionen Euro. Für den gegenüber dem Vorsteuerergebnis stärkeren Rückgang sind einerseits die höhere Steuerlast und andererseits die Beteiligung von Minderheitsaktionären vor allem an den gewinnstarken Konzernunternehmen verantwortlich.
Kennzahlen spiegeln Umfeld wider
Die Betriebserträge stiegen im Jahr 2008 stärker als die Verwaltungsaufwendungen, weshalb sich die Cost/Income Ratio von 56,9 Prozent auf 52,8 Prozent verbesserte. Die Eigenkapitalrendite (ROE) vor Steuern fiel wegen des zurückgegangenen Gewinns von 22,2 auf 7,3 Prozent. Der Return on Assets (ROA) vor Steuern kam nach 1,17 Prozent im Vorjahr bei 0,40 Prozent zu liegen. Die Risk/Earnings Ratio erhöhte sich von 10,5 auf 28,7 Prozent.
Geschäft mit Firmenkunden entwickelt sich erfreulich
Ein wichtiger Ertragsbringer der RZB war auch 2008 das von Wien aus betriebene Geschäft mit österreichischen und internationalen Firmenkunden. Die Betriebserträge stiegen hier um 19,1 Prozent auf 314 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss mit dieser Kundengruppe wird im Segment Österreich verbucht und betrug trotz eines Anstiegs der Risikovorsorgen auf 63 Millionen Euro insgesamt 181 Millionen Euro.
Zuwachs bei Retailkunden und Filialen
Das Geschäft mit Retailkunden, das sind Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetriebe, entwickelte sich auch 2008 sehr gut. Im Laufe des Jahres wurde eine Million neue Kunden gewonnen und damit die Gesamtkundenzahl auf 14,7 Millionen erhöht. Die Anzahl der Bankgeschäftsstellen stieg 2008 um 7,1 Prozent auf 3.251. Das Geschäft mit Retailkunden wird vorwiegend in CEE betrieben.
Partizipationskapital und Kapitalerhöhung stärken Eigenmittel
Die gesamten Eigenmittel des RZB-Konzerns stiegen um 4,9 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Maßgeblich haben die Aktionäre der RZB zur Eigenmittelausstattung beigetragen. So gab es im Herbst 2008 eine Kapitalerhöhung, die das gezeichnete Kapital der RZB um 165 Millionen Euro erhöhte. Die sich verschlechternden Rahmenbedingungen gegen Ende 2008 und veränderten Risikowahrnehmungen des Marktes verlangten jedoch noch höhere Eigenkapitalquoten.
Deshalb haben die Kernaktionäre der RZB noch im Dezember 2008 zusätzlich Partizipationskapital im Ausmaß von 750 Millionen Euro gezeichnet. Die Überdeckungsquote zum Bilanzstichtag betrug 27,0 Prozent, die Eigenmittelquote 10,2 Prozent und die Kernkapitalquote 8,4 Prozent (berechnet auf das Bankbuch) bzw. 7,0 Prozent (berechnet auf das gesamte Risiko nach Basel II).
Um Wettbewerbsnachteile zu verhindern, da viele Mitbewerber umfangreiche Unterstützungen ihrer nationalen Regierungen genießen oder sich in staatlichem Eigentum befinden, schloss die RZB Ende März 2009 mit der Republik Österreich einen Vertrag, wonach diese 1,75 Milliarden Euro Partizipationskapital zeichnen wird. "Dieses frische Kapital stärkt die Eigenmittel der RZB signifikant und erhöht damit ihre Risikotragfähigkeit", erläuterte Walter Rothensteiner.
Mit der Partizipationskapitalemission erhöht sich die Kernkapitalquote der RZB auf 10,4 Prozent (berechnet auf das Bankbuch) bzw. 8,7 Prozent (gesamtes Risiko nach Basel II). Das Partizipationskapital wird innerhalb der ersten fünf Jahre mit 8 Prozent jährlich verzinst. Es ist nicht mit Stimmrechten ausgestattet, kann nicht in Stamm- oder Vorzugsaktien umgewandet werden und bewirkt keine Veränderung in der Eigentümerstruktur der RZB.
Rund 5.300 Arbeitsplätze geschaffen
Die RZB beschäftigte zum Bilanzstichtag 66.651 Mitarbeiter (gemessen in sogenannten "Vollzeitäquivalenten"), von denen 3.179 in Österreich (plus 11,2 Prozent), 63.029 in CEE (plus 10,6 Prozent) und 443 in der restlichen Welt arbeiteten. Der Zuwachs betrug somit 8,6 Prozent. Den schwierigen Rahmenbedingungen Rechnung tragend wird die Mitarbeiteranzahl im Jahr 2009 sinken.
Starkes Ergebnis der Raiffeisen International
Trotz der Turbulenzen entwickelte sich die börsenotierte RZB-Tochtergesellschaft Raiffeisen International erfreulich. Sie wies trotz der globalen Finanzkrise ein Rekordergebnis für das Geschäftsjahr 2008 aus. Der Jahresüberschuss vor Steuern betrug 1.429 Millionen Euro und war damit um 15,5 Prozent höher als zuletzt. Der Jahresüberschuss nach Steuern und Minderheitsanteilen stieg um 16,7 Prozent auf 982 Millionen Euro.
Quelle: Pressemeldung Raiffeisen Zentralbank Österreich AG
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