Schavan: "Innovationspotenziale konsequenter nutzen"

26.05.2010 | Berlin
Neue BMBF-Fördermaßnahme hilft, Ideen aus der akademischen Forschung für die wirtschaftliche Nutzung verfügbar zu machen

Der Lotus-Effekt sorgt für selbst reinigende Fassaden, die Leseköpfe in unseren Computerfestplatten arbeiten auf Basis des Riesenmagnetwiderstands und Dank der Erkenntnisse zu den Papillom-Viren gibt es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Diese Beispiele zeigen: Gerade auch Grundlagenforschung hat das Potenzial für bahnbrechende Anwendungen. Mit der neuen Fördermaßnahme "Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP" möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ermutigen, mögliche Anwendungen ihrer Forschungsergebnisse zu erschließen. Ihnen soll ermöglicht werden, diese Ideen zu verfolgen, bis die Wirtschaft mit ins Boot steigt.

"Die Antwort auf die drängenden Fragen des 21. Jahrhunderts heißt Innovation. Die akademische Forschung schafft viele Durchbrüche, die wir konsequenter für Wachstum, Wohlstand und qualifizierte Arbeit in Deutschland erschließen müssen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan anlässlich des Starts der Fördermaßnahme.

VIP ist ein neues Element der Hightech-Strategie des BMBF. Ein Validierungsprojekt kann für maximal drei Jahre mit bis zu 500.000 Euro pro Jahr gefördert werden. In dieser Zeit sollen die Projektteams die technische Machbarkeit und das wirtschaftliche Potenzial ihrer Forschungsergebnisse systematisch analysieren und Anwendungsfelder erschließen. Dabei wird ihnen ein Innovations-Mentor zur Seite stehen, der das notwendige wirtschaftliche Know-how mitbringt. Die Forscher können die Förderung aber auch nutzen, um ihre Ideen technisch weiterzuentwickeln, beispielsweise bis zum Bau eines Demonstrators. Damit kommen sie den Bedürfnissen der Wirtschaft entgegen, deren Risiko bei der Investition in eine neue Entwicklung dadurch überschaubar wird.

Von VIP soll aber nicht nur die Wirtschaft profitieren. VIP-Projekte machen das Engagement der Forscherinnen und Forscher für eine wirtschaftliche Wertschöpfung sichtbar und ermöglichen es ihnen so, sich auch außerhalb des Wissenschaftsbetriebes zu profilieren.

Auf dem Weg vom Labor in den Markt setzt das BMBF mit VIP früh an und überbrückt eine Förderlücke: Es gibt zahlreiche Aktivitäten an den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um potenziell verwertbare Forschungsergebnisse zu identifizieren. Und die Verwertungsphase selbst wird bereits mit vielfältigen Maßnahmen des Bundes und der Länder begleitet. VIP wird nun den Übergang, der besonderen Orientierungscharakter hat, unterstützen.

Die Maßnahme richtet sich an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die ganz oder anteilig vom Bund finanziert werden. Anträge für Validierungsvorhaben können bis zum 30. Juni 2012 fortlaufend gestellt werden.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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