RZB-Konzern erzielt 2009 rund 824 Millionen Euro Gewinn vor Steuern zurück

26.02.2010 | Wien
Der Konzern der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) hat 2009 einen Jahresüberschuss vor Steuern von 824 Millionen Euro erzielt (alle Zahlen ungeprüft und vorläufig). Damit ist er um 38 Prozent höher als 2008. Dies ist vor dem Hintergrund eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds - in fast allen Ländern des Heimmarkts der RZB-Gruppe herrschte 2009 Rezession - und den Folgen der anhaltenden Finanzkrise ein beachtliches Ergebnis.

Das gilt vor allem für Zentral- und Osteuropa. Die dort tätige und zum Konzernverbund der RZB gehörende Raiffeisen International Bank-Holding AG hat 2009 einen Jahresüberschuss vor Steuern von 368 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser ist gegenüber 2008 zwar um 74 Prozent gesunken, zeigt jedoch im Licht des stark verschlechterten konjunkturellen Umfelds und des Rekordgewinns im Vorjahr die Stärke des operativen Geschäfts und des Geschäftsmodells. Der Konzern-Jahresüberschuss nach Steuern und Minderheitsanteilen der Raiffeisen International sank im Gleichschritt um 78 Prozent auf 212 Millionen Euro. Die Qualität dieses Ergebnisses ist auch daran erkennbar, dass es 41 Prozent über der durchschnittlichen Gewinnerwartung der Analysten liegt.

Höhere Kosteneffizienz und gute Eigenkapitalaustattung

Auch an der Entwicklung des Kosten/Ertrags-Verhältnisses zeigt sich, dass der RZB-Konzern auf gutem Kurs ist. Es verbesserte sich 2009 um 0,9 Prozentpunkte auf 51,9 Prozent. Die gesamten Eigenmittel des RZB-Konzerns stiegen um 14 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro, das Kernkapital um 17 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Mit einem Eigenmittelüberschuss von 64 Prozent, einer Eigenmittelquote von 13,1 Prozent und einer Kernkapitalquote auf das gesamte Risiko von 9,4 Prozent zum 31. Dezember 2009 weist der RZB-Konzern eine auch im Vergleich mit den Mitbewerbern hervorragende Eigenmittelausstattung aus.

"Die RZB-Gruppe zeigte auch im bisher schlimmsten Krisenjahr eine solide Entwicklung. Trotz konservativer Wertberichtigungspolitik stieg der Jahresüberschuss deutlich", sagt RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner. "Dieses Ergebnis zeigt die Stärke unseres Geschäftsmodells, belegt die Qualität der krisenbedingten Steuerungsmaßnahmen und den guten Zusammenhalt in der Raiffeisen Bankengruppe Österreich."

Strategieentwicklungsprozess

"Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld und die zu erwartenden Marktänderungen machen es für einen verantwortungsbewussten Vorstand unabdingbar, laufend verschiedene Alternativen zu prüfen, um die optimale Struktur der von ihm geführten Organisation sicherzustellen. In diesem Sinne prüfen wir im Rahmen eines Strategieentwicklungsprozesses mehrere Optionen", erklärt Rothensteiner. "Ziele sind die laufende Verbesserung des Kundennutzens, die Optimierung der Kosteneffizienz und die Stärkung der Positionierung auf den Heimmarkt Österreich und Zentral- und Osteuropa."

Dieser Strategieentwicklungsprozess ist komplex und noch nicht abgeschlossen. Folglich gibt es weder Beschlüsse auf Vorstandsebene, noch wurden solche auf Ebene der Aufsichtsräte und Hauptversammlungen initiiert. Derzeit werden die Grundlagen für derartige Beschlüsse erarbeitet.

Zusammenschluss als strategische Option

Eine der möglichen strategischen Optionen wäre der Zusammenschluss von RZB AG und Raiffeisen International. Eine Variante davon wäre, das mit der Funktion als Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG) verbundene Geschäft der RZB AG abzuspalten und auf eine neue Bank-Holding zu übertragen. Eine Fusion würde die sonstigen Hauptgeschäftsfelder der RZB AG - vor allem das Geschäft mit österreichischen und internationalen Firmenkunden - mit jenen der Raiffeisen International zusammenfassen.

"Eine integrierte Refinanzierungsstruktur in Verbindung mit der Börsenotiz der fusionierten Bank würde breitere Zugangsmöglichkeiten zu den Kapital-, Geld- und Anleihe-Märkten schaffen. Dies würde die Nutzung der langfristigen Wachstumschancen unterstützen und gleichzeitig bessere Voraussetzungen für die Erfüllung möglicher Basel III-Anforderungen bieten", sagte Herbert Stepic, Generaldirektor der Raiffeisen International und stellvertretender Generaldirektor der RZB.

"Durch Minimierung von Parallelstrukturen könnten Synergien gehoben und die Steuerung der gesamten Gruppe weiter verbessert werden, etwa durch eine erleichterte gruppenweite Risikosteuerung sowie eine bessere Risikodiversifikation der gelisteten Einheit durch Hereinnahme des stabilen Österreich-Geschäfts", ergänzte Stepic. In der fusionierten Bank würde außerdem das bisher von der RZB AG sehr selektiv betriebene Emerging Markets-Geschäft an den asiatischen Standorten mit jenem der Raiffeisen International in Zentral- und Osteuropa gebündelt werden.

Klarer Fokus und noch bessere Betreuung multinationaler Kunden

Käme es zur Struktur mit einer neuen Bankholding und einer zusammengeschlossenen Bank, ergäbe sich ein jeweils klarer Fokus der neuen Einheiten: einer auf die Betreuung der Raiffeisen Bankengruppe und einer als Geschäftsbank für Firmenkunden, Finanzinstitutionen und Konsumenten. Letzteres in Zentral- und Osteuropa, wo bereits 15 Millionen Kunden von der Raiffeisen International betreut werden. Eine fusionierte Bank würde auch optimierte Voraussetzungen für eine noch bessere Betreuung multinationaler Unternehmen im gesamten Wirkungsbereich dieser Einheit schaffen.

Quelle: Pressemeldung Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

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