NORD/LB erwartet konjunkturellen Einbruch in Niedersachsen

08.12.2008 | Hannover/Braunschweig
Im ersten Halbjahr 2008 hat sich die niedersächsische Wirtschaft mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum günstig entwickelt. Das Land übertraf somit das bundesdurchschnittliche Wachstumsniveau von 2,4 Prozent. Im dritten Quartal zeigte sich allerdings ein deutlicher Rückgang der Wachstumsdynamik. Industrieproduktion und Auftragseingänge entwickeln sich aktuell sehr schwach.

Die Rahmenbedingungen für die niedersächsische Wirtschaft bleiben stark angespannt. Die Finanzmarktkrise hat die Realwirtschaft erreicht, die Investitionsbedingungen haben sich deutlich verschärft. Für das gesamte Jahr 2008 erwarten die NORD/LB Analysten ein BIP-Wachstum in Höhe von 1,7 Prozent, im kommenden Jahr wird die Wirtschaft mit einem deutlichen Minus von ca. einem Prozent schrumpfen.

Die Industrie bleibt über das gesamte Jahr 2008 zwar der bedeutendste Impulsgeber für das Wirtschaftswachstum in Niedersachsen, jedoch geriet die Automobilindustrie in der zweiten Jahreshälfte erheblich unter Druck. Die gesamte Wirtschaft verzeichnet einen Rückgang der Bruttoanlageinvestitionen. Zudem sind die Exporte von dem Wachstumseinbruch in der Eurozone und anderen wichtigen Industriestaaten erheblich betroffen. Die zwischenzeitliche deutliche Abwertung des Euro zum Dollar verringert zwar die preislichen Belastungen der Exportwirtschaft, wird die dämpfenden Nachfrageeffekte aber nicht kompensieren können.

Die Belastung durch die zwischenzeitlich sehr hohen Steigerungsraten der Verbraucherpreise hat zudem die Hoffnungen auf ein Anziehen des Konsums infolge deutlicher Beschäftigungs- und Nominallohnsteigerungen für dieses Jahr zunichte gemacht. In 2009 könnte der Konsum die Konjunktur jedoch leicht stützen, zumal die Inflationsrate deutlich zurückgelaufen ist. Auf den Arbeitsmarkt hat diese negative Entwicklung noch nicht durchgeschlagen, wenngleich im Laufe des Jahres 2009 auch hier mit einer deutlichen Eintrübung zu rechnen ist.

Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

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