NORD/LB erwartet konjunkturelle Eintrübung in Sachsen-Anhalt - Positive Aussichten für Außenhandel
Im ersten Halbjahr 2008 hat sich die sachsen-anhaltische Wirtschaft sehr günstig entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 2,8 Prozent und somit noch sehr viel kräftiger als das gesamtdeutsche Wachstum von 2,4 Prozent. Die Industrie konnte in der ersten Monaten des Jahres deutliche Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum melden. Im Jahresverlauf zeigt sich jedoch ein Rückgang der Wachstumsdynamik. Zwar waren die Auftragsbücher der Industrie in Sachsen-Anhalt am Ende des dritten Quartals noch gut gefüllt, aber die Finanzmarktkrise wirft bereits deutliche Schatten auf die Realwirtschaft. Im kommenden Jahr wird die sachsen-anhaltische Wirtschaft voraussichtlich mit einem Minus von 0,9 Prozent schrumpfen, womit das Land aufgrund seiner im Vergleich geringeren Exportabhängigkeit aber immer noch geringfügig besser als der erwartete Bundes-durchschnitt von -1,0 Prozent abschneiden wird.
Der private Konsum wird als ein möglicher Hoffnungsträger für die Wirtschaftsentwicklung gesehen, jedoch dürften die sich daraus ergebenden Impulse in Sachsen-Anhalt infolge geringerer Beschäftigungs- und Nominallohnsteigerungen noch verhaltener ausfallen als im Bundesdurchschnitt. Die nach wie vor noch hohe Arbeitslosigkeit im Land belastet den ohnehin durch hohe Inflationsraten geschwächten Konsum. Im Laufe des kommenden Jahres ist darüber hinaus mit deutlichen Spuren der Finanzmarktkrise auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen, da dieser der Konjunktur nachläuft.
Polen wichtigster Exportpartner Sachsen-Anhalts
Sachsen-Anhalt exportierte im Jahr 2007 Waren im Wert von 11,3 Mrd. Euro. Damit haben sich die Ausfuhren innerhalb der vergangenen 15 Jahre mehr als versechsfacht. Da sich die Gesamtimporte im vergangenen Jahr auf 10,8 Mrd. Euro beliefen, ist die Handelsbilanz des Landes weiterhin deutlich positiv. Zu diesem Ergebnis kommt die NORD/LB in ihrer aktuellen Studie, die die außenwirtschaftlichen Verflechtungen des Lan-des analysiert. "In Sachsen-Anhalt ist der Anteil der Auslandsgeschäfte am Gewinn der Unternehmen im Bundesvergleich derzeit zwar noch geringer ausgeprägt. Die Exportquoten sind aber in den letzten Jahren überproportional angestiegen", hob Brandt hervor.
Der größte Anteil der Ausfuhren Sachsen-Anhalts - fast 12 Prozent - hatte den Nachbarstaat Polen zum Ziel, dessen Bedeutung für den sachsen-anhaltischen Außenhandel in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Zwischen 2005 und 2007 haben sich sowohl die Exporte nach als auch die Importe aus Polen mehr als verdoppelt. "Sachsen-Anhalts Wirtschaftsbeziehungen zu den aufstrebenden Märkten im Osten sind traditionell sehr eng. Dies wird dem hiesigen Außenhandel auch zukünftig positive Impulse geben", blickte Brandt voraus. Bereits 2007 bezog Sachsen-Anhalt mehr als ein Drittel seiner Waren aus Russland. An Position zwei der Importländer lag Polen mit acht Prozent.
Neben den osteuropäischen Ländern werden auch Österreich und die Niederlanden weiter im Fokus der Außenwirtschaftsaktivitäten Sachsen-Anhalts liegen, erwartete Brandt: "Die Unternehmen im Land sehen im Außenhandel große Potenziale für die Zukunft hinsichtlich Beschäftigung, Umsätzen, Gewinnen und nicht zuletzt auch für die wirtschaftliche Gesamtsituation Sachsen-Anhalts."
Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale
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