Marktkommentar: Aktienmärkte erneut auf der Kippe
Nach dem ernüchternden Jahresstart hat sich an den Börsen schlechte Stimmung breit gemacht. Die trüben Wirtschaftsnachrichten bestimmen das Geschehen. Es ist wohl noch nicht die Zeit, um etwas zu riskieren. Und da sich auch nicht abschätzen lässt, welche Risiken noch in den Unternehmensbilanzen stecken, herrscht weiter Unsicherheit, die an den Börsen bekanntlich mit Kursverlusten quittiert wird.
Schaut man sich das an, was die Unternehmen über das vergangene vierte Quartal 2008 zu berichten haben, entdeckt man ebenfalls kaum Gutes. Insbesondere amerikanische Unternehmen mussten hohe Einbußen hinnehmen. Die Gewinne der im S&P 500-Index vertretenen Gesellschaften schrumpften im Vergleich zum Vorjahr um über 30 Prozent. Die Ergebnisse bestätigen damit die Befürchtungen, für die weitere Kursentwicklung dürften sie aber nicht mehr relevant sein.
Erste Signale für Besserung
Die entscheidende Frage an den Börsen lautet vielmehr, ob die Talsohle der Rezession im zweiten Halbjahr 2009 durchschritten werden kann oder ob dies erst später der Fall sein wird. Dies würde eine Fortsetzung der Baisse wahrscheinlich machen. Wir sind der Meinung, dass erste Besserungssignale durchaus zu erkennen sind. Die in vielen Ländern geschnürten Konjunkturpakete bieten zumindest gute Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Stabilisierung. Die letzten Umfragewerte des ZEW-Konjunkturausblicks und der IFO-Geschäftserwartungen sprechen ebenfalls für diese Tendenz. Auch wenn die aktuelle Lagebeurteilung den Tiefpunkt noch nicht erreicht haben dürfte, scheint zumindest das Vertrauen in die zukünftige Entwicklung allmählich zurückzukehren.
Weitere Kursabschläge zu erwarten
Die technische Verfassung der Aktienmärkte bestätigt das fundamentale Bild. Seit den Tiefständen im Oktober haben sich nahezu alle Märkte unter starken Schwankungen seitwärts entwickelt und es bestehen momentan noch Chancen auf das Gelingen einer Bodenbildung. Sollten sich die konjunkturellen Zeichen verbessern, würden die Börsen eine wirtschaftliche Stabilisierung vorwegnehmen und die Kurse anziehen. Mit den letzten Daten aus dem Finanz- und Automobilbereich ist die Bodenbildung der Börsen aber erneut in Gefahr geraten. Nachdem der DAX gestern unter die wichtige Marke von 4.000 Punkten gefallen ist, muss mit weiteren Kursabschlägen gerechnet werden, 10 Prozent sind hier durchaus realistisch.
Eine defensive Positionierung scheint daher weiter angemessen zu sein. Solange kein Aufwärtstrend vorliegt, sind die stark schwankenden Börsen nur für kurzfristig orientierte Anleger gewinnbringend. Zum heutigen Zeitpunkt interessant erscheinen uns dagegen Beimischungen von Edelmetallen und Goldminenaktien. Sie versprechen Schutz in der aktuellen Krise und sollten langfristig von der zunehmenden Staatsverschuldung profitieren können.
Quelle: Pressemeldung Delta Lloyd Deutschland AG
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