Krankenkassen sparen durch Generika 6,5 Milliarden Euro
"Die gewaltige Einsparsumme belegt einmal mehr, dass der Anstieg der Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausschließlich durch Generika gebremst wird", kommentierte Pro Generika-Geschäftsführer Peter Schmidt die aktuellen Zahlen. Er betonte, dass der neue Einsparrekord vor allem der verantwortungsbewussten Preispolitik der Generikaindustrie zu verdanken ist. "Der IMS Health-Studie "Preiswettbewerb bei Generika in Deutschland" vom Juni 2007 zufolge haben die deutschen Generikaunternehmen ihre Herstellerabgabepreise innerhalb eines Jahres um 31 Prozent gesenkt und damit den gesetzlichen Krankenkassen ein zusätzliches Einsparpotenzial von 835 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dadurch sind die deutschen Generika inzwischen weitaus billiger als die Generika in den anderen vier europäischen TOP 5-Märkten Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien."
Die tatsächlichen Einsparungen der Krankenkassen gehen aber noch über 6,5 Milliarden Euro hinaus. Denn die Marktdaten von IMS Health beruhen auf den Listenpreisen. Die Listenpreise bilden den Markt wegen der Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Generikaherstellern aber nur noch unvollständig ab. Sie erfassen nämlich die Preisnachlässe nicht, die aus solchen Rabattverträgen resultieren. Die Rückflüsse aus Rabattverträgen sind bislang ein streng gehütetes Geheimnis der jeweiligen Vertragspartner. "Die realen Arzneimittelausgaben der Krankenkassen bleiben mithin im Dunkeln. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Die Einnahmen, die Krankenkassen insgesamt aus Rabattverträgen erzielt haben, gehören deshalb endlich auf den Tisch", forderte Schmidt. "Immer mehr Ärzte verordnen ihren Patienten in der Gewissheit Generika, sie mit qualitativ hochwertigen, modernen und sicheren Arzneimitteln zu versorgen", so Schmidt weiter. Im GKV-Gesamtmarkt waren im vergangenen Jahr 57 von 100 abgegebenen Arzneimittelpackungen Generika. Im generikafähigen Markt, in dem die Ärzte die Wahl zwischen einem patentfreien Erstanbieterprodukt und deutlich preiswerteren Generika haben, stieg die Quote sogar auf 82 Prozent. 2005 lag sie noch bei 74 Prozent. Neben den Krankenkassen profitieren davon auch die Patienten. "Denn Generika sind nicht nur preisgünstig, sondern auch fast durchweg zuzahlungsfrei", erläuterte Schmidt.
Die Marktzahlen belegen aber auch eine andere, für den Generikastandort Deutschland bedrohliche Entwicklung. Der Generikaabsatz hat sich zwar um 32 Millionen auf insgesamt 373 Millionen Packungseinheiten erhöht. Der GKV-Umsatz der Generikahersteller stagnierte indes bei 3,4 Milliarden Euro. Damit stehen einer fulminanten Absatzsteigerung von 9,4 Prozent gleich bleibende Erlöse der Unternehmen gegenüber. Die "Stückkosten" sind also stark rückläufig. "Demnach zahlt allein die Generikaindustrie den Preis für die Entlastung der Krankenkassen", betonte Schmidt.
"Das Nebeneinander zentraler dirigistischer Steuerungsmaßnahmen (z.B. Festbeträge, Zuzahlungsfreistellungen und Herstellerabschläge) einerseits und dezentraler wettbewerblicher Vertragslösungen andererseits setzt die Branche unter einen extremen Kosten- und Margendruck", hob Schmidt hervor. "Dieser Druck wirkt sich schon jetzt aus. Einige Unternehmen haben bereits Personal abgebaut, andere angekündigt, ihre Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern. Unter anderem deshalb fordern führende Gesundheitsökonomen seit langem die Abschaffung der meisten zentralen Regulierungsinstrumente zu Gunsten wettbewerblicher Lösungen. Peter Schmidt appellierte an den Gesetzgeber, diese Vorschläge unverzüglich aufzugreifen und umzusetzen. "Die Marktdaten belegen eindeutig, dass Wettbewerb die Krankenkassen nachhaltig entlastet. Das sollte der Politik den bislang fehlenden Mut geben, alle die dirigistischen Instrumente abzuschaffen, die einen funktionierenden und fairen Wettbewerb derzeit noch behindern."
Quelle: Pressemeldung Pro Generika e.V.
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