Konjunkturumfrage der Credit Suisse in Zusammenarbeit mit ZEW

15.09.2010 | Zürich
Konjunkturerwartungen im September wieder schlechter

Die Konjunkturerwartungen haben sich gemäss dem Finanzmarkttest der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im September wieder verschlechtert. Der Credit Suisse ZEW Indikator verzeichnete einen Rückgang von 14.2 Punkten und fiel somit auf -5.1 Punkte. Der Index zur Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage setzte seinen Aufwärtstrend allerdings auch in diesem Monat fort und liegt nun bei 41 Punkten, 13.7 Punkte über dem Vormonatswert. Die Erwartungen hinsichtlich des Zinsumfelds haben sich im September ebenfalls weiter erhöht. Inzwischen erwarten 42.6% der Umfrageteilnehmer (+6.7 Prozentpunkte) einen Anstieg der kurzfristigen Zinsen innerhalb der nächsten sechs Monate. Gleichzeitig stiegen die Inflationserwartungen leicht, der entsprechende Saldo ist mit 15.8 Punkten (im Vergleich zu 2.3 Punkten im Vormonat) wieder deutlich höher. Allerdings geht die überwiegende Mehrheit (68.4%) von einem sehr stabilen Preisumfeld aus mit Inflationsraten, die in etwa auf dem derzeitigen sehr niedrigen Niveau bleiben.

Der Credit Suisse ZEW Indikator der Konjunkturerwartungen hat sich nach einer kurzfristigen Verbesserung im Vormonat erneut verschlechtert. Im September fiel der Index um 14.2 Punkte auf -5.1 Punkte, den niedrigsten Wert seit April 2009. Damit erwarten nur mehr 15.4% der befragten Finanzmarktexperten (-9.6 Prozentpunkte) eine Verbesserung der Konjunkturlage in den kommenden sechs Monaten. Der Anteil der Experten, die von einer schwächeren wirtschaftlichen Tendenz ausgehen, erhöhte sich gleichzeitig leicht auf 20.5% (+4.6 Prozentpunkte). Eine unveränderte Konjunkturlage erwarten 64.1%.

Die Einschätzung der gegenwärtigen Konjunktursituation ist im Vergleich zum Vormonat erneut deutlich optimistischer ausgefallen und der entsprechende Saldo stieg um 13.7 Punkte auf 41.0 Punkte, den höchsten Wert seit Juli 2008. Zwar beurteilt nach wie vor eine Mehrheit von 59.0% die aktuelle Lage als "normal", aber keiner der Befragten bezeichnete die Situation als "schlecht".

Die Inflationserwartungen sind zwar per Saldo leicht gestiegen, blieben aber auch im September auf tiefem Niveau. Der Anteil der Umfrageteilnehmer, der über die kommenden sechs Monate von einer rückläufigen Inflation ausgeht, ist um 8.0 Pro-zentpunkte auf 7.9% gefallen. Gleichzeitig erwarten im Sep-tember 23.7% (+5.5 Prozentpunkte), dass die Inflation über diesen Zeithorizont ansteigen wird, während die Mehrheit der Finanzmarktexperten eine unveränderte Inflationsrate auf dem derzeitigen tiefen Niveau für wahrscheinlich hält.

Die Erwartungen bezüglich der kurzfristigen Zinsen erhöhten sich im September erneut und der entsprechende Saldo stieg von 34.8 auf 46.2 Punkte. Der Anteil der Finanzmarktexperten, die in der kürzeren Frist von Zinserhöhungen ausgehen, stieg um 6.7 Prozentpunkte auf 46.2%. Dagegen erwarten 53.8% (-2 Prozentpunkte) ein unverändertes Zinsumfeld.

Momentan erwarten 75.7% der Befragten einen Anstieg des Swiss Market Index im kommenden Halbjahr. Dieser Anteil hat sich im Vergleich zum Vormonat um 15.2 Prozentpunkte erhöht. Der Saldo zum Schweizer Aktienmarkt hat dadurch im September wieder zugelegt und liegt bei 67.6 Punkten. Nur 8.1% (-8.2 Prozentpunkte) der Teilnehmer erwarten einen Kursrückgang und die verbleibenden 16.2% gehen von einem unveränderten Indexstand aus.

Der Anteil der Finanzmarktexperten, die eine Abwertung des Frankens gegenüber dem Pfund erwarten, erhöhte sich im September um 15.9 Prozentpunkte auf 34.3%. Gleichzeitig erwarten die Teilnehmer den Franken gegenüber EUR und USD tendenziell schwächer. Beim Wechselkurs zum JPY erwartet eine Mehrheit der Experten (68.6%) keine Veränderung.

Ablauf der Umfrage und Methodologie

Eine analoge monatliche Untersuchung für Deutschland führt das ZEW seit 1991 durch. Ziel der Schweizer Umfrage ist, Indikatoren sowohl für das allgemeine Konjunkturklima der Schweiz als auch für den schweizerischen Dienstleistungssektor zu entwickeln.

Im Einzelnen werden die Finanzexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse haben. Zusätzlich werden die Finanzexperten um eine Einschätzung der Ertragslage der Unternehmen in folgenden schweizerischen Dienstleistungsbranchen gebeten: Banken, Versicherungen, Konsum/Handel, Telekommunikation und gesamthaft.

Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und der negativen Anteile. Die Werte in Klammern zeigen die Veränderungen jedes Indikators gegenüber dem Vormonat.

Quelle: Pressemeldung Credit Suisse

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