Konjunkturumfrage der Credit Suisse in Zusammenarbeit mit ZEW

21.01.2010 | Zürich
Die Konjunkturerwartungen sind gemäss dem Finanzmarkttest der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Januar etwas angestiegen. Der gemeinsame Indikator der Credit Suisse und des ZEW erhöhte sich um 2.2 Punkte und erreichte 56.2 Punkte. Erneut verbesserte sich auch die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage weiter.

Der entsprechende Index stieg um 15.8 Punkte auf -27.1 Punkte. Die grosse Mehrheit der befragten Finanzmarktexperten (75.0%) erwartet in den kommenden Monaten weiterhin ein unverändertes Niveau der kurzfristigen Zinsen. Ebenso erhöhten sich auch die Inflationserwartungen im Januar, und der zugehörige Saldo stieg auf 46.8 Punkte (+14.2 Punkte). Bezüglich des Schweizer Aktienmarktes verbesserte sich die Stimmung unter den Finanzmarktexperten weiter und 70.8% (+9.6 Prozentpunkte) erwarten eine stärkere Tendenz des Swiss Market Index in den kommenden sechs Monaten.

Gemäss der jüngsten Umfrage des Finanzmarkttests Schweiz haben sich die Konjunkturerwartungen im Januar wieder etwas verbessert. Der Credit Suisse-ZEW-Indikator der Erwartungen stieg um 2.2 Punkte auf 56.2 Punkte. In den jüngst zurückliegenden Monaten zeichnete sich damit eine Seitwärtstendenz auf hohem Niveau ab. Nach wie vor bleibt eine deutliche Mehrheit von 64.4% gegenüber der konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten grundsätzlich positiv eingestellt.

Einen deutlicheren Anstieg verzeichnete im Januar die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage. Der Anteil der Finanzmarktexperten welche die Situation als «schlecht» bewerten, reduzierte sich um weitere 9.6 Prozentpunkte auf 33.3%. Der Saldo des Index für die aktuelle Wirtschaftssituation verbesserte sich im Vergleich zum Vormonat um 15.8 Punkte und erreichte ein Niveau von -27.1 Punkten.

Bei den kurzfristigen Zinsen erwartet nach wie vor der Grossteil der Finanzmarktexperten (75.0%) ein gleichbleibendes Niveau. Der Anteil der Experten, die innerhalb der nächsten sechs Monate einen Zinsanstieg erwartet, verringerte sich um marginale 1.1 Prozentpunkte auf 22.9%. Der zugehörige Saldo sank um 1.2 Punkte auf 20.8 Punkte. Eine Mehrheit von 82.2% (-7.2 Prozentpunkte) erwartet keine Veränderung der Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Euroraum. Der entsprechende Saldo erhöhte sich um 4.2 Punkte und auf das Niveau von genau null Punkten.

Bezüglich des Schweizer Aktienmarktes verbesserte sich die Stimmung unter den Finanzmarktexperten weiter, und 70.8% (+9.6 Prozentpunkte) erwarten eine stärkere Tendenz des Swiss Market Index in den kommenden sechs Monaten. Indessen erwartet ein Anteil von lediglich 10.4% eine negative Aktienmarktentwicklung. Der zugehörige Saldo steigerte sich um 17.6 Punkte und notiert im Januar bei 60.4 Punkten.

Nachdem der Franken gegenüber dem Euro in den letzten Wochen eine Tendenz der Aufwertung erfuhr, vergrösserte sich im Januar der Anteil der Finanzmarktexperten, die von einer Fortsetzung dieses Trends ausgehen. 33.3% (+9.3%) prognostizieren auf den Zeithorizont von sechs Monaten einen tieferen EUR/CHF-Kurs. Dagegen rechnen 20.8% (+6.8%) der Umfrageteilnehmer mit einer Abwertung des Frankens gegenüber dem Euro.

Der Anteil der Finanzmarktexperten, die im kommenden Halbjahr von einem Anstieg des Ölpreises ausgehen, sank im Januar weiter, von 47.9% auf 39.6%. Der entsprechende Saldo verringerte sich um 8.3 Punkte auf 25.0 Punkte. Hinsichtlich der Entwicklung des Goldpreises erwarteten nur noch 29.8% (-8.5 Prozentpunkte) einen Anstieg. Der Saldo fiel im Januar in den negativen Bereich und erreichte nach 10.6 Punkten im Vormonat noch -2.1 Punkte.

Die Erwartungen hinsichtlich Gewinnsituation und Umsatzrendite haben sich im Januar weiter erhöht. Auch hat sich der Anteil der Experten, die auf Sicht von sechs Monaten eine geringere Arbeitslosenquote erwarten, auf 10.6% (+8.6 Prozentpunkte) erhöht.

Ablauf der Umfrage und Methodologie

Eine analoge monatliche Untersuchung für Deutschland führt das ZEW seit 1991 durch. Ziel der Schweizer Umfrage ist, Indikatoren sowohl für das allgemeine Konjunkturklima der Schweiz als auch für den schweizerischen Dienstleistungssektor zu entwickeln.

Im Einzelnen werden die Finanzexperten nach ihren mittelfristigen Erwartungen befragt, die sie für wichtige internationale Finanzmärkte hinsichtlich der Entwicklung der Konjunktur, der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse haben. Zusätzlich werden die Finanzexperten um eine Einschätzung der Ertragslage der Unternehmen in folgenden schweizerischen Dienstleistungsbranchen gebeten: Banken, Versicherungen, Konsum/Handel, Telekommunikation und gesamthaft.

Die Salden ergeben sich aus der Differenz der positiven und der negativen Anteile. Die Werte in Klammern zeigen die Veränderungen jedes Indikators gegenüber dem Vormonat.

Quelle: Pressemeldung Credit Suisse

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