Intensiver Austausch von Wissen und Erfahrung

12.05.2009 | Neuss
Nach dem Erfolg des ersten europäischen Biotechnologie-Tages im März 2008 zählte der zweite, deutschsprachige Fachkongress Anfang Mai dieses Jahres im Neusser Technologiezentrum von 3M erneut mehr als 80 Teilnehmer.

Eingeladen hatte die Wissenschaftler und Vertreter der (bio)-pharmazeutischen Industrie aus Deutschland und Österreich 3M Cuno Products, der auf innovative Filtrations-, Separations- und Aufreinigungslösungen spezialisierte Geschäftsbereich des Multi-Technologieunternehmens 3M. Anhand wissenschaftlicher, praxisnaher und technologieneutraler Vorträge wurden Innovationen und Herausforderungen bei Filtrations- und anderen Trennverfahren in Down- und Upstream-Prozessen bzw. bei Virenrückhaltungen und hochmodernen Partikelzählverfahren präsentiert und anschließend diskutiert.

Christiane Grün, als Country Business Leader Health Care Mitglied der Geschäftsleitung von 3M, begrüßte die Kongress-Teilnehmer und informierte über die Innovationskultur des Unternehmens. "Vor mehr als 100 Jahren hat 3M die Innovation quasi als Keimzelle gepflanzt. Seitdem wird sie von den Mitarbeitern des Unternehmens gelebt", betonte sie. Heute treibe 3M Innovationen vor allem im Sinne von "open innovation" gemeinsam mit seinen Kunden voran.

Martin Graw von der Rentschler Biotechnologie GmbH informierte als erster Fachreferent über eine Filtrationsoptimierung mit Hochzelldichtesystemen, die sein Unternehmen im Auftrag eines Kunden entwickelt hat. Dr. Albert Stühler vom Paul-Ehrlich-Institut erläuterte die Anforderungen an die Virussicherheit von biotechnologisch hergestelltem, klinischem Prüfmaterial. Die Vorteile der Nutzung eines "Single Use Bioreactor", in dem Beutel genutzt werden und der deshalb weder der Reinigung noch der Sterilisation bedarf, stellte Frank Wolpers von der Fisher Scientific GmbH vor. Dr. Stefan Hepbildikler von der Roche Diagnostics GmbH referierte über die Aufreinigung von therapeutisch wertvollen Proteinen in Säugerzellkulturen. Bei der Tiefenfiltration setzt er Materialien von 3M Cuno Products ein. Gleiches tut Sascha Günster von der Boehringer-Ingelheim Pharma GmbH & Co KG bei der Zellernte.

Für die Bitop AG präsentierte Dr. Thomas Schwarz die Technologieplattform des Unternehmens zur Synthese von Extremolyten. Dies ist ein natürlicher Wirkstoff, der aus Mikroorganismen gewonnen und zum Beispiel in Kosmetika eingesetzt wird. Harald Schillinger, Mitarbeiter in der Anwendungstechnik der 3M Österreich GmbH, informierte über die Möglichkeiten, mithilfe von "Spider" genannten Verteilern bis zu acht unterschiedliche Filtrationsmaterialien zeitgleich zu testen. Die Vor- und Nachteile der Perfusionstechnologie thematisierte Günther Kreismayr von der Polymun Scientific Immunbiologische Forschung GmbH.

Die Aggregat- und Partikelformation hoch konzentrierter molekularer Antikörperlösungen in der Tangentialfluss-Filtration betrachtete Eva Rosenberg von der Ludwig-Maximilian-Universität München. Eine Chromatographie-Plattform zur Aufreinigung monoklonaler Antikörper stellte Rolf Frey von der Bio-Rad Laboratories GmbH vor. Dr. Bernd Tartsch von der Malvern Instruments GmbH betrachtete abschließend die Charakterisierung von Biopolymeren und Proteinen mit dynamischer Lichtstreuung und Größenausschluss-Chromatographie (SEC).

In den Pausen zwischen den Vorträgen hatten die Teilnehmer Gelegenheit zur Diskussion untereinander. Weitere Informationen boten eine Führung durch das Produktuniversum in der Hauptverwaltung von 3M in Neuss sowie eine begleitende Ausstellung, in der sich neben 3M Cuno Products fünf weitere Unternehmen der Branche und eine Fachzeitschrift präsentierten.

"Es gibt nicht viele Veranstaltungen wie diese, wo Firmen sich treffen und sich intensiv austauschen können", zog Sascha Günster von Boehringer Ingelheim, zugleich Referent und Teilnehmer, für sich ein positives Resümee. Messen seien dazu weniger geeignet, Kongresse meist zu groß. Foren wie das von 3M Cuno Products gebotene seien wichtig, da die Filtration von Zellkulturflüssigkeiten weiterhin einen wichtiger und nicht zu vernachlässigbarer Bestandteil der (bio)-pharmazeutischen Industrie sei. Zwei Teilnehmer boten sich am Ende des Tages spontan an, sich selbst als Referenten in einen dritten Biotechnologie-Tag von 3M Cuno Products einzubringen.

Über 3M Cuno Products

Der Geschäftsbereich 3M Cuno Products gehört zur 3M Deutschland GmbH mit Sitz in Neuss. Durch den intensiven Austausch von Know-how in der Luftfiltration - bisher die Kompetenz von 3M - und in der Flüssigkeitsfiltration, in der 3M Cuno Products führend ist, lassen sich jetzt Synergien optimal entwickeln und in innovative Anwendungen umsetzen.

Die Kombination von Filtrationsmaterialien und Filterkonstruktionen macht dabei die führende Position dieses Geschäftsbereichs von 3M in der Tiefenfiltration biopharmazeutischer Anwendungen aus. Ein Beispiel dafür sind die robusten BioASSURE Sterilfilterkerzen- und Capsulen. Sie bestehen aus zwei asymmetrischen Polyethersulfonmembranen (PES) und werden unter Verwendung der speziellen, patentierten Plissiertechnik (Advanced Pleat Technology - APT) hergestellt. Zeta Plus Maximizer EXT 2 Tiefenfilter sind erfolgreich bei der wirtschaftlichen Klärung oder Aufreinigung von biotechnologischen Produkten im Einsatz und schützen die Filtermembrane im Downstream-Prozess. Sie stehen jetzt für den Pilot- und Prozessmaßstab auch als Einwegprodukte zur Verfügung.

Um den Anforderungen der Filtration kleiner Volumina, z. B. im Labor oder bei der Entwicklung des Prozessmaßstabes gerecht zu werden, hat 3M Cuno Products die Zeta Plus BioCap Tiefenfilter Einwegcapsulen entwickelt. Eine integrierte, mehrschichtige, ungeladene Nylonmembrane, hergestellt nach dem patentierten FlexN-Verfahren, besitzen die SterASSURE Filterkerzen und Capsulen. Als Vorfilter eignen sich hier die LifeASSURE PB Filterkerzen, ebenfalls mit Nylonmembrane. Microflour II Filterkerzen und Capsulen sind für die Sterilfiltration von Luft und anderen Gasen konzipiert. Abgerundet wird das Programm durch ein neues Sortiment an Filterkerzen- und Modulgehäusen in leicht zu reinigender und hygienischer Pharmaqualität.

Quelle: Pressemeldung 3M Deutschland GmbH

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