IKB: Geänderte Abschlüsse für das Geschäftsjahr 2006/07 festgestellt

18.02.2008 | Düsseldorf
Aufgrund der Erkenntnisse aus der Subprimekrise und gestützt auf eine Sonderuntersuchung durch PricewaterhouseCoopers (PwC) hatte der neu bestellte Vorstand beschlossen, den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2006/07 sowie den Jahresabschluss der IKB AG zu ändern. Bereits am 16.

Oktober 2007 hatte die Bank angekündigt, dass sich das Operative Ergebnis im Konzern für das Geschäftsjahr 2006/07 durch diese Änderung um bis zu 180 Mio. € verringern könnte.

Wesentliche Bestandteile der Änderung betreffen die Konsolidierung von Rhineland Funding sowie Teile einer Emissionsgesellschaft, deren Wertpapiere zur Anlage der IKB-Eigenmittel dienen. Die rückwirkende Konsolidierung von Rhineland Funding war extrem komplex und zeitaufwändig, weil sie 28 Gesellschaften mit eigenen Jahres- und Zwischenabschlüssen umfasst. Mit dem heutigen Tag legt die IKB die geänderten Abschlüsse vor. Damit sind die Voraussetzungen für die Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung zum Geschäftsjahr 2006/07 gegeben.

Geänderte Zahlen für das Geschäftsjahr 2006/07

Die rückwirkende Änderung der Bilanzierung für das IKB-Geschäftsjahr 2006/07 (1. April 2006 bis 31. März 2007) führt zu einem Operativen Ergebnis im Konzernabschluss von 115 Mio. €; dies sind 148 Mio. € weniger als ursprünglich für das Geschäftsjahr 2006/07 ausgewiesen (263 Mio. €). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Bewertung von Derivaten, die im Rahmen der Konsolidierung einer Emissionsgesellschaft und von Rhineland Funding (insbesondere Havenrock) erstmals einbezogen wurden.

Die Vorjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2005/06 wurden entsprechend angepasst. Im Zuge dieser Anpassung verringerte sich das Operative Ergebnis des Geschäftsjahres 2005/06 von 233 Mio. € auf 171 Mio. €.

Der Zinsüberschuss im geänderten Konzernabschluss 2006/07 beträgt 678 Mio. €. Die positive Differenz von 32 Mio. € zum ursprünglich für das Geschäftsjahr 2006/07 ausgewiesenen Zinsüberschuss von 646 Mio. € erklärt sich im Wesentlichen aus den Zinsüberschüssen von Rhineland Funding.

Die Risikovorsorge von 259 Mio. € bleibt von der Änderung unberührt, sodass der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge sich durch die Änderung um denselben Betrag wie der Zinsüberschuss, 32 Mio. €, auf 419 Mio. € erhöht.

Der Provisionsüberschuss beträgt im geänderten Konzernabschluss 2006/07 nunmehr 52 Mio. €. Die negative Differenz von 56 Mio. € zum ursprünglich für das Geschäftsjahr 2006/07 ausgewiesenen Provisionsüberschuss (108 Mio. €) besteht aus den Provisionserträgen, die die IKB von Rhineland Funding vereinnahmt hat. Diese Erträge entfallen durch die Konsolidierung von Rhineland Funding, statt dessen werden - wie oben erläutert - die Zinsüberschüsse von Rhineland Funding im Konzern ausgewiesen.

Das Fair-Value-Ergebnis liegt bei -41 Mio. €. Die negative Differenz von -121 Mio. € zum ursprünglich für das Geschäftsjahr 2006/07 ausgewiesenen Fair-Value-Ergebnis (80 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus Marktwertänderungen von Wertpapieren und Derivaten, die aufgrund der oben erläuterten Konsolidierung von Rhineland Funding sowie Teilen einer Emissionsgesellschaft einbezogen werden.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen (7 Mio. €) blieb durch die Änderung des Abschlusses unberührt, die Verwaltungsaufwendungen sanken um 1 Mio. € auf 316 Mio. €.

Die Kosten-Ertrags-Relation verschlechterte sich auf 45,8 % (37,8 % vor Änderung). Für die Eigenkapitalrendite vor Steuern resultierte ein Wert von 9,4 % (20,6 %).

Die IKB weist keine geänderten Quartalszahlen für die Geschäftsjahre 2005/06 und 2006/07 aus.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung zeigt in den Marktgeschäftsfeldern Firmenkunden, Immobilienkunden und Strukturierte Finanzierung, die auch zukünftig das Kerngeschäftsmodell der IKB ausmachen, keine Veränderungen durch die neu aufgestellten Abschlüsse.

Das Segment Verbriefungen, in dem die Portfolioinvestments sowie die Verbriefungen von Risiken aus eigenen Aktiva abgebildet wurden, zeigte mit 34 Mio. € ein um 74 Mio. € deutlich niedrigeres Operatives Ergebnis im Vergleich zum ursprünglich für das Geschäftsjahr 2006/07 ausgewiesenen Wert (108 Mio. €). Hauptgrund für den Rückgang war das negative Fair-Value-Ergebnis von -49 Mio. € (ursprünglicher Wert für 2006/07: 10,1 Mio. €).

Der verbleibende Differenzbetrag aus der Änderung des Konzernabschlusses in Höhe von 74 Mio. € entfällt auf die Zentrale, da hier die geänderten Erträge aus der Eigenkapitalanlage ausgewiesen sind.

Bilanz

Die Bilanzsumme zum 31. März 2007 erhöht sich - insbesondere durch die Konsolidierung von Rhineland Funding - um 11,5 Mrd. € auf 63,5 Mrd. €; die Bilanzsumme zum 31. März 2006 erhöhte sich durch die Änderung um 9,1 Mrd. € auf 53,3 Mrd. €.

Hauptversammlung und Dividende

Zur Hauptversammlung wird nun für den 27. März 2008 eingeladen. Im geänderten HGB-Abschluss der IKB AG zum 31. März 2007 wird kein Bilanzgewinn ausgewiesen, sodass es nicht zur Ausschüttung einer Dividende kommt. Ursprünglich war eine Dividende von 0,85 € je Aktie vorgesehen.

Ausübung der Wandelanleihe durch die KfW

Die am 7. Januar 2008 begebene und von der KfW gezeichnete Wandelanleihe ist zwischenzeitlich gewandelt worden. Am 28. Februar 2008 wird die KfW die Aktien der IKB geliefert bekommen. Damit erhöht sich die Zahl der IKB-Aktien um 8.794.661 Stück auf 96.794.661 Stück und das Grundkapital der IKB von 225,3 Mio. € auf 247,8 Mio. €. Der Anteil der KfW an der IKB wird dann bei 43,4 % liegen.

Ausblick

Die bisherige Prognose eines Verlustes von bis zu 700 Mio. € im IKB-Konzern wird aufgrund von zwei wesentlichen Effekten korrigiert: Die am 13. Februar 2008 gemeldeten zusätzlichen Marktwertverluste i.H.v. ca. 950 Mio. € aus der Neubewertung der Portfolioinvestments sind zu einem weit überwiegenden Teil nach IFRS aufwandswirksam. Weiterhin hat sich ein positiver Bewertungseffekt von rund 770 Mio. € auf Basis der aktuellen Marktsituation ergeben, der allerdings nur zum Teil nachhaltig ist. Hintergrund ist, dass die IKB für einen erheblichen Teil ihrer Verbindlichkeiten für die Fair-Value-Bewertung unter IFRS optiert hat. Da diese Verbindlichkeiten der IKB durch die Krise stark an Marktwert verloren haben, sind sie in der Bilanz mit dem niedrigeren Marktwert auszuweisen. Dieser Bewertungsgewinn ist in dem IFRS-Konzernabschluss GuV-wirksam. Soweit er nicht auf künftige Zinsausfälle und endgültige Kapitalausfälle von hybriden Verbindlichkeiten entfällt, wird er sich bis zur Rückzahlung der Verbindlichkeiten zum Nominalwert wieder auflösen und zu einem entsprechenden Aufwand führen. Erhöhen sich die Marktwerte der Verbindlichkeiten durch eine Verbesserung des Kapitalmarktstandings der IKB, kann dieser Aufwand auch schon deutlich früher anfallen.

Insgesamt erwartet der Vorstand einen IFRS-Verlust für das Geschäftsjahr 2007/08 von ca. 550 Mio. €. Die aktuelle Ergebnisschätzung ist noch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, da die Prüfung des Halbjahresberichts zum 30. September 2007 noch nicht abgeschlossen ist. Höhere Verluste können auch aus einem Verkauf von Teilen der Portfolioinvestments resultieren.

Im Einzelabschluss der IKB AG erwartet der Vorstand einen Bilanzverlust in der Größenordnung von 750 Mio. €. Dieser Verlust spiegelt die erhöhten Verluste aus der Neubewertung der Portfolioinvestments wider, die teilweise von der Verlusttragung der Genussrechte und der stillen Einlagen kompensiert werden.

Quelle: Pressemeldung IKB Deutsche Industriebank AG

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