IKB: 6-Monatszahlen 2008/09 zum 30. September 2008 - Änderungen im Aufsichtsrat

22.12.2008 | Düsseldorf
Das Konzernergebnis der IKB Deutsche Industriebank belief sich in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 (1. April bis 30. September 2008) auf 250 Mio. € (6 Monate 2007/08: -965 Mio. €).

Die Operativen Ergebnisse in den zwei Kernsegmenten Firmenkunden und Strukturierte Finanzierung sind im 1. Halbjahr 2008/09 positiv und summieren sich auf 33 Mio. € (-27 Mio. €). Im Einzelnen erzielte das Segment Firmenkunden ein Operatives Ergebnis von 29 Mio. € (-17 Mio. €) und die Strukturierte Finanzierung 5 Mio. € (-10 Mio. €).

Das Konzernergebnis ist weiterhin stark durch die Krise der Bank und die Turbulenzen an den Finanzmärkten beeinflusst. Wie angekündigt hat die Bewertung der Passivseite im 2. Quartal 2008/09 (1. Juli bis 30. September 2008) zu einem hohen Bewertungsgewinn in Höhe von 1,1 Mrd. € geführt, wodurch die entsprechenden Bewertungsverluste im 1. Quartal 2008/09 (-0,4 Mrd. €) überkompensiert wurden. Die Portfolioinvestments haben die Gewinn- und Verlustrechnung per Saldo mit -79 Mio. € belastet. Marktwertverluste auf langfristige Anlagen und Derivate gehen mit insgesamt -248 Mio. € in das Fair-Value- und das Finanzanlage-Ergebnis ein.

Die Gewinn- und Verlustrechnung der IKB im 1. Halbjahr 2008/09 stellt sich folgendermaßen dar:

1.4.2008 -

30.9.2008

(in Mio. €) 1.4.2007 -

30.9.2007

(in Mio. €) Veränderung in

(%)

Zinsüberschuss 202,5 200,0 1,3

Risikovorsorge im Kreditgeschäft 106,7 166,1 -35,8

Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 95,8 33,9 >100,0

Provisionüberschuss 24,3 34,4 -29,4

Fair-Value-Ergebnis 178,0 -1.959,4

Ergebnis aus Finanzanlagen -233,7 -1.044,1 77,6

Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -8,1 0,7

Verwaltungsaufwendungen 175,2 183,1 -4,3

Personalaufwendungen 84,9 92,0 -7,7

Andere Verwaltungsaufwendungen 90,3 91,1 -0,9

Sonstiges betriebliches Ergebnis 405,8 -9,7

Ergebnis aus Risikoübernahme - 2.238,1

Operatives Ergebnis 286,9 -889,2

Steuern 36,6 75,9 >100,0

Konzernüberschuss / -fehlbetrag 250,3 -965,1

Der Zinsüberschuss ist mit 203 Mio. € im 1. Halbjahr gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 1,3 % leicht gestiegen (200 Mio. €).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft weist mit 107 Mio. € einen deutlich rückläufigen Wert (166 Mio. €) auf. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der Vorjahresvergleichswert durch die besonders lange Wertaufhellungsperiode bis zum Aufstellungsdatum 24. April 2008 relativ hoch ausgefallen war.

Insgesamt hat sich der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge im Berichtszeitraum auf 96 Mio. € (34 Mio. €) erhöht.

Der Provisionsüberschuss liegt mit 24 Mio. € um 29 % niedriger als im Vorjahreszeitraum (34 Mio. €). Die Reduzierung um 10 Mio. € ist im Wesentlichen auf die Segmente Firmenkunden, Strukturierte Finanzierung und Portfolio Investments zurückzuführen.

Die Verwaltungsaufwendungen sind um 4,3 % auf 175 Mio. € zurückgegangen. Während die Personalaufwendungen im Wesentlichen aufgrund der sinkenden Mitarbeiterzahl um 7,7 % auf 85 Mio. € sanken, blieben die Anderen Verwaltungsaufwendungen in etwa auf Vorjahresniveau mit 90 Mio. €. Letzteres ist vor allem auf die immer noch anfallenden hohen externen Kosten zur Bewältigung der Krise sowie auf deutlich angestiegene Prämien für die Einlagensicherung für das laufende Jahr und Vorjahre zurückzuführen. Der Bestand an Mitarbeitern (Vollzeitkräfte) lag am 30. September 2008 bei 1.758 (1.840).

Nach Berücksichtigung des Steueraufwands von 37 Mio. € ergibt sich ein Konzernergebnis von 250 Mio. € (-965 Mio. €). Für das Ergebnis pro Aktie resultiert im 1. Halbjahr 2008/09 ein Wert von 2,58 € (-10,98 €).

Bilanz per 30. September 2008

Die Bilanzsumme lag am 30. September 2008 mit 45,6 Mrd. € um 4,7 Mrd. € bzw. 9,3% unter der am 31. März 2008. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau der Finanzanlagen (inkl. Portfolioinvestments) und der Sonstigen Aktiva sowie auf der Passivseite aus dem Abschmelzen des Bestandes der Verbrieften Verbindlichkeiten. Darüber hinaus werden die Handelsaktiva und Handelspassiva aufgrund von Bewertungsveränderungen niedriger ausgewiesen.Per 30. September 2008 liegt im IKB Konzern die Kernkapitalquote bei 5,4 %; infolge der Kapitalerhöhung Ende Oktober 2008 stieg dieser Wert auf 9,6 %.

Ausblick

Solange die aktuelle Finanzmarktkrise nicht überwunden ist, Banken sich nicht wieder zu angemessenen Kosten und ausreichenden Beträgen auch unbesichert refinanzieren können und der Verkauf von Bilanzaktiva wie den Immobilienkrediten extrem schwierig bleibt, muss die IKB das Neugeschäft in den einzelnen Segmenten weiter stark einschränken. Der gebilligte Garantierahmen des SoFFin über 5 Mrd. € und die darunter möglichen Emissionen am Kapitalmarkt stellen zwar die Liquidität der IKB sicher, erlauben aber keine Erhöhung der Neugeschäftsvolumina vom derzeitigen niedrigen Niveau.

Die Auflagen der EU-Kommission zwingen zu einer grundlegenden Überarbeitung der Geschäftsaktivitäten der IKB. Das Immobiliengeschäft ist einzustellen. Die Konzernbilanzsumme muss bis zum 30. September 2011 auf 33,5 Mrd. € verringert werden. Die IKB wird deshalb ihre starke Positionierung als eine führende deutsche Spezialbank für mittelständische Unternehmen und institutionelle Investoren und das hohe Vertrauen, das sie bei den Kunden besitzt, verstärkt dafür nutzen, nicht bilanzwirksame Dienstleistungen anzubieten und damit die Rentabilität der IKB zu sichern.

Der vollständige 6-Monatsbericht 2008/09 der IKB wird ab dem 15. Januar 2009 auf der Website der IKB verfügbar sein.

Änderungen im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat wird gemäß des Hauptversammlungsbeschlusses vom 28. August 2008 auf 15 Mitglieder verkleinert. Frau Rita Röbel sowie die Herren Dieter Ammer, Dr. Jens Baganz, Werner Möller, Roland Oetker, Randolf Rodenstock und Jochen Schametat haben ihre Mandate niedergelegt. Durch Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf wurde Herr Dr. Karsten von Köller per 16. Dezember 2008 zum Mitglied des Aufsichtsrats der IKB AG bestellt.

Einigung mit ehemaligen Vorstandmitgliedern

Die Tantiemeansprüche zwischen der IKB und den ehemaligen Vorstandsmitgliedern Dr. Volker Doberanzke und Dr. Markus Guthoff wurden im Dezember 2008 erledigt. Herr Dr. Doberanzke und Herr Dr. Guthoff haben die von der Bank zurückgeforderten Tantiemen (583 Tsd. € bzw. 600 Tsd. €) freiwillig und ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht in Höhe von 494 Tsd. € bzw. 499 Tsd. € im Oktober und Dezember 2008 zurückgezahlt. Die Rückzahlungen erfolgten einvernehmlich. Die Differenzen zu den Bruttobeträgen stellen die Höhe der steuerlichen Nachteile dar, da die Rückzahlungen der bereits im Jahre 2007 ausgezahlten Tantiemen im Jahr 2008 erfolgten. Darüber hinaus berücksichtigt der Differenzbetrag bei Herrn Dr. Doberanzke auch, dass er im Geschäftsjahr 2006/07 nur 10 Monate als Vorstand der Bank tätig war.

Quelle: Pressemeldung IKB Deutsche Industriebank AG

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