IHK: Ukraine bietet Chancen nach der Krise
"Wir hätten keinen geeigneteren Termin aussuchen können, um den Wirtschaftsmarkt Ukraine zu beleuchten", sagte der Honorarkonsul der Ukraine und Präsident der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft e.V., Dr. Hansjürgen Doss. Nach den Präsidentschaftswahlen versprechen sich Experten, dass jetzt wieder eine Kontinuität in und von der Ukraine zu erwarten ist, die auch die Wirtschaftsbeziehungen zu Europa nachhaltig beeinflussen wird. Nach Aussage von Doss rechnen Fachleute mit einer spürbaren Belebung. Etwa im Bereich der Energietechnik, in dem die Ukraine einen besonders großen Nachholbedarf hat: "Das Land wird und muss in die Modernisierung unzähliger Gebäude investieren, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Daher gilt die Ukraine in den kommenden Jahren als Zukunftsmarkt für energie-effiziente Technologien, wovon auch rheinland-pfälzische Unternehmer dieser Branche profitieren könnten."
IHK-Geschäftsführer Günter Jertz blickte zurück auf "ein schwieriges Jahr im Außenhandel mit der Ukraine". So sind etwa die Exporte aus Deutschland 2009 um die Hälfte eingebrochen, die Importe sackten um ein Drittel ab. Betroffen waren vor allem der Maschinenbau, Fahrzeugbau sowie Elektronik und Elektrotechnik. Trotzdem gibt es Hoffnungszeichen und konkrete Anlässe, die es für deutsche Mittelständler ratsam erscheinen lassen, ein Ukraine-Engagement in Betracht zu ziehen. Jertz schilderte die aktuelle Entwicklung: "Die galoppierende Inflation konnte gestoppt werden, von der 2012 stattfindenden Fußball-Europameisterschaft verspricht man sich eine generelle Belebung der Wirtschaft und eine überfällige Modernisierung der Infrastruktur."
Diese Sicht der Dinge vertrat auch Karin Rau von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine in Kiew: "Über die Ukraine hat man in den letzten Jahren ihrer Unabhängigkeit in der deutschen Presse fast ausschließlich Negatives gelesen. Trotzdem haben deutsche Unternehmen sehr zahlreich den Gang in die Ukraine angetreten - nicht nur große, sondern auch kleine und mittelständische - und dies haben sie in der übergroßen Mehrzahl nicht bereut." Zwar hat die weltweite Krise der Ukraine tatsächlich erheblichen Schaden zugefügt. Im Abklingen der Krisenerscheinungen verstärkt sich jetzt aber wieder das Interesse an der Ukraine. Hinzu kommt, dass das Land im ersten Quartal - mit einer Zuwachsrate des realen BIP von 4,8 Prozent gegenüber dem Anfangsquartal Diese Sicht der Dinge vertrat auch Karin Rau von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine in Kiew: "Über die Ukraine hat man in den letzten Jahren ihrer Unabhängigkeit in der deutschen Presse fast ausschließlich Negatives gelesen. Trotzdem haben deutsche Unternehmen sehr zahlreich den Gang in die Ukraine angetreten - nicht nur große, sondern auch kleine und mittelständische - und dies haben sie in der übergroßen Mehrzahl nicht bereut." Zwar hat die weltweite Krise der Ukraine tatsächlich erheblichen Schaden zugefügt. Im Abklingen der Krisenerscheinungen verstärkt sich jetzt aber wieder das Interesse an der Ukraine. Hinzu kommt, dass das Land im ersten Quartal - mit einer Zuwachsrate des realen BIP von 4,8 Prozent gegenüber dem Anfangsquartal 2009 - ein Wachstum verzeichnet hat. Die pausenlosen innenpolitischen Unsicherheiten sind überwunden, und die neuen politischen Machtstrukturen sind in der Lage, jegliche Programme durchzubringen. Es steht zu hoffen, dass damit es sich genau um die notwendigen Programme handeln wird. Rau appellierte an die Besucher des IHK-Wirtschaftstages: "Wer nach der Krise etwas ernsthaft packen will, muss es jetzt vorbereiten. Sonst kommt er zu spät."
Rechtsanwalt Felix Rackwitz sagte zu den juristischen Rahmenbedingungen: "Die Ukraine befindet sich aus juristischer Sicht auch nach fast 20 Jahren Unabhängigkeit noch immer in der Transformationsphase. Das neue Recht ist noch relativ jung, so datieren das Zivil- und Wirtschaftsgesetzbuch auf 2004 und ein neues Gesetz über Aktiengesellschaften ist erst seit 2009 in Kraft." Insgesamt ist allerdings weniger das geschriebene Recht das Problem. Rackwitz: "Das Problem ist vielmehr die das Recht anwendende juristische Infrastruktur, d.h. Verwaltung und Gerichte." Daher gilt es den Unterschied zwischen "Law in the Books and Law in Action" zu beachten wird. Mit dieser Situation kann umgegangen werden, aber es bedarf sehr guter Vorbereitung und einer intensiveren Auseinandersetzung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, um ein Projekt zum Erfolg zu bringen.
Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen
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