Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2009/10
Darüber hinaus ist die Risikovorsorge wie erwartet angestiegen. Bei der Bewertung von Besserungsabreden und einem Teil der Genussscheine und Stillen Einlagen sind signifikante Gewinne entstanden, die im Sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen werden.
Der Zinsüberschuss ist um 88 Mio. € auf 102 Mio. € gesunken. Bei dem durch Volumensrückgänge geprägten Geschäft nahm das Treasury-Ergebnis um 70 Mio. € ab, und der Zinsüberschuss im Segment Portfolio Investments sank um 23 Mio. €.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft hat sich aufgrund der anhaltend schlechten konjunkturellen Lage wie erwartet gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 103 Mio. € auf 210 Mio. € deutlich erhöht. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge sank dementsprechend um 192 Mio. € auf einen negativen Wert von 108 Mio. €.
Der Provisionsüberschuss lag bei -13 Mio. €. Der Rückgang um 37 Mio. € gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum resultierte überwiegend aus gestiegenen Kosten der Liquiditätsbeschaffung. Im Vorjahresvergleichszeitraum war noch kein Provisionsaufwand für Garantien des SoFFin enthalten.
Das Fair-Value-Ergebnis von -279 Mio. € (+163 Mio. €) enthält gegenläufige Effekte. Auf der Aktivseite sind hohe Bewertungsgewinne bei Portfolioinvestments und langfristigen Anlagen und Derivaten von insgesamt 359 Mio. € entstanden. Diese wurden jedoch von Verlusten i.H.v. 629 Mio. € überkompensiert, die sich aufgrund der verbesserten Bonitätswahrnehmung der IKB (gemessen an den Kapitalmarktprämien) aus einer Höherbewertung von Passiva ergaben. Damit kehren sich die in der Vergangenheit entstandenen hohen Fair-Value-Gewinne aus der Passivbewertung nunmehr wie erwartet um.
Das Sonstige betriebliche Ergebnis beläuft sich auf 140 Mio. € (423 Mio. €). Der aktuelle Wert erklärt sich insbesondere aus der Bewertung von Besserungsabreden und einem Teil der Genussscheine und Stillen Einlagen.
Die Verwaltungsaufwendungen wurden durch Kostensenkungsmaßnahmen um 34 Mio. € auf 146 Mio. € reduziert. Der Rückgang betraf mit 26 Mio. € die Sonstigen Verwaltungsaufwendungen, bei denen insbesondere der Aufwand für die Beratung durch Dritte gesenkt wurde. Die Personalaufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 8 Mio. € auf 81 Mio. €. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ging im Geschäftshalbjahr um 79 auf 1.670 zurück.
Insgesamt ergibt sich ein Operatives Ergebnis (vor Steuern) von -394 Mio. € (+272 Mio. €). Nach einem Steueraufwand von 5 Mio. € beträgt der Konzernfehlbetrag -398 Mio. € (Konzernüberschuss im ersten Halbjahr 2008/09: 240 Mio. €).
Das Ergebnis pro Aktie betrug unter Berücksichtigung der von 97 Mio. auf 609 Mio. gestiegenen durchschnittlichen Anzahl der ausgegebenen Stückaktien im ersten Halbjahr 2009/10 -0,65 € (2,48 €).
Die Bilanzsumme lag am 30. September 2009 bei 42,0 Mrd. € und ist im ersten Geschäftshalbjahr um 2,7 Mrd. € zurückgegangen. Dieser Rückgang basiert im Wesentlichen auf dem Abbau der Forderungen an Kunden, vor allem aufgrund der EU-Auflagen, sowie dem Abbau der Finanzanlagen und der Handelsaktiva. Auf der Passivseite verminderte sich vor allem der Bestand der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der Handelspassiva.
Die Kernkapitalquote der IKB-Gruppe lag am 30. September 2009 bei 10,4 %. Die Gesamtkennziffer betrug 14,7 %.
Ausblick
In einem nach wie vor von hoher Unsicherheit und Volatilität geprägten Marktumfeld sowie in einer tiefen Rezession ist die IKB weiterhin erheblichen Risiken in Form von Adressenausfall-, Marktpreis- und Liquiditäts- und Rechtsrisiken ausgesetzt. Die Finanz- und Wirtschaftskrise wird die Geschäftsentwicklung der IKB weiter belasten und zu einer großen Ergebnisvolatilität führen. Dies gilt neben dem Kerngeschäft auch für die zum Fair Value bewerteten Positionen.
Weiterhin ist es für die IKB erforderlich, die Auflagen von SoFFin, EU-Kommission und Einlagensicherungsfonds des privaten Bankgewerbes einzuhalten. Die Genehmigung der EU-Kommission für den erweiterten SoFFin-Garantierahmen steht - nach Prüfung des modifizierten Restrukturierungsplans - noch aus.
Zur Einhaltung einer Kernkapitalquote von mindestens 8 % wird die IKB weiterhin insbesondere Risikopositionen abbauen.
Der Vorstand geht davon aus, dass die Auflagen fristgerecht umgesetzt und gleichzeitig die wirtschaftlichen Vorgaben eingehalten werden. Im Hinblick auf die Erfüllung der EU-Auflagen gibt es erhebliche Fortschritte.
Die IKB wird nach Abschluss der Restrukturierung voraussichtlich eine deutlich andere Ertragsstruktur und ein insgesamt niedrigeres Ertragsniveau haben als in den Geschäftsjahren vor 2007/08, da die Bilanzsumme erheblich kleiner sein wird. An die Stelle der Erträge aus dem Segment Portfolio Investments werden die Provisionen aus dem Beratungsgeschäft mit dem Mittelstand treten. Die Ergebnisse der Geschäftsjahre 2009/10 und 2010/11 werden voraussichtlich erheblich durch die Folgewirkungen der Finanzkrise, die Ausfälle im Unternehmenssektor sowie die Kosten zur Erfüllung der EU-Auflagen belastet sein.
Ergebnisbelastend wirken insbesondere die Einschränkung des zinstragenden Neugeschäfts sowie die Kosten des Abbaus der Bilanzsumme. Hinzu kommen die erhöhte Risikovorsorge und die stark gestiegenen Refinanzierungskosten. Die Senkung der Sachkosten um 30 % auf Jahresbasis und der Abbau von voraussichtlich 370 Arbeitsplätzen werden im Konzern die Kosten deutlich reduzieren.
Für das mittelfristige Ziel des Erreichens einer angemessenen Rendite aus dem operativen Geschäft ist es dann erforderlich, dass aus dem geplanten Aufbau der Beratungsdienstleistungen zusätzliche Provisionserträge erzielt werden und das Kreditgeschäft auf einer deutlich verringerten Verwaltungs- und Risikokostenbasis und zu auskömmlichen Margen allmählich gesteigert wird.
Quelle: Pressemeldung IKB Deutsche Industriebank AG
Dieser Beitrag wurde bisher 72 mal gelesen.
(Rang 1337 auf optionen-insider.de)
Weitere News
ENERTRAG zeigt auf Hannover Messe Befeuerungstechnik und Software für Windstrom-Direktvermarktung
17.04.2012 | ENERTRAG stellt auf der Hannover Messe in Halle 13, Stand C40 Neuentwicklungen in den Bereichen der...
weiter in ENERTRAG zeigt auf Hannover Messe ...BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie-Aktivitäten für Elektromobilität voran
23.11.2011 | Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt Kathoden-Materialien, Elektrolyte und Aktivitäten für...
weiter in BASF treibt mit neuer globaler ...BVMW nicht Veranstalter des Unternehmerkongresses "Iranian Business Women Power" in Berlin
07.11.2011 | Zu anderslautenden Pressemeldungen stellt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) klar:
weiter in BVMW nicht Veranstalter des ...Abschlussbericht: Neue Techniken für kreative Ideen. viscom erneut auf Rekordniveau
15.10.2011 | Starke Markenzeichen an der Fassade, digital bedruckte Wände im Inneren, unterstützt von Lichteffekten, dazu...
weiter in Abschlussbericht: Neue Techniken ...Hercules schliesst mit großem Erfolg den aktuellen Messe-Herbst ab
04.10.2011 | eine starke Zunahme bei bestellungen und umsatz verspricht ein erfolgreiches modell-Jahr 2012
weiter in Hercules schliesst mit großem ...Aktuelles
EvoBus Werk Mannheim bis Jahresende gut ausgelastet
EvoBus baut das Kompetenzcenter Rohbau im Werk Mannheim...
weiter ...Ohoven: Mittelstand begrüßt steuerliche Entlastung als vernünftigen Kompromiss
Als psychologisch wichtiges Signal zur Sicherung des...
weiter ...Neuigkeiten
ENERTRAG zeigt auf Hannover Messe Befeuerungstechnik und Software für Windstrom- Direktvermarktung
ENERTRAG stellt auf der Hannover Messe in Halle 13, Stand...
weiter ...BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie- Aktivitäten für Elektromobilität voran
Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt...
weiter ...Weitere Themen
LUXCARA hat Finanzierung für 91 MWp Solarpark im brandenburgischen Briest abgeschlossen
Das Hamburger Investmenthaus LUXCARA hat für den Luxemburger...
weiter ...Generali Deutschland Immobilien beauftragt Facility Management Unternehmen
Die Generali Deutschland Immobilien GmbH hat gemeinsam mit...
weiter ...Archiv
Neue Energie für Bayern - WSB Unternehmensgruppe eröffnet Büro in Oberfranken
Die WSB Unternehmensgruppe weitet ihr Engagement für die...
weiter ...Verschiedenes
Heiko Genzlinger steigt bei Yahoo! weiter auf, Frank Herold steigt als Director Sales ein
"Nahtlos an Erfolge in 2011 anknüpfen und weiter wachsen"
weiter ...
