Eurohypo legt vorläufige Zahlen für 2009 vor
Die zur Commerzbank-Gruppe gehörende Eurohypo AG hat heute erste, noch nicht testierte Zahlen ihres Jahresabschlusses 2009 vorgelegt. Die Ergebnisentwicklung der Bank war auch im vergangenen Jahr von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise geprägt: Sie erzielte insgesamt ein negatives Ergebnis vor Steuern in Höhe von 515 Mio. Euro (2008: -1,4 Mrd. Euro). Die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zu denen auch schwache Immobilienmärkte gehörten, verhinderten ein besseres Ergebnis. Vor allem bei der Risikovorsorge waren die Auswirkungen des krisengeprägten Marktumfeldes deutlich spürbar: Sie nahm 2009 um 316 Mio. Euro auf 1.174 Mio. Euro zu (858 Mio. Euro in 2008). Darüber hinaus belasteten Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte von 70 Mio. Euro und Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 73 Mio. Euro das Ergebnis. Der im Segment CBG Core zusammengefasste deutsche Teil des Kerngeschäfts hat ein Ergebnis vor Steuern von 185 Mio. Euro und damit einen Return on Equity vor Steuern von 15,4% erzielt.
Die Restrukturierungsaufwendungen standen in Zusammenhang mit der aktuell laufenden Neuaufstellung der Eurohypo, die aus den Turbulenzen der Finanzmarktkrise die Konsequenzen gezogen hat und ihr Geschäftsmodell neu ausrichtet. Im Zuge dieses Prozesses fokussiert sich die Bank künftig auf zehn Kernmärkte; sie ist Dienstleister für professionelle Immobilieninvestoren und -entwickler mit einem dauerhaften Finanzierungsbedarf ab 15 Mio. Euro.
"Die anhaltend schwierige Situation an den Finanzmärkten sehen wir als Chance, unsere Marktposition zu festigen und weiter zu stärken. Für uns ist es entscheidend, unseren Kunden ein verlässlicher, schnell und kompetent handelnder Partner zu sein", sagte Eurohypo-Vorstandssprecher Dr. Frank Pörschke zum Umbau seiner Bank. "Die Eurohypo setzt derzeit alle Kraft darauf, mittelfristig wieder eine angemessene und vor allem nachhaltige Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften".
Die Eurohypo hat 2009 Neu- und Prolongationsgeschäfte in Höhe von 9,6 Mrd. Euro abgeschlossen. Das Neugeschäft war in der zweiten Jahreshälfte wieder angesprungen und summierte sich im Gesamtjahr auf 3 Mrd. Euro. Damit hat sich die Bank in schwierigem Marktumfeld behauptet, das von einem deutlich geringeren Transaktionsvolumen als in den Jahren zuvor geprägt war. Mit fast 7 Mrd. Euro erzielte sie darüber hinaus ein gutes Prolongationsergebnis. Prolongationen sind für die Eurohypo ein wichtiges Element einer engen Kunde-Bank-Beziehung: Sowohl der Kunde als auch die Transaktion sind ihr bereits bekannt, so dass sie das Geschäft besser einschätzen kann.
Weiter vorangekommen ist die Eurohypo 2009 mit ihren Public Finance/Treasury-Aktivitäten. Der Schwerpunkt lag unverändert auf dem ertragschonenden Abbau des Public-Finance-Bestands, der auf 129 Mrd. Euro zurückging (154 Mrd. Euro). Gestützt auf ein stabiles Margenergebnis und positive Beiträge aus dem Schließen von Kreditderivate-Positionen schloss der Bereich mit einem positiven operativen Ergebnis von 107 Mio. Euro ( 982 Mio. Euro).
Zur relativen Verbesserung des Ergebnisses trug 2009 vor allem der Zinsüberschuss bei: Trotz eines um rund 4 Mrd. Euro auf 76 Mrd. Euro verringerten Geschäftsvolumens in der gewerblichen Immobilienfinanzierung und des Portfolioabbaus in der Staatsfinanzierung verzeichnete der originäre Zinsüberschuss auch dank höherer Margen einen Anstieg um 12% auf 1.288 Mio. Euro (1.149 Mio. Euro)
Bei den Verwaltungsaufwendungen zeigte der strikte Kostensenkungskurs der Bank Wirkung: Sie gingen um rund 6% auf 434 Mio. Euro (460 Mio. Euro) zurück. Hierzu trug vor allem der Personalabbau im Auslandsgeschäft bei: In den Restrukturierungsmärkten wurden bereits 2009 zehn von insgesamt zwanzig betroffenen Standorten geschlossen. Auch im Bereich Public Finance verringerten sich die Kosten nach der erfolgreichen Integration der Hypothekenbank in Essen AG.
Ausblick
Mit dem Umbau ihres Geschäftsmodells ist die Eurohypo bereits im vergangenen Jahr gut und teilweise schneller als geplant vorangekommen. Diese Arbeiten werden 2010 fortgesetzt: So wird im 1. Quartal 2010 die Besetzung der Führungsebenen erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus wurde eine einheitliche Betreuung und Steuerung für nicht-strategische Portfolios etabliert; die geplante Zentralisierung der Bestandsbearbeitung in Deutschland, die zu einer deutlichen Steigerung der Effizienz führt, wird in den kommenden Monaten umgesetzt werden.
Für das laufende Geschäftsjahr ist die Eurohypo weiterhin zurückhaltend: Der gesamtwirtschaftliche Ausblick für 2010 deutet noch nicht auf einen nachhaltigen Aufschwung hin. Für die Weltwirtschaft wird zwar wieder ein Wachstum erwartet, allerdings bleiben in den USA und vielen europäischen Volkswirtschaften erhebliche Belastungen bestehen. Die gestiegenen Staatsdefizite, die Konsolidierung der Unternehmensbilanzen sowie der Sparzwang für die in einigen Ländern hoch verschuldeten privaten Haushalte werden das Wachstum auf mittlere Sicht spürbar dämpfen. Ebenso haben die Banken die Folgen der Marktverwerfungen noch nicht abschließend überstanden und sehen sich mit hohen Kreditausfällen konfrontiert. Die zurückliegende schwere Rezession und das weiterhin mit Risiken behaftete Umfeld werden noch länger auf die Immobilienmärkte nachwirken. Damit geht die Eurohypo auch für 2010 wieder von einem substanziellen Risikovorsorgebedarf aus.
Neben der strategischen Neuausrichtung ihres Kerngeschäfts konzentriert sich die Eurohypo weiter auf die geplante Reduzierung ihrer Portfolios sowohl im Commercial Real Estate - vor allem in den nicht-strategischen Portfolioteilen - als auch im Public Finance. Für Commercial Real Estate liegt das mittelfristige Zielvolumen des Portfolios bei rund 60 Mrd. Euro; für Public Finance ist ein Volumen von weniger als 100 Mrd. Euro angestrebt.
Die Kapitalausstattung der Bank ist mit 8,6% per 31.12.2009 sehr solide. Zu den Refinanzierungsmärkten hat die Eurohypo insbesondere über den hervorragend positionierten Pfandbrief einen sehr guten Zugang. Vor diesem Hintergrund geht die Bank davon aus, dass sie das Neugeschäft gegenüber dem Niveau von 2009 deutlich steigern wird.
"Das Geschäftsumfeld ist weiterhin von Unsicherheiten auf gesamtwirtschaftlicher Ebene und in unseren Zielmärkten geprägt. Daher spielt die Risikovorsorge eine entscheidende Rolle bei der Ergebnisentwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Angesichts der strategischen Neuausrichtung unseres Kerngeschäfts und unserer risikoadäquaten Geschäftsphilosophie sind wir dennoch zuversichtlich, im Jahr 2011 zur Profitabilität zurückzukehren", sagte Pörschke bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen.
Der Geschäftsbericht 2009 der Eurohypo erscheint Ende März 2010.
Quelle: Pressemeldung Eurohypo Aktiengesellschaft
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