Erlöse bleiben in schwierigem Marktumfeld nur knapp hinter Allzeithoch zurück
Von mehreren außergewöhnlichen Effekten belastet wurde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das auf 56,6 Mio. Euro (113,9 Mio. Euro) zurückging. Der Überschuss in den fortzuführenden Geschäftsbereichen sank entsprechend von 77,5 Mio. Euro auf 31,1 Mio. Euro. Die liquiden Mittel stiegen deutlich auf 210,1 Mio. Euro (155,8 Mio. Euro).
Diese Finanzkraft macht es möglich, einen großen Teil des Gewinns an die Aktionäre auszuschütten. Dazu schlägt der Vorstand eine Dividende von 28 Cent je Aktie (50 Cent) vor. Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung steigt die Ausschüttungsquote auf knapp 100 Prozent des Überschusses der fortzuführenden Geschäftsbereiche. "Vor dem Hintergrund der extrem schwierigen Rahmenbedingungen hat sich MLP im Jahr 2008 gut geschlagen", sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Schroeder-Wildberg.
Deutliche Zurückhaltung bei vielen Kunden
Genauso wie das dritte war auch das traditionell starke vierte Quartal über weite Strecken von der Finanzkrise geprägt. Aufgrund der Unsicherheiten an den internationalen Kapitalmärkten war sowohl im Vermögensmanagement als auch in der Altersvorsorge eine Zurückhaltung bei den Kunden spürbar. Zudem waren die laufenden Vergütungen des von Feri verwalteten Vermögens wegen der Kursabschläge in nahezu allen Anlageklassen rückläufig. Vor diesem Hintergrund gingen die Erlöse im Vermögensmanagement im vierten Quartal auf 21,3 Mio. Euro (23,7 Mio. Euro) und in der Altervorsorge auf 123,8 Mio. Euro (156,0 Mio. Euro) zurück.
Im Dezember hat das Neugeschäft im Vermögensmanagement wieder deutlich an Dynamik gewonnen. In diesem Monat verzeichnete MLP - entgegen dem Markttrend - mit rund 280 Mio. Euro den höchsten Mittelzufluss bei Privatkunden in der Unternehmensgeschichte. Da die Anlagekonzepte hauptsächlich über eine laufende Gebühr vergütet werden, ergeben sich daraus weniger kurzfristige, aber hohe künftige Erlöse. "Wir haben unsere Kunden sehr erfolgreich auf die Einführung der Abgeltungssteuer vorbereitet und konnten dabei vom gezielten Ausbau unseres Vermögensmanagements in den vergangenen Jahren profitieren", sagt Uwe Schroeder-Wildberg. "Zudem haben wir die Finanzkrise genutzt, um durch zahlreiche Beratungsgespräche die Kundenbindung weiter zu erhöhen."
Das EBIT wurde von mehreren einmaligen Effekten belastet. So hat MLP für die Umstellung auf das neue Versicherungsvertragsgesetz rund 6 Mio. Euro aufgewendet und auf ein vermietetes Bürogebäude 2,5 Mio. Euro abgeschrieben. Weitere 3,8 Mio. Euro flossen in eine Steuerrückstellung. Im Vergleich zum Vorjahr entfiel ein Veräußerungsgewinn von 4 Mio. Euro für den Verkauf des Fondsdatenbankgeschäfts des Tochterunternehmens Feri.
Belastet wird das Ergebnis zudem durch einen Verlust von rund 3,4 Mio. Euro beim Beratungsunternehmen TPC, das MLP im Februar 2008 zur Ergänzung des Geschäftsbereichs betriebliche Altersversorgung erworben hatte. Aufgrund der unsicheren konjunkturellen Lage haben hier Firmenkunden größere Projekte verschoben.
Neugeschäft: Assets under Management trotz Finanzkrise stabil
Im Neugeschäft gingen die vermittelten Jahresbeiträge in der privaten Krankenversicherung trotz der Neuregelungen der Gesundheitsreform nur leicht von 50,0 Mio. Euro auf 49,0 Mio. Euro zurück. Das Finanzierungsvolumen lag bei 919 Mio. Euro (1,2 Mrd. Euro). In der Altersvorsorge ging die vermittelte Beitragssumme aufgrund der Zurückhaltung vieler Kunden bei langfristigen Verträgen leicht von 6,8 Mrd. Euro auf 6,6 Mrd. Euro zurück. Erfreulich entwickelte sich dabei der noch junge Geschäftsbereich betriebliche Altersversorgung, der mit acht Prozent einen erneut gestiegenen Anteil zum Neugeschäft beisteuerte. Nach einem erfolgreichen Jahresendgeschäft liegt das betreute Vermögen mit 11,4 Mrd. Euro trotz der deutlichen Verluste an den Kapitalmärkten auf dem Niveau des Vorjahres (31.12.2007: 11,4 Mrd. Euro) und leicht über dem Wert von Ende September (30.9.2008: 11,3 Mrd. Euro). Weiter gestiegen ist die Cross-Selling-Rate: Mit 7,3 Verträgen pro Kunde (Vorjahr 6,9) betreut MLP seine Kunden so umfassend und ganzheitlich wie kein anderer Anbieter im Markt.
Benchmark beim Ertrag pro Berater
Insgesamt hat MLP im Jahr 2008 42.000 Neukunden gewonnen. Die Zahl der Berater ist im Vergleich zum Vorquartal mit 2.428 (Q3: 2.432) nahezu konstant. Der Erlös pro Berater stellt mit 214.000 Euro (215.000 Euro) weiterhin eine Benchmark dar. In sämtlichen Werten ist die zur Disposition gestellte Auslandseinheit in Österreich nicht mehr enthalten.
Erfolgreiche Umstellung auf das Versicherungsvertragsgesetz
Das Geschäftsjahr 2008 war maßgeblich von der Umstellung auf das neue Versicherungsvertragsgesetz geprägt, das für sämtliche Anbieter zu tiefen Einschnitten in Strukturen und Prozessen geführt hat. Nach umfangreichen Schulungen, IT-Anpassungen und der Implementierung der erweiterten Kostentransparenz in der Alters- und Gesundheitsvorsorge hat MLP die Umstellungen erfolgreich abgeschlossen und unterstreicht damit erneut die Vorreiterrolle in der Branche.
Kostensenkungen von insgesamt 34 Mio. Euro
Aufgrund der Finanzkrise und der weltweiten Rezession bleiben die Rahmenbedingungen weiterhin sehr herausfordernd. "Eine konkrete Prognose zur Entwicklung der Erlöse ist derzeit praktisch unmöglich. Mit der gebotenen Vorsicht sind wir aber verhalten optimistisch für 2009 und wollen uns besser entwickeln als der Markt", sagt Andreas Dittmar, Direktor Finanzen. Gleichzeitig senkt MLP konsequent die Kosten, unter anderem durch Einsparungen bei administrativen Aufwendungen. Dadurch sinkt die Kostenbasis im Geschäftsjahr 2009 um zwölf Millionen Euro; für das Geschäftsjahr 2010 sind dann zusätzliche Einsparungen von zehn Millionen Euro geplant. In 2009 entfallen zudem Einmalausgaben von zwölf Millionen Euro.
Quelle: Pressemeldung MLP AG
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