EU-Kommission genehmigt IKB-Beihilfen unter strengen Auflagen

21.10.2008 | Düsseldorf
Die EU-Kommission hat heute bekanntgegeben, dass die staatlichen Hilfsmaßnahmen, die die IKB seit Beginn der Krise im Juli 2007 erhalten hat, unter Auflagen genehmigt worden sind. Die Auflagen beinhalten eine deutliche Reduktion der Geschäftsaktivitäten der IKB, die Aufgabe des Geschäftsfeldes Immobilienfinanzierung und die Schließung von einigen ausländischen Standorten.

Die Bilanzsumme soll bis September 2011 auf 33,5 Mrd. € (von aktuell 47,7 Mrd. € per 30. Juni 2008 bzw. 63,5 Mrd. € per 31. März 2007, vor Beginn der IKB-Krise) reduziert werden

Erläuterungen zur Ad-hoc Meldung nach § 15 WphG:

Fokussierte Strategie

Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der IKB, dazu: "Die Genehmigung der Rettungsmaßnahmen für die IKB ermöglicht den Fortbestand der Bank. Unsere Kunden und auch wir erhalten damit Rechtssicherheit. Die auferlegten Kompensationen sind einschneidend, sie bedeuten aber für die zukünftige Strategie der Bank, dass die IKB im Kern erhalten bleibt, als Mittelstandsbank in Deutschland und Europa."

Die EU-Auflagen schreiben eine Reduktion der IKB-Bilanzsumme auf 33,5 Mrd. € vor und sind bis September 2011 umzusetzen. Sie umfassen im Detail folgende Elemente:

Schließung oder Abwicklung bzw. Verkauf von

Immobilienfinanzierung (60% bis 2011) In- und Ausland, betroffene Gesellschaften: IMG, IKB Projektentwicklungs GmbH & Co KG, IKB Projektentwicklungsverwaltungs GmbH, Vol. März 2008: 4,9 Mrd. €

IKB-Anteil (50%) an Movesta, geplant ist ein Verkauf

IKB Capital Corporation, New York; Vol. März 2008: 0,8 Mrd. €

IKB International SA., Luxemburg, Vol. März 2008: 7,5 Mrd. €, das Derivategeschäft und der Kreditbestand werden nach Düsseldorf verlagert

Portfolio Investments von derzeit noch nominal 3 Mrd. € (Abwicklung nach Restlaufzeit in der Special Purpose Company)

In den von den Auflagen direkt betroffenen Einheiten sind derzeit knapp 300 Mitarbeiter beschäftigt. Darüber hinaus können aufgrund der Umstrukturierung auch Arbeitsplätze in anderen Konzernteilen betroffen sein. Zunächst ergeben sich durch die Restrukturierungsprojekte neue Aufgaben, für die viele Mitarbeiter dringend benötigt werden. Soweit es zu Personalabbau kommt, soll dieser entsprechend den gesetzlichen Rahmenbedingungen sozialverträglich gestaltet werden.

Closing des Verkaufs der IKB-Anteile der KfW an Lone Star steht bevor

Nach Durchführung der Kapitalerhöhung wird die endgültige Übernahme von 90,8% der IKB-Anteile durch Lone Star erfolgen.

Der Vertrag über den Verkauf der IKB-Aktien der KfW an die LSF6 Europe Financial Holdings L.P., eine Gesellschaft des US-amerikanischen Finanzinvestors Lone Star, wurde am 21. August 2008 unterzeichnet. Mitveräußert wurden demnach auch die von der KfW gezeichneten neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung sowie die Besserungsansprüche aus den Forderungsverzichten der KfW. Die Zustimmung des Verwaltungsrats der KfW erfolgte am 18. September 2008.

Der Vorstand der IKB begrüßt den erfolgreichen Abschluss des Verkaufsprozesses. Für die IKB, ihre Mitarbeiter und Kunden ist damit eine lange Phase der Unsicherheit beendet. Die Bank bleibt in ihrer Eigenständigkeit erhalten und auch der Name "IKB" bleibt bestehen.

Das Engagement von Lone Star wertet der Vorstand der IKB als klares Bekenntnis zum Geschäftsmodell der IKB, das durch das Einbringen von weiterem Eigenkapital noch unterstrichen wird.

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Quelle: Pressemeldung IKB Deutsche Industriebank AG

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