Die Marktmeinung aus Stuttgart
Wirklich unter Druck geraten würde der Konsum allerdings erst, wenn das Wirtschaftswachstum definitiv nachlassen würde. Dies ist im Augenblick jedoch nicht zu erkennen. Sofern die Anleger risikoscheu bleiben, ist trotz starker Tagesschwankungen eher von einer Seitwärtsbewegung auszugehen. Unterstützt wird dies auch durch die fortbestehende Unsicherheit der Länder Portugal und Griechenland, die nun abermals durch die Ratingagenturen abgestuft wurden. Der DAX liegt zurzeit knapp oberhalb seiner wichtigen psychologischen 7.000-Punkte-Marke, wobei die Unterstützungslinie von 6.500 Punkten weiter Bestand hat. Der Euro Stoxx 50 konnte zwar eine Erholung aufzeigen, müsste aber über 2.650 Punkte kommen, um wieder in seinen Aufwärtstrend zu geraten. Die Unterstützungslinie liegt bei 2.450 Punkten. Der Dow-Jones-Index konnte allerdings wieder unbekümmert in Richtung seiner alten Höchstkurse gelangen. Die erste Unterstützungslinie liegt bei 12.000, ein Überschreiten der Linie von 12.320 Punkten würde den Weg nach oben freigeben.
Die Investoren in Asien haben die Atomkatastrophe in Japan in den Hintergrund gedrängt und sich dem Motto "Business as usual" zugewandt. Starke Kursgewinne konnte insbesondere die Branche der Technikwerte verzeichnen. Es hat den Anschein, dass viele Anleger darauf bauen, dass die asiatischen Länder außerhalb Japans von der Produktionsschwäche des Inselreiches profitieren wollen. Davon partizipieren konnte im ersten Ansatz auch der DAX, der nun erstmals seit dem Beben wieder über 7.000 Punkte gelangte. Ob sich der Index wirklich oberhalb dieser Marke halten kann, ist mehr als fraglich. Zwar steht auf der einen Seite nach wie vor eine hohe Liquiditätsnachfrage an, auf der anderen Seite bleiben die bekannten Themen aber weiter aktuell. Durch den neuen Bankenstresstest werden zukünftig auch wieder diese Institute in den Vordergrund rücken, die nicht genügend Mittel für frisches Kapital aufbringen können. Erste Sorgenfalten haben sich bereits bei den italienischen Banken gebildet. Auch die weiter ansteigenden Zinsen - die zehnjährigen Bundesanleihen liegen nun schon bei knapp 3,50 Prozent - werden den Aktienmarkt mittelfristig negativ beeinflussen.
Augenblicklich überwiegt aber klar die freie Liquidität, die der Anleger alternativlos an den Aktienmärkten unterbringen möchte. Aufgrund der unverändert unsicheren Makrolage bleiben wir aber bei unseren defensiven Branchen Pharma, Gesundheitswesen und Telekommunikation sowie bei den Einzelwerten bei Merck, Synthes und SES.
Quelle: Pressemeldung Bankhaus Ellwanger & Geiger KG
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