Deutsche liegen bei grünen Investments vorn
Eine im Auftrag von Delta Lloyd Asset Management von TNS NIPO erstellte Studie zeigt, dass 88 Prozent der Deutschen, 81 Prozent der Belgier und 71 Prozent der Niederländer an den Themen Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit interessiert sind. Dementsprechend machen sich 85 Prozent der Deutschen Sorgen um die Umwelt (Belgien 82 Prozent, Niederlande 78 Prozent). Gleichzeitig betrachten sich in allen drei Ländern die meisten der Befragten als umweltbewusste Menschen (D 92 Prozent, NL, 86 Prozent, B 93 Prozent).
Grüne Investments sind kein Thema
Trotz dieses hohen Interesses an den Themen Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit sind Investmentfonds, die in diesen Bereichen investieren, weitgehend unbekannt: 96 Prozent der Deutschen, 94 Prozent der Belgier und 88 Prozent der Niederländer haben keinerlei Bezug zu Fonds mit diesem Fokus. Nur 14 Prozent der Deutschen, die schon in Fonds investieren, haben derzeit oder früher schon einmal Erfahrung mit grünen Kapitalanlagen gemacht.
Deutsche haben die meiste Erfahrung mit grünen Anlagen, investieren aber weniger
In Deutschland haben acht Prozent der Befragten Erfahrungen mit grünen Investments während die Niederlande mit leichtem Abstand, sieben Prozent, und Belgien mit fünf Prozent folgen. Sieht man sich jedoch die Portfolios der Privatanleger in den einzelnen Ländern an, die zurzeit ökologische Kapitalanlagen beinhalten oder in der Vergangenheit diese Möglichkeit genutzt haben, stellt man fest, dass der Anteil grüner Investments in Deutschland mit durchschnittlich 11 Prozent des investierten Vermögens am niedrigsten ist. Die Belgier bringen es immerhin auf 13 Prozent und die Niederländer sogar auf durchschnittlich 27 Prozent. Der wichtigste Beweggrund für eine Investition in diesem Segment stellt die Sorge um die Umwelt dar (D 61 Prozent, NL 61 Prozent, B 72 Prozent), gefolgt von der Sichtweise als langfristige Investition (D 55 Prozent, NL Prozent 40 Prozent, B 41 Prozent) und der Chance auf eine gute Rendite (D 34 Prozent, NL 29 Prozent, B 16 Prozent). Interessant hierbei ist, dass in Deutschland die Anlageberater seltener den Anstoß für eine umweltbewusste Kapitalanlage geben, der Wert liegt hier mit 10 Prozent deutlich hinter denen von Belgien mit 23 Prozent und den Niederlanden mit 20 Prozent.
"Trotz des weltweiten, speziell in den westlichen Ländern zu beobachtenden Wertewandels hin zu mehr Umweltbewusstsein, muss man fest stellen, dass das Thema noch nicht in den Portfolios der Privatanleger angekommen ist - sei es aus Unwissenheit oder aus der Einschätzung heraus, dass das Risiko zu hoch und die Rendite zu niedrig ist", kommentiert Ad Schellen, Fondsmanager des Delta Lloyd L Water & Climate Fund. Christof W. Göldi, Vorstandsvorsitzender der Delta Lloyd Deutschland AG, ergänzt: "Die Anbieter von Fonds, die sich mit den Themen Klimawandel, Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigen, müssen ganz offensichtlich noch viel Aufklärungsarbeit zu ihren Produkten leisten, gerade auch um diejenigen zu erreichen, die derzeit noch gar nicht investiert sind. Wir messen diesem Zukunftsthema eine sehr hohe Bedeutung bei und wollen uns da noch stärker engagieren."
Hohe Quote von Personen, die generell nicht investieren
Der entscheidende Grund, warum viele der Befragten sich nicht mit grünen Investments beschäftigen, ist die Tatsache, dass sie generell nicht in Aktien oder Fonds investieren (D 37 Prozent, NL 60 Prozent, B 39 Prozent). Zwei weitere Gründe spielen zudem eine Rolle: Auf der einen Seite glauben sie, dass die Rendite nicht hoch genug sei (D 10 Prozent, NL 12 Prozent, B 15 Prozent) und auf der anderen Seite gehen sie davon aus, dass es sich nur um einen Medien-Hype handele (D 10 Prozent, NL 12 Prozent, B 15 Prozent). Zieht man in Betracht, dass ein Großteil der Befragten überhaupt nicht in Aktien oder Fonds investiert, könnte man annehmen, dass hier ein großes Potenzial an Erstanlegern schlummert, das auch Investitionen in Umweltkonzepte zugeneigt wäre. Hier zeigt die Umfrage allerdings, dass sich nur ein Bruchteil - nämlich 4 Prozent in Deutschland, 3 Prozent in den Niederlanden und 9 Prozent in Belgien - mit dem Gedanken trägt, Geld in diesem Bereich anzulegen. Selbst bei den Menschen, die bereits in Aktien oder Fonds investieren, planen nur 8 Prozent eine ökologische Kapitalanlage.
Steuerliche Aspekte haben wenig Einfluss auf das Investitionsverhalten
Steuerliche Aspekte haben für 92 Prozent der Deutschen und 94 Prozent der Niederländer keine Bedeutung für ihre Entscheidung. In Belgien wird diesem Aspekt eine höhere Relevanz beigemessen, 21 Prozent der Belgier halten dies für wichtig. In Bezug auf die Renditeerwartung (D 12 Prozent, NL 13 Prozent, B 11 Prozent) und auf das erwartete Risiko (D 8 Prozent, NL 5 Prozent, B 8 Prozent) sind die Unterschiede zwischen den drei Ländern bei der Gesamtheit der Befragten gering. Anders sehen dies die deutschen Anleger - 18 Prozent glauben, dass die Rendite niedriger sei und ebenso viele schätzen das Risiko höher ein. Die deutschen Nichtanleger schätzen das Risiko mit Werten von 7 Prozent und 8 Prozent weniger pessimistisch ein.
Investitionen in Klima-, Umweltschutz und Nachhaltigkeit können zu einer Verbesserung der Gegebenheiten beitragen. In Deutschland denken 46 Prozent, dass eine Veränderung von mehr als 10 Prozent durch derartige Investitionen erreicht werden kann, in Belgien sind es mit 48 Prozent noch etwas mehr, in den Niederlanden hingegen nur 29 Prozent. Auch in diesem Fall urteilen deutsche Nichtanleger (56 Prozent) positiver als deutsche Anleger (37 Prozent). Beim Anlagehorizont sehen 82 Prozent der Deutschen ökologische Investments als eine langfristige Geldanlage und liegen mit dieser Einschätzung in der Befragung an der Spitze. In Belgien sind es 71 Prozent und in den Niederlanden 50 Prozent. Hier sind auch die meisten Befragten der Meinung, dass es sich bei dem Thema grüne Investments lediglich um ein Modethema handelt, das auf dem derzeitigen starken Medieninteresse beruht.
Umweltbewusste Erziehung als Schlüssel zur Klimaverbesserung
Nach Ansicht aller Befragten in den drei Ländern ist der Schlüssel zur Lösung des Problems Klimawandel, die kommende Generation zu Umweltbewusstsein zu erziehen (D 31 Prozent, NL 28 Prozent, B 38 Prozent). Darauf folgen Verhaltensweisen wie seltener in den Urlaub zu reisen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, Solarenergie bzw. Erdwärme zu nutzen oder das Haus zu isolieren. In Belgien steht die Mülltrennung im Vordergrund (B 72 Prozent, D 57 Prozent, NL 54 Prozent), während das Abschalten von Elektrogeräten, im Gegensatz zu Deutschland (48 Prozent) und den Niederlanden (47 Prozent), nicht so verbreitet ist (B 36 Prozent). Die Deutschen verzichten eher mal auf ihr Auto (D 23 Prozent), als die Belgier (18 Prozent) und die Niederländer (17 Prozent), während sie bei der Isolierung ihres Hauses zurückhaltend sind (D 11 Prozent, NL 22 Prozent, B 18 Prozent). Auch die Nutzung von alternativen Energiequellen ist in Deutschland ausgeprägter als in den anderen beiden Ländern (D 7 Prozent, NL 2 Prozent, B 2 Prozent). Die Niederländer hingegen sind besonders selten bereit auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen (D 19 Prozent, NL 8 Prozent, B 17 Prozent).
Insgesamt zeigen sich zwei Drittel der Befragten durch die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Klimawandel beeinflusst (D 69 Prozent, NL 66 Prozent, 78 Prozent). Diese Debatte über das Klima und die entsprechenden Umweltschutzmaßnahmen haben die meisten Umfrageteilnehmer in den Medien und im Internet verfolgt.
Methodische Grundlage
Die Studie wurde im Zeitraum vom 11. bis zum 19. August 2008 durch TNS NIPO in den Niederlanden, Deutschland und Belgien auf Basis einer Online-Umfrage durchgeführt. Stichprobenweise wurden in jedem Land eine Reihe volljähriger Personen angesprochen. Um einen repräsentativen Eindruck von der Bevölkerung in den einzelnen Ländern zu erhalten, wurden die Ergebnisse für jedes Land nach den folgenden Parametern gewichtet: Zahl der Investoren, Alter und Geschlecht.
Quelle: Pressemeldung Delta Lloyd Deutschland AG
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