Deutsche Bahn AG weiterhin bedeutendster Arbeitgeber im Land

16.01.2007 | Hannover/Braunschweig
An der Spitze der 100 größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern stehen weiterhin drei überregional ansässige Unternehmen: die Deutsche Bahn AG, die Deutsche Post AG und die Deutsche Telekom AG. Ihnen folgen mit der Deutschen Seereederei GmbH, der Reederei Scandlines AG, der AIDA Cruises und der Aker Ostseewerften vier Unternehmen, die ihren Sitz in Mecklenburg-Vorpommern haben.

Dies zeigt die aktuelle Analyse der NORD/LB Norddeutsche Landesbank, die die in Mecklenburg-Vorpommern tätigen Unternehmen nach Beschäftigtenzahl und Umsatz untersucht.

Die 100 größten Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten ihre Beschäftigtenzahlen um rund 2,7 Prozent gesteigert. Insgesamt waren für sie zusammen rund 73.000 Mitarbeiter tätig, die damit 14,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Mecklenburg-Vorpommerns repräsentieren. 19 der erfassten Firmen weisen 1.000 oder mehr Arbeitnehmer aus.

Nach wie vor ist das verarbeitende Gewerbe mit einem Anteil von 27 Prozent der Beschäftigten in den 100 größten Unternehmen des Landes der wichtigste Sektor in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt hat es im Vergleich zu der letzten Erhebung nur geringe Veränderungen gegeben. Lediglich das Gesundheitswesen konnte seinen relativen Anteil aufgrund der erstmaligen Befragungsteilnahme der Unternehmensgruppen Asklepios und KMG leicht steigern. Innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes kommt dem Bereich Ernährung mit einem Anteil von knapp einem Drittel aller Beschäftigten dieses Sektors besondere Bedeutung zu.

Der hauptsächlich von großen Unternehmen geprägte Sektor Verkehr/Nachrichtenübermittlung stellt mit 20 Prozent der Beschäftigten in den abgebildeten Unternehmen einen weiteren Schwerpunkt Mecklenburg-Vorpommerns dar. Dieser Wirtschaftszweig ist in der Erhebung im Vergleich zu seinem Gewicht in der Gesamtwirtschaft überrepräsentiert.

Dagegen ist der Anteil des Handels in der vorliegenden Studie unterrepräsentiert. Die acht abgebildeten Unternehmen beschäftigen gut 7.100 Mitarbeiter, was einem Anteil von rund zehn Prozent aller Mitarbeiter der 100 größten Unternehmen entspricht, während landesweit über 13 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in dieser Branche tätig sind. Die Ursache dafür liegt in der Zurückhaltung einiger Einzelhandelsketten, sich an der Erhebung zu beteiligen.

OHG Netto weiterhin Umsatz-Spitzenreiter

Das Einzelhandelsunternehmen OHG Netto führt wie im letzten Jahr die Rangliste der 100 umsatzstärksten Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern an. Es folgen mit deutlichem Abstand die Rostocker Scandlines AG und die Aker Yards Germany, die ihren Umsatz nach dem starken Rückgang im Geschäftsjahr 2004 wieder um knapp 10 Prozent steigern konnte. Die Humana Milchunion Gruppe sowie der Verkehrsbetrieb AVA-Logistik GmbH belegen die Plätze vier und fünf.

Im Geschäftsjahr 2005 erwirtschafteten 65 Unternehmen ein Umsatzvolumen, das über der gewählten Mindestgröße von 50 Mio. Euro liegt. Dies stellt einen Zuwachs von 13 Nennungen dar. Höchster Neueinsteiger ist die Energiewerke Nord GmbH, die mit einem Umsatz von 225 Mio. Euro die 15. Position belegte.

Nach wie vor dominiert die maritime Wirtschaft die Erhebung der umsatzstarken Unternehmen: Vier der ersten zehn Firmen sind diesem Bereich zugehörig. Die anderen Branchen der Umsatz-Top Ten sind Einzelhandel, Ernährungswirtschaft, Logistik, Metallindustrie, Windenergieanlagen und Energieversorgung. Damit ist der Branchenmix bei den Umsätzen ausgewogener als bei den Beschäftigtenzahlen.

Die 65 aufgeführten Unternehmen erwirtschafteten zusammen einen Umsatz von 10,9 Mrd. Euro. Bei der aktuellen Erhebung erreichten 19 Firmen - vier mehr als im Vorjahr - ein Umsatzvolumen von über 200 Mio. Euro.

Großraum Rostock weiterhin zentraler Ansiedlungsraum

Im Vergleich zur letzten Darstellung sind bzgl. der regionalen Verteilung in der Liste der größten Firmenarbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns einige Veränderungen zum Vorjahr festzustellen. Einige Standorte, wie z.B. Demmin, Insel Riems und Lübsdorf erscheinen erstmals. Andere, wie im Fall von Dodow und Sassnitz, werden in der Karte wieder abgebildet, nachdem sie beim letzten Mal nicht notiert waren. Wieder andere hingegen, wie z.B. Gadebusch, Heiligendamm und Zarrentin verloren ihren Eintrag, da sich das relevante Unternehmen nicht mehr als eines der 100 größten Arbeitgeber qualifizierte.

Die räumliche Konzentration auf die Zentren Rostock, Neubrandenburg und Schwerin ist wie in den Vorjahren erkennbar. Rostock verfügt über 24, Neubrandenburg und Schwerin jeweils über elf Sitze von beschäftigungsstarken Unternehmen. Während Rostock und Neubrandenburg im Vergleich zur letzten Erhebung je einen Unternehmenssitz verloren, konnte Schwerin um zwei Notierungen zulegen. Im Fall von Rostock kommen noch fünf weitere Unternehmen hinzu, deren Sitze räumlich dicht an der Hansestadt liegen, die jedoch anderen Landkreisen zugehörig sind. Der Großraum Rostock repräsentiert insgesamt über 41.000 Beschäftigte und damit fast 60 Prozent der in den 100 größten Unternehmen erfassten Mitarbeiter. Weitere bedeutende Einzelstandorte sind Greifswald und Wismar mit jeweils sechs sowie Stralsund mit fünf Einträgen.

Bei einer Betrachtung der Regionen zeigt sich eine leichte Verschiebung zu Gunsten des östlichen Landesteils. Die vorherige Konzentration auf die westlichen Landkreise ist so nicht mehr festzustellen. Diese Aussage gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass unter Aussparung Rostocks ein nahezu paritätisches Verhältnis herrscht: 39 Unternehmen haben ihren Sitz in den östlichen und 40 in den westlichen Landkreisen. Dieses Gleichgewicht wird auch in der absoluten Mitarbeiterzahl erreicht.

Die NORD/LB Regionalwirtschaft

Die NORD/LB Regionalwirtschaft ist ein Expertenteam innerhalb der NORD/LB, das sich mit regionalökonomischen Analysen und Konzepten zur Standortentwicklung befasst. Die Kernkompetenz liegt in der Erbringung umfassender konzeptioneller Dienstleistungen, die neben der Analyse und Strategieentwicklung auch konkrete Projekte zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Regionen vorsehen. Das Profil der NORD/LB Regionalwirtschaft zeichnet sich durch die Bündelung von Kompetenzen im Bereich der harten Standortfaktoren (u.a. Gewerbepark-Konzepte, Hightech-Standortstrategien, Standort-Management) und weichen Standortfaktoren (u.a. Kulturtourismus, Garten-Marketing) aus.

Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

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