DWS-Pressekonferenz: Geringe Abflüsse aus Aktienfonds. Hohe Abflüsse aus Geldmarktfonds
Das Jahr 2008 zählt zu den drei schlechtesten Börsenjahren der Geschichte. Es war geprägt von der Finanzmarktkrise, die auch bei der DWS Spuren hinterlassen hat. So ist das verwaltete Fondsvermögen im Jahr 2008 nach einem Rekordhoch im Jahr 2007 um 20 Prozent zurückgegangen.
Lehman-Pleite, Steuerbeschlüsse und Merkel-Garantie im vierten Quartal
Das Geschäft der deutschen Fondsbranche und auch das der DWS wurde im Umfeld der Finanzkrise durch Ausnahmeereignisse zusätzlich belastet. Die Verschärfung der Krise, die ihren vorläufigen Höhepunkt mit der Insolvenz von Lehman Brothers erlebte, führte zu einem deutlichen Vertrauensverlust bei den Anlegern. Hohe Mittelabflüsse waren die Folge. Im Gesamtjahr 2008 flossen aus DWS-Fonds mehr als 25 Milliarden Euro ab. 19 Milliarden Euro allein im vierten Quartal. Ein Großteil der Abflüsse traf Geldmarktfonds: 14 Milliarden Euro. Gründe hierfür waren neben der Lehman-Pleite steuerliche Änderungen für kursgewinnorientierte Geldmarktfonds, eine Garantieerklärung der Bundesregierung für Einlagen und der hohe Refinanzierungsbedarf der Banken. Die Abflüsse aus Geldmarktfonds waren bei der DWS überproportional hoch, da der Fondsabsatz über Drittbanken bei der DWS deutlich höher ist als bei Wettbewerbern in Deutschland. Dagegen verzeichnetet die DWS trotz außergewöhnlich hoher Verluste an den internationalen Aktienmärkten nur drei Milliarden Euro Abflüsse aus Aktienfonds[1]. "Hier hat die Abgeltungssteuer zu einer Stabilität des Nettomittelaufkommens in Aktienfonds beigetragen", so Klaus Kaldemorgen, Sprecher der Geschäftsführung der DWS, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Ein Blick auf die Entwicklung des europäischen Fondsmarkts zeigt, dass aus Aktienfonds in anderen europäischen Ländern im Vergleich zu Deutschland massiv Geld abgeflossen ist.
DWS-Rentenfonds besser als Peer Group
Das Fondsmanagement hat im abgelaufenen Jahr Rentenpapiere mit höheren Renditen in einzelne Rentenfonds beigemischt, um von den deutlich angestiegenen Risikoprämien zu profitieren. Diese Strategie zeigte im abgelaufenen Jahr noch keine Wirkung. Die Funktionsstörungen auf den Anleihemärkten haben die Preise der meisten Rentenpapiere belastest wie nie zuvor. Die Risikoprämien bewegten sich auf einem höheren Niveau als in den 30er Jahren. Dies führte im abgelaufenen Jahr zu größeren Ausschlägen der Rentenfondspreise. Bei den Rentenfonds der DWS ist dies vor allem auf die Illiquidität des Anleihemarktes zurückzuführen, weniger auf die Qualität der zugrunde liegenden Anleihen. In den DWS-Rentenfonds ist es im gesamten Jahr 2008 zu keinen nennenswerten Ausfällen gekommen. Ratings von Morningstar belegen, dass die Rentenfonds der DWS besser abschneiden als die der Peer-Group: Im Konkurrenzvergleich über eins und fünf Jahre sind im Rentenfondssegment mehr als zwei Drittel der DWS-Fonds in den ersten zwei Quartilen.
Die DWS zieht Konsequenzen aus der Entwicklung der Finanzkrise
Anleger in Rentenfonds sind enttäuscht, wenn sie bei Veräußerung ihrer Fondsanteile mit Minusrenditen konfrontiert werden. "Es gibt einen Zielkonflikt bei Renteninvestments: Tägliche Verfügbarkeit der Anlage und stabil höhere Renditen als die Verzinsung von Staatsanleihen ist nicht in allen Marktphasen in Einklang zu bringen. Diesen Zielkonflikt lösen wir mit neuen Laufzeitfonds", erklärt Stephan Kunze, Mitglied der DWS-Geschäftsführung und Leiter der DWS in Europa. Mit den neuen Rentenfonds, die auf ein Laufzeitende hin gemanagt werden, spricht die DWS klassische Bondinvestoren an. Weitere Merkmale der neuen Fonds: Nutzung der hohen Prämien bei Unternehmensanleihen und Pfandbriefen sowie weitgehend planbare Auszahlungen. Das neue Konzept kommt an. Kunze: "Seit Auflegungsdatum Ende Januar haben wir mit unserem Fonds DWS Renten Direkt 2013 bereits knapp 600 Millionen Euro einsammeln können." Darüber hinaus wird die DWS aufgrund des niedrigen Zinsumfeldes die Verwaltungsvergütung der Rentenfonds senken.
Flaggschiffe mit Outperformance im Jahr 2008
Die großen internationalen Aktienfonds der DWS mit breitem Anlagehorizont haben im Jahr 2008 ihre Vergleichsindices geschlagen. So hat beispielsweise der Fonds DWS Akkumula im Betrachtungszeitraum eine um 6,5 Prozent bessere Wertentwicklung als der MSCI-Welt. Andere Beispiele sind der DWS Vermögensbildungsfonds I, der 6,4 Prozent besser als seine Benchmark abschnitt sowie der DWS Top Dividende, der 5,5 Prozent vor dem MSCI-Welt lag. Bei Fonds mit eingeschränktem Anlageuniversum sieht das Bild etwas gemischter aus: Während der Fonds DWS Nordamerika seine Benchmark um 0,6 Prozent übertreffen konnte, lag der DWS Investa hinter seiner Benchmark. "Die Underperformance von 4,7 Prozent ist in diesem Fall auf unsere Entscheidung zurückzuführen, VW-Aktien nicht zu kaufen", so Kaldemorgen.
Ein Blick auf die Performance der DWS-Aktienfonds zeigt: 74 Prozent der DWS-Aktienfonds haben über 10 Jahre ihre Benchmark volumengewichtet geschlagen; und das sogar nach Kosten.
Knapp eine Million Riesterverträge
Mit einem Anteil von 36 Prozent im Fondsriestermarkt und 32 Prozent im Versicherungsriestermarkt war 2008 das beste Jahr der DWS im Altersvorsorgemarkt. Im Fondsriestergeschäft konnte die DWS im vierten Quartal den Marktanteil im Neugeschäft auf 43 Prozent steigern. Kunze: "Mit insgesamt 554.000 Neuverträgen, bei denen wir die zugrunde liegenden Gelder verwalten, sind wir 2008 der erfolgreichste Anbieter im Riestermarkt." Immer stärker macht sich das auch in den Mittelzuflüssen bemerkbar. Aus den bestehenden Riesterverträgen fließen der DWS über die nächsten Jahrzehnte jährlich 730 Millionen Euro zu. Zusammen mit den anderen langfristigen Sparplänen kommt die DWS auf stabile jährliche Mittelzuflüsse von 2,7 Milliarden Euro. Bereits Ende 2010 erwartet die DWS mit ihren Lösungen in allen drei Schichten der Altersvorsorge diesen Betrag auf jährlich 3,7 Milliarden Euro zu steigern.
Deutscher Heimatmarkt und unabhängiger Finanzvertrieb stabil in der Krise
In der Krise hat sich das Geschäft der DWS deutlich zugunsten des Heimatmarktes verschoben. Über 77 Prozent des verwalteten Vermögens entfallen auf Deutschland. Ein Jahr zuvor waren es noch 71 Prozent. Entsprechend ist der Anteil des Volumens im europäischen Ausland auf 23 Prozent gefallen. "Im Ausland ist unser Absatzerfolg stärker von Drittbanken abhängig. Und das Fondsgeschäft über Drittbanken steht europaweit massiv unter Druck", betont Kunze. Auch in Deutschland war der Absatz über Drittbanken überproportional rückläufig während das verwaltete Vermögen über den Vertriebskanal Deutsche Bank von 48 Prozent im Vorjahr auf 49 Prozent anstieg. Als besonders krisenresistent hat sich der Fondsabsatz über die unabhängigen Finanzvermittler (IFAs) entwickelt. "Die Mittelzuflüsse über IFAs kommen überwiegend aus langfristigen ratierlichen Zahlungen. Zudem operieren diese Unternehmen bilanzunabhängig und haben daher keinen Refinanzierungsbedarf wie beispielsweise Banken", stellt Kunze fest. So entfielen Ende 2008 21 Prozent des Fondsvermögens auf den Vertriebskanal IFA, was einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Quelle: Pressemeldung DWS Investment GmbH
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