DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft für nachhaltiges Handeln verliehen

21.05.2010 | Garmisch-Partenkirchen
Aareon und die Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft prämieren Preisträger aus der deutschen Wohnungswirtschaft

Die Preisträger des traditionellen Wettbewerbs "DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft für vorbildlich nachhaltiges Handeln" stehen fest. Auf dem mittlerweile zum 20. Mal stattfindenden Aareon Kongress in Garmisch-Partenkirchen zeichnete GdW- Präsident und Schirmherr Lutz Freitag die Preisträger während des Gala-Abends vor rund 1.000 Gästen aus. Die Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft lobte den Wettbewerb ge­mein­sam mit der Aareon AG, dem führenden Beratungs- und Systemhaus der Immo­bilien­wirtschaft, bereits zum siebten Mal aus. Der DW-Zukunftspreis 2010 widmete sich dem Thema "Nachhaltigkeit: mehr als Modebegriff und Energieeinsparung". Mit 44 eingereichten Beiträgen von 34 Unternehmen wurde ein Rekordergebnis bei der Beteiligung erreicht. Die Preisträger haben Leuchtturmfunktion. Die Erfahrung zeigt, dass diese "Leuchttürme" Impulse setzen, welche tatsächlich in den Folgejahren eine Breitenwirkung in der Branche entfalten.

Anspruch des DW-Zukunftspreises war, herausragende Beispiele für nachhaltiges Handeln in Wohnungs- und Immobilienunternehmen zu würdigen. Je ein erster Preis wurde in den folgenden drei Kategorien vergeben: Nachhaltige Unternehmensprojekte und -konzepte

  • in sozial-gesellschaftlicher (Kategorie 1)
  • in ökonomischer (Kategorie 2) und
  • in ökologischer Hinsicht (Kategorie 3).

Zusätzlich wurden drei im Auswahlverfahren besonders herausragende Projekte ausgezeichnet.

Preisträger Kategorie 1: GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG

Neben dem Neubau von familiengerechtem Wohnraum zu bezahlbaren Preisen und dem Angebot von seniorengerechten Wohnangeboten (Konzept "Wohnen mit Service") als strategische Zielgruppen, sieht sich die GEWOBAU auch gegenüber Gruppen verpflichtet, die sonst eher an den Rand gesellschaftlichen Lebens gedrängt werden. So wurde im Jahr 2009 mit dem Umbau eines ehemaligen Klosters zu einem stationären Hospiz begonnen. Um soziale Belange stärker unterstützen zu können, wurde zum 100jährigen Bestehen der GEWOBAU im Jahr 2006 die Stiftung "WohnLeben" gegründet. Zweck der Stiftung ist die Förderung des Zusammenlebens aller Generationen in vertrauter Umgebung auf dem Gebiet der Stadt Essen. Im Projekt "Schulzzwanzig- Ein Glücksfall für Jung und Alt" wird sinnvolle Jugend-, Kultur- und Bildungsarbeit in einem Hochhauskomplex in der Essener Schulzstraße geleistet, in dem Menschen aus vielen Nationen und Kulturen zusammenleben. Die GEWOBAU kooperiert dabei mit dem Jugendamt. Das Projekt "Essenz - Rock Dein" Block" wurde im Jahr 2009 ein so großer Erfolg für alle Beteiligten, dass es in diesem Jahr fortgeführt wird. Zielsetzung ist es, den Abbau von sozialen Ungleichheiten von Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu fördern. Diese Heranwachsenden sollten die Gelegenheit bekommen, sich mit ihrem Talent in Rap, Beat Box, Gesang und Tanz (Modern-, Hip Hop-, Streetdance) zu beschäftigen, es zu verbessern und es präsentieren zu können.

Die Projekte zeigen eine höchst sinnvolle und kreative Verknüpfung mit dem Genossenschaftsgedanken. Die GEWOBAU hat es geschafft, auch bei einer gesellschaftlichen Gruppe, zu der sonst nur schwer Kontakt herzustellen ist, auf große Resonanz zu treffen. Die nachhaltige Unternehmensstrategie zeigt nach Ansicht der Jury eine sehr bemerkenswerte Innovationsfähigkeit.

Preisträger Kategorie 2: Pro Potsdam GmbH

Die PRO POTSDAM GmbH, früher GEWOBA, hat im Zeitraum von 2000 bis 2005 eine erhebliche Reorganisation ihrer Unternehmensstrukturen umgesetzt. Dabei orientiert sich das Unternehmen an einer "Drei-Säulen Strategie" der Nachhaltigkeit. Sie schaffte im ersten Schritt die ökonomischen Voraussetzungen, um die anderen relevanten Bereiche der Nachhaltigkeit, Ökologie und gesellschaftliche Verantwortung, umzusetzen. In der Zeit seit dem Jahr 2000 wurde die Unternehmensorganisation mit dem Schwerpunkt der Hausbewirtschaftung in aufeinander aufbauenden Teilschritten komplett modernisiert, unter anderem:

  • Outsourcing der IT-Betreuung (2000)
  • Betriebskostenbenchmarking mit monatlicher Funkfernablesung
  • Data-Mining/Scoring-Verfahren für Mietrückstandsbearbeitung (2005)
  • Wohnservice: Intensivierung der Vermittlung wohnungsnaher Dienst- und Handwerksleistungen an Mieter (2008)
  • Einführung der elektronischen Mietvertragsakte (2009)

Die betriebswirtschaftliche Optimierung der GEWOBA führte nicht nur zu einer deutlichen Reduzierung der Verluste und zur Stabilisierung der Gesellschaft, sondern überzeugte mit dieser Leistungsfähigkeit auch die Potsdamer Stadtverordneten, die Führung der kommunalen Unternehmen im immobilienwirtschaftlichen Bereich an die GEWOBA zu übertragen. Nach Ansicht der Jury punktete die Pro Potsdam GmbH durch ein besonders langfristiges, strategisches und nachhaltiges Unternehmenskonzept, das durch die erreichte ökonomische Leistungsfähigkeit weitere soziale, ökologische und stadtentwicklungspolitische Aktivitäten erst ermöglicht hat. Entstanden ist ein kommunales Wohnungsunternehmen, das für seine Gesellschafterin unverzichtbar geworden ist.

Preisträger Kategorie 3: GESOBAU AG Berlin

Nachhaltiges Handeln in ökologischer und ökonomischer Hinsicht ist spätestens seit dem Start der Komplettmodernisierung im Märkischen Viertel in Berlin-Reinickendorf von größter Relevanz für die GESOBAU. Die einzelnen Schwerpunkte des unternehmerischen Handelns in dieser Kategorie sind:

  • Konzepte zur Ressourcenschonung:

Anfang 2010 wurde mit der Mülltrennung im Unternehmen ein neues Projekt des Umweltbeauftragten gestartet. Die Mülltrennung in den Beständen ist durch sukzessive Schließung der Müllschlucker im Märkischen Viertel ebenfalls weiter vorangetrieben worden.

Sanierungskonzepte und -projekte, die ganze Quartiere und Siedlungen umfassen:

Seit 2007 und noch bis 2015 modernisiert die GESOBAU umfassend rund 13.000 Wohnungen in der Großsiedlung Märkisches Viertel. Mit einem Investitionsvolumen von 440 Millionen Euro wird das Quartier aus den 60er Jahren sukzessive unter energetischen Gesichtspunkten zukunftsfähig gemacht. Nach dem ersten Jahr der Modernisierung können bereits 8.000 Tonnen CO2 durch die ersten 2.000 fertig gestellten Wohnungen jährlich eingespart und die Heizkosten um 40-50% gesenkt werden. 2010 wird die GESOBAU einen Gebäudekomplex im Märkischen Viertel zu einem dena- Modellprojekt mit noch stärkerer Energiereduzierung modernisieren.

  • Innovative Finanzierungsmodelle bei der energetischen Gebäudesanierung:

Eine Finanzierung der von der GESOBAU geplanten Modernisierungsmaßnahmen ist auf Basis der derzeitigen Programmbedingungen zu 100% über diese KfW-Programme möglich. Dadurch erzielt die GESOBAU einen Finanzierungsvorteil, der an die Mieter weitergegeben werden kann, so dass eine nahezu "warmmietenneutrale" Sanierung möglich.

  • Vorbildliche Einbindung von Mietern in die Planung von Klimaschutzinvestitionen:

Die GESOBAU informiert ihre Mieterinnen und Mieter regelmäßig über bevorstehende Modernisierungen und deren Besonderheiten sowie alle Kooperationen zum Schutz der Umwelt in der Mieterzeitschrift, auf Mieterversammlungen und Festen sowie in der Infobox.

  • Partnerschaften zwischen der GESOBAU und Energieversorgern zum Einsatz regenerativer Energien:

Ein Tochterunternehmen der Vattenfall Europe Wärme AG wird bis zum Jahr 2011 das Fernheizwerk, das bisher mit Erdgas betrieben wird, zu einem Heizkraftwerk umbauen, das durch den Einsatz von Biomasse in einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage (KWK) große Teile der Wärme für das Märkische Viertel liefern wird. Hierbei werden 10.000 Haushalte im Märkischen Viertel mit intelligenten Stromzählern ausgestattet und die Bewohner umfassend über die Thematik Energieeinsparung informiert und über Wettbewerbe zum spielerischen Ausprobieren ihrer neuen, innovativen Stromzähler animiert.

Die GESOBAU hat im Urteil der Jury eines der fortschrittlichsten ökologischen Sanierungsprojekte in ganz Deutschland gestartet. Der Fokus auf eine Großsiedlung stellt eine besondere unternehmerische Herausforderung dar, ist jedoch zukunftsweisend für die Bewältigung der auch in politischer Hinsicht zentralen Aufgabe des Klimaschutzes. Das Projekt ist als Leitprojekt von nationaler Bedeutung einzustufen.

Die Jury des DW Zukunftspreises setzte sich aus hochkarätigen Experten der Immo­bilienbranche unter der bewährten Leitung von Prof. Dr. Hansjörg Bach von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) zusammen.

Die weiterhin von der Jury mit "besonders herausragenden Projekten" ausgezeichneten Unternehmen sind:

  • Spar- und Bauverein Solingen eG
  • Hilfswerk-Siedlung GmbH, Berlin
  • Allbau AG, Essen



Quelle: Pressemeldung Aareon AG

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