Bilanzpressegespräch der VHV-Versicherungen am 6. Juni 2002 in Hannover
Die Geschäftsergebnisse der VHV Versicherungen im Geschäftsjahr 2001
VHV V.a.G.:
Konsolidierung der gewerblichen Bausparte
Starkes Wachstum in den Privatsparten
VHV Autoversicherungs-AG:
Konstante Beitragseinnahme trotz rückläufiger Vertragszahlen
Deutlich verbesserte Schadenquote
Deutsche Kautionsversicherung für die Bauwirtschaft AG:
Verbesserte Schadenquote trotz gestiegener Insolvenzen am Bau
Hohe Garantiemittel
Aktuelle Entwicklung in den ersten 4 Monaten 2002:
Positiver Trend setzt sich fort
Deutliches Vertragswachstum und hohe Beitragszunahme in der Autoversicherung
Sehr gute Zuwächse in den Privatsparten
Dr. Heinrich Dickmann (Vorstandsvorsitzender):
Die VHV geht gestärkt in die Zukunft.
Die Geschäftsergebnisse der VHV Versicherungen im Geschäftsjahr 2001
Die VHV Versicherungen haben im Geschäftsjahr 2001 ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Trotz weiterhin schwieriger konjunktureller Bedingungen, insbesondere in der Bauwirtschaft, trotz des Einbruchs an den Kapitalmärkten und trotz eines scharfen Wettbewerbsdrucks ist das versicherungstechnische Ergebnis klar verbessert und sogar eine Zuführung zum Eigenkapital möglich geworden. Mit deutlich niedrigeren Schadenquoten und einer komfortablen Eigenkapitalausstattung stehen die VHV Versicherungen sicher und solide im Markt.
VHV V.a.G.:
Konsolidierung der gewerblichen Bausparte
Starkes Wachstum in den Privatsparten
Die VHV Vereinigte Haftpflichtversicherung V.a.G. ist von ihren Wurzeln her Spezialversicherer der Bauwirtschaft und dieses Feld besetzen wir inzwischen seit über 80 Jahren erfolgreich. Die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage in der Bauwirtschaft ist daher immer auch für unser Geschäft spürbar. Insbesondere der anhaltende Beschäftigungsrückgang um weitere 9,1 % und die damit einhergehende sinkende Bruttolohnsumme stellen für die baugewerblichen Versicherungen weiterhin ungünstige Rahmenbedingungen dar, denn sie sind maßgeblich für unsere Beitragsberechnung. Im vergangenen Jahr ist der Beitrag der Bauwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt nochmals um 6,6 % zurückgegangen. Die realen Bauinvestitionen verringerten sich erneut deutlich um 5,7 %, wozu der stark rückläufige Wohnungsbau überdurchschnittlich beitrug.
Vor diesem schwierigen bauwirtschaftlichen Hintergrund sind wir mit dem Geschäftsergebnis 2001 für die VHV zufrieden. Wir konnten einen Jahresüberschuß von 5,8 Mio. Euro erzielen, den wir in Gänze den Gewinnrücklagen zugeführt haben. Das Eigenkapital der VHV V.a.G. erhöhte sich damit auf 377 Mio. Euro. Eine Eigenkapitalisierung in dieser Höhe kann sich im Markt sehen lassen und bürgt für Sicherheit und Stabilität in der Zukunft.
Die Anzahl der Verträge im Verein hat sich insgesamt um 3,6 % erhöht. In unserer Kernsparte, der Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung sank die Anzahl der Verträge nur geringfügig um 0,5 %. Die Vertragsanzahl in der Baubetriebs-Haftpflichtversicherung verringerte sich dabei um 3,2 %, während in der Berufshaftpflichtversicherung für Architekten und Bauingenieure die Vertragszahl nahezu konstant blieb und deutliche Zuwächse von 8 % im Bereich Handel, Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen zu verzeichnen waren. Die Beitragseinnahme im Verein sank trotz der positiven Stückzahlentwicklung um insgesamt ebenfalls 3,6 % auf 241,2 Mio. Euro. Dies ist auf das übernommene Geschäft zurückzuführen, in dem im Jahr 2000 ein Sondereinfluß die Beitragseinnahme außerordentlich erhöht hatte. Die VHV hatte ihr bei der Veritas rückgedecktes Geschäft zurückgekauft. Im selbstabgeschlossenen Geschäft stieg dagegen in 2001 die gebuchte Bruttobeitragseinnahme leicht von 228,3 auf 229,9 Mio. Euro.
Positiv entwickelt sich der Schadenbereich mit einem Rückgang der gemeldeten Schäden um 5,3 % und vor allem mit gesunkenen Schadenaufwendungen im Geschäftsjahr um 5,9 %. Hier schlagen unsere konsequenten Sanierungsmaßnahmen zu Buche. Die Geschäftsjahresschadenquote konnte erneut gesenkt werden von 91,0 % in 2000 auf nun 86,0%. Unsere verstärkten Anstrengungen im Privatgeschäft, das abgesehen von der Autoversicherung im Verein betrieben wird, zeigen weiterhin sehr positive Auswirkungen. In der Unfallversicherung, in der verbundenen Hausratversicherung und in der Wohngebäudeversicherung wurden zweistellige Zuwachsraten bezogen auf die Stückzahl und auch auf den Beitrag erzielt. Wir bauen damit unser Nicht-Kfz-Privatkundengeschäft kontinuierlich aus. Der Anteil des Privatkundengeschäftes im Verein beträgt inzwischen rund 87 % der Verträge und rund 28 % der Beitragseinnahme. Kerngeschäft der VHV V.a.G. ist und bleibt aber die gewerbliche Bausparte. Im Baubereich liegt unsere Kernkompetenz und das unterscheidet uns von Wettbewerbern im gewerblichen Haftpflicht- und Sachgeschäft.
VHV Autoversicherungs-AG:
Konstante Beitragseinnahme trotz rückläufiger Vertragszahlen
Deutlich verbesserte Schadenquote
In der VHV Autoversicherungs-AG konnten wir die Beitragseinnahme mit 737 Mio. Euro auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr halten, obwohl wir einen Rückgang in der Stückzahl von 6,4 % hinnehmen mußten. Das sind ca. 200.000 Verträge. Am Ende des Geschäftsjahres 2001 waren damit knapp 3.050.000 Verträge im Bestand der Auto-AG. Diese Entwicklung ist vor allem durch das schlechte Jahresendgeschäft im Vorjahr bedingt. Im laufenden Jahr können wir wieder deutliche Zuwächse verzeichnen.
Positiv hat sich in 2001 die Schadenseite entwickelt. Die Anzahl der Schäden ist um 8,3 % gesunken. Und, was letztlich ausschlaggebend ist, auch der Schadenaufwand ist zurückgegangen. Er lag bei der VHV um 9,4 %-Punkte unter dem Wert des Vorjahres. Das ist weit besser als im Marktschnitt (minus 2,5%). Der positive Effekt unserer Aktivitäten im Schadenmanagement ist hier abzulesen, aber auch Sanierungserfolge. Die Geschäftsjahresschadenquote in der Autoversicherung betrug 94,2 %. Das ist ein wichtiger Erfolg, nach einer Quote von 104,1 % im Jahr 2000 und 107 % in 1999. Unser Ziel ist es, die Schadenquote weiter zu senken. Wir sehen darin den richtigen Schritt auf dem Weg, die Autoversicherung nach den Jahren eines für alle Marktteilnehmer ruinösen Wettbewerbs wieder solide und auskömmlich zu gestalten. Das versicherungstechnische Nettoergebnis (vor Veränderung der Schwankungsrückstellung) befindet sich bei der VHV Autoversicherungs-AG mit 13,7 Mio. Euro wieder im Plus. Nach der Zuführung von 40,5 Mio. Euro beträgt die Schwankungsrückstellung jetzt 184,6 Mio. Euro. Insgesamt erzielte die Auto-AG einen Gewinn von 4,1 Mio. Euro, den sie an die Muttergesellschaft VHV V.a.G. abgeführt hat.
Deutsche Kautionsversicherung für die Bauwirtschaft AG:
Verbesserte Schadenquote trotz gestiegener Insolvenzen am Bau
Hohe Garantiemittel
Die Deutsche Kautionsversicherung für die Bauwirtschaft AG betreibt als Spezialversicherer ausschließlich das selbst abgeschlossene Kautionsgeschäft für die Bauwirtschaft. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld in diesem Segment hatte ich bereits beschrieben. Mit einem geringfügig erhöhten Bestand von 18.559 versicherten Unternehmen der Bauwirtschaft hat die Kautions-AG eine Beitragseinnahme in Höhe von 20 Mio. Euro erzielt. Der Beitragsanstieg um 15,6 gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Entwicklung des Individualgeschäfts sowie aus der nun abgeschlossenen Umstellung des Ausschreibungszeitpunktes eines Teilbestandes. In 2001 wurden insgesamt 175.367 Bürgschaften mit einem Obligo von rund 921 Mio. Euro neu ausgereicht. Der Gesamtobligobestand beträgt damit 4,3 Mrd. Euro.
Obwohl sich die Anzahl der Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr um 31,7 % erhöht hat, konnte der Schadenaufwand für Geschäftsjahresversicherungsfälle bei einem um 3,1 % niedrigeren Insolvenzobligo auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Dies führte zusammen mit dem Beitragsanstieg zu einer deutlichen Verbesserung der Geschäftsjahresschadenquote von 106,1 % im Vorjahr auf nun 85,4 %. Daß unter dem Strich ein Jahresfehlbetrag von 3,3 Mio. Euro herauskommt, liegt allein an der deutlichen Aufstockung der Schwankungsrückstellung um 4,1 Mio. Euro. Die Garantiemittel der Kautions-AG, bestehend aus dem Eigenkapital, den Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und den Schwankungsrückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Mio. Euro auf 83,9 Mio. Euro deutlich erhöht.
Fazit:
Insgesamt können wir mit dem Geschäftsergebnis 2001 für die VHV mehr als zufrieden sein. Wir sind auf dem richtigen Weg, um zukünftig ein ausgeglichenes und sogar positives versicherungstechnisches Ergebnis zu erzielen. Ganz besonders zufrieden sind wir mit der Entwicklung der Schadenquoten. Der versicherungstechnische Verlust lag deutlich unter dem des Vorjahres und konnte durch die Ergebnisse aus dem nichtversicherungstechnischen Geschäft mehr als ausgeglichen werden. Und dies obwohl wir - wie alle Versicherer - in besonderem Maße von der negativen Entwicklung an den Kapitalmärkten betroffen waren. Die VHV hat bereits frühzeitig Sicherungsmaßnahmen ergriffen, um nicht in den Abwärtssog an den Aktienmärkten zu geraten. Das ist uns auch gelungen, wir mußten aber dennoch deutliche Einbußen bei den Erträgen aus Kapitalanlagen hinnehmen. Ende 2001 lag der Wert unseres Kapitalanlagenbestandes für den Verein bei 775 Mio. Euro, für die Auto-AG bei 1, 127 Mrd. Euro und für die Kautions-AG bei 55,5 Mio. Euro. Das sind immer noch Steigerungen im Wert unserer Kapitalanlagen, jedoch wesentlich niedriger als wir das in den Vorjahren gewohnt wa-ren und das schlägt sich deutlich in den nichtversicherungstechnischen Ergebnissen aller drei Gesellschaften nieder. Trotz dieser dramatischen Kapitalmarktentwicklung, die durch die schrecklichen Ereignisse des 11. September noch beschleunigt wurde, konnten die VHV Gesellschaften insgesamt positive Ergebnisse erzielen.
Aktuelle Entwicklung in den ersten 4 Monaten 2002:
Positiver Trend setzt sich fort
Deutliches Vertragswachstum und hohe Beitragszunahme in der Autoversicherung
Sehr gute Zuwächse in den Privatsparten
Die Geschäftszahlen bis Ende April lassen eine Fortsetzung der positiven Entwicklung für alle drei Gesellschaften erkennen. Wir konnten in allen Gesellschaften die Stückzahl an Verträgen erhöhen. Auch die Bei-tragseinnahme wächst sehr erfreulich, lediglich in der VHV V.a.G. zeichnet sich ein geringfügiger Rückgang um 0,8 % im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum ab. In der Autoversicherung haben wir einen deutlich besseren Start gehabt als im letzten Jahr. Unser Tarif hat sich nicht nur als wettbewerbsfähig, sondern als sehr attraktiv erwiesen. Außerdem haben die Maßnahmen zur Bestandssicherung gegriffen. Die An-zahl der Versicherungsverträge stieg bis Ende April um 3 %. Entscheidend dafür ist in der Autoversicherung das Neugeschäft zum Jahreswechsel und das war für die VHV ausgesprochen positiv. Insgesamt ca. 120.000 Neuverträge sind zum 01.01.02 zu uns gekommen, das sind 64 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig haben wesentlich weniger Kunden ihren Vertrag gekündigt. Mit ca. 77.000 (vom VN) gekündigten Verträgen lag diese Zahl um 47 % unter den Kündigungen des letzten Jahres. Insgesamt ist der Saldo positiv und das ist sehr erfreulich. Trotzdem haben wir die hohen Bestandsverluste aus dem Vorjahr derzeit noch nicht ganz wieder aufgeholt. Wir sind aber optmistisch, daß uns dies noch im Verlaufe des Jahres gelingen wird.
Max.Net
Der Wachstumskurs der VHV beruht nicht zuletzt auf unseren verstärkten Vertriebsaktivitäten. Unser Hauptvertriebsweg bleibt die Zusammenarbeit mit zur Zeit über 10.000 qualifizierten Maklern und Vermittlern, diesen Vertriebsweg bauen wir qualitativ und quantitativ aus. Dafür haben wir die Internetplattform Max.Net entwickelt, die nur unseren Vertriebspartnern zur Verfügung steht. Zu den Funktionalitäten gehören z. B. die elektronische Übermittlung von Anträgen, Schadenmeldungen, Vertragsdaten und auch Einblick in Bestands- und Schadendaten zu erhalten und bestimmte Änderungen in den allgemeinen Vertragsdaten selbständig durchzuführen. Außerdem sind dort umfangreiche Informationen, wie z. B. Rundschreiben komplett eingestellt, auf die über Suchfunktionalitäten leicht zugegriffen werden kann. Auch Werbeartikel, Druckstücke oder Formulare können online abgerufen werden, etc. Wir sind davon überzeugt, daß sich Max.Net zu einem erfolgreichen innovativen Instrument des Vertriebes entwickeln wird.
Internet
Unter www.vhv.de finden Sie die VHV seit gut zwei Jahren im Internet. Inzwischen ist der VHV-Auftritt komplett neu überarbeitet und als modernes Versicherungsportal gestaltet. Beibehalten haben wir die konsequente Ausrichtung auf unsere Kunden. Zahlreiche Auszeichnungen von Fachzeitschriften bestärken unsere Ansicht, daß dies der richtige Weg ist. Der entscheidende Faktor ist natürlich die Reaktion der Internet-Nutzer: Mit durchschnittlich 1200 Nutzern pro Tag sind unsere Seiten gut besucht. Wichtiger ist, daß die Interaktionsmöglichkeiten, die die VHV bietet, überdurchschnitt-lich stark genutzt werden. Diese Interaktionen umfassen Mitteilungen, Produktanfragen, Schadenmeldungen, Doppelkartenanforderungen, Informations- und Kontaktwünsche etc. Nicht darin enthalten sind die online-Tarifierung und die online-Abschlüsse, die wir für die Versicherungsarten Kfz, Privathaftpflicht und Rechtsschutz anbieten. Der online-Abschluß ist ein zusätzlicher Service, der zunehmend stärker genutzt wird, in der Größenordnung jedoch zur Zeit noch kaum ins Gewicht fällt. Ca. 5000 Anträge wurden seit dem Internetstart der VHV eingereicht.
Die VHV schaut also mit einigem Optimismus in die Zukunft, die wir als ein flexibles, kundenorientiertes, leistungsstarkes und erfolgreiches Unternehmen gestalten wollen. Die Voraussetzungen dazu stimmen: Die VHV ist mit ihrem Produktangebot gut positioniert im Markt. Die VHV Gesellschaften sind wirtschaftlich gesunde Unternehmen mit überdurchschnittlicher Eigenkapitalausstattung und haben engagierte und gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen wir unseren Erfolg verdanken. Mit anderen Worten: Die VHV kann sich selbständig und selbstbewußt den Herausforderungen der Zukunft stellen.
Quelle: Pressemeldung VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a.G.
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