Bedeutung von VW für die niedersächsische Wirtschaft nimmt zu
"Die große Resonanz auf unsere Erhebung zeigt deren hohen Stellenwert für die niedersächsische Wirtschaft und die Politik im Land", sagte Dr. Arno Brandt, Leiter der NORD/LB Regionalwirtschaft, anlässlich der Vorstellung der Studie in Hannover. Platz zwei belegt unverändert die Continental AG, die beim Wachstum der Wertschöpfung allerdings deutlich hinter VW, aber auch hinter der drittplatzierten Salzgitter AG zurückblieb. Die Talanx AG konnte ihre Wertschöpfung verdoppeln und sich so auf den vierten Platz vorarbeiteten. Die TUI AG rutschte aufgrund eines starken Einbruchs ihrer Wertschöpfung von Platz drei auf fünf ab, während die NORD/LB bei konstant gebliebener Wertschöpfung auf Rang sechs liegt. Mit einer Steigerung um 90 Prozent der Wertschöpfung gelang der E.ON Kraftwerke GmbH der Sprung auf Platz sieben, gefolgt vom Oldenburger Energieversorger EWE AG und dem Eisen- und Stahlerzeuger Georgsmarienhütte Holding Gruppe. Die BHW Holding AG komplettiert die Top Ten.
Das Jahr 2006 ist für die Top Ten-Unternehmen in Niedersachsen deutlich erfolgreicher verlaufen als 2005. Während im Vorjahr einige Unternehmen starke Rückgänge aufwiesen, war in 2006 durchschnittlich ein Anstieg der Wertschöpfung um 17 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt nahm die Wertschöpfungssumme aller notierten 50 Unternehmen bei einem zehnprozentigen Umsatzwachstum um rund 15 Prozent zu. 25 Betriebe und damit drei mehr als im Vorjahr berichteten eine Wertschöpfung von mehr als 250 Mio. Euro. Jedoch reduzierte sich im Berichtszeitraum die Zahl der Beschäftigten um knapp drei Prozent.
Sieben Unternehmen konnten sich neu in der Rangliste positionieren. Höchster Einsteiger ist das Klinikum der Medizinischen Hochschule Hannover (AöR) auf Position 19, die erstmals entsprechende Angaben machte. Die Symrise AG auf Rang 34 beteiligte sich nach einigen Jahren wieder an der Erhebung und konnte sich knapp vor der ebenfalls neu eingestiegenen VARTA Automotive AG platzieren. Hinzugekommen sind auch die H&R Wasag AG (47), die Stiebel Eltron GmbH & Co. KG (48) sowie auf Position 49 die KCA Deutag Gruppe.
Wie bedeutend der Volkswagen-Konzern für die niedersächsische Wirtschaft ist, zeigt sich daran, dass Europas größter Automobilhersteller seine Position mit einem Anteil von inzwischen nahezu der Hälfte an der gesamten Wertschöpfung der 50 notierten Unternehmen weiter ausbauen konnte.
Verarbeitendes Gewerbe dominiert Liste umsatzstärkster Betriebe
Erstmals durchbrach das Wolfsburger Unternehmen mit einem Umsatz von 104,9 Mrd. Euro die 100 Mrd. Euro-Grenze. Das 10-prozentige Umsatzwachstum festigte die Spitzenposition von Volkswagen, die in dem Anteil von 41 Prozent an der Umsatzsumme aller 100 Unternehmen noch deutlicher wird. Es folgen unverändert auf den Plätzen zwei bis fünf die TUI AG, die Continental AG, die EWE AG und die Salzgitter AG. Die AGRAVIS Raiffeisen AG (7) tauschte wieder ihre Position mit der MDL METRO Distributions-Logistik GmbH & Co. KG (6). Die Positionen acht bis zehn erreichten die KM Europa Metal AG mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 60 Prozent, die E.ON Avacon AG und die hagebau Handels-GmbH für Baustoffe & Co. KG.
23 Unternehmensgruppen verzeichneten im Jahr 2006 einen Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro. Bei weiteren 16 Unternehmen übersteigt er die Schwelle von 1 Mrd. Euro. Die 100 umsatzstärksten Unternehmen konnten ein Wachstum von über 10 Prozent generieren. Dabei sank allerdings die Anzahl der Arbeitnehmer um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Trotz eines leichten Rückganges dominiert das Verarbeitende Gewerbe die Liste weiterhin mit einem Anteil von gut 70 Prozent am Gesamtumsatz der 100 größten niedersächsischen Unternehmen. Auch ohne den gewaltigen Beitrag von VW wäre diese Branche mit den anderen vertretenen Unternehmen des Fahrzeugbaus und den Kfz-Zulieferern das Schwergewicht der Erhebung. Erstmals wurden die Unternehmen gebeten, auch ei-ne Umsatzschätzung für das aktuelle Geschäftsjahr 2007 abzugeben: Durchschnittlich prognostizieren sie ein Wachstum von 4 Prozent.
Regionale Verteilung stabilisiert sich
In der regionalen Übersicht wird deutlich, dass das Gebiet der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen den Raum mit der größten Dichte großer Unternehmen darstellt. Die Landeshauptstadt dominiert dabei stark, auch wenn die Stadt Hannover eine Notierung im Vergleich zum Vorjahr verlor. Im Gegenzug gewannen die Umlandgemeinden jedoch zwei Einträge hinzu, so dass die Region Hannover jetzt insgesamt 29 der 100 größten Betriebe stellt.
Den zweiten regionalen Schwerpunkt Niedersachsens stellt nach wie vor Osnabrück dar, wo unverändert zehn große Unternehmen ihren Sitz haben. Mit Ausnahme dieser Ballung zeichnet sich im westlichen Teil Niedersachsens ein ausgeglichenes Bild der regionalen Verteilung ab. Einzelne Städte verfügen jeweils über eine oder zwei Zentralen großer Unternehmen. Nur wenige Landkreise sind nicht vertreten. Das Wegfallen von Standorten wie Wilhelmshaven oder Wildeshausen wurde durch neue Einträge wie Bad Bentheim oder Vechta ausgeglichen.
Der nordöstliche Teil Niedersachsens ist im Vergleich zu den anderen Regionen deutlich unterrepräsentiert. Dennoch weist diese Region in diesem Jahr drei neue Standorte aus: Stade und Zeven konnten je einen Sitz hinzugewinnen und Verden ist erstmals seit Jahren wieder auf der Landkarte großer Unternehmen vertreten. Damit haben sich die regionalen Schwerpunkte im Vergleich zu den Vorjahren nur geringfügig verändert.
Hannover ist Zentrum des Versicherungsgewerbes
Aufgrund der großen Bedeutung des Versicherungsgewerbes in Niedersachsen stellt die NORD/LB auch eine Rangliste der größten Versicherungen im Land vorgemessen an den gebuchten Bruttoprämien. Die Talanx-Gruppe führt diese weiterhin mit deutlichem Vorsprung an. Die beiden nachfolgenden Unternehmen, VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung a. G. und die Versicherungsgruppe Hannover VGH bestätigten ihre Vorjahrespositionen, mussten jedoch einen leichten Rückgang des Prämienvolumens verzeichnen. Das nachfolgende Unternehmen, die Landeskrankenhilfe VVaG, steigerte ihre Prämieneinnahme um gut 4 Prozent und kletterte von Rang sechs auf vier. Ihr Abstand zum Führungstrio ist allerdings sehr groß. Die Concordia Versicherungsgruppe fiel auf Platz fünf zurück, auf dem im vergangenen Jahr noch die Gothaer Lebensver-sicherung lag. Da diese aber ihren Standort nach Köln verlegte, erscheint sie nicht mehr in der Übersicht.
Als Standort dominiert Hannover mit sieben der 13 gelisteten Unternehmen die Übersicht. Da auch die Top-3 Unternehmen hier ihren Sitz haben, liegt die Landeshauptstadt nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ an der Spitze.
Darüber hinaus wurden die Unternehmen erstmalig nach einer Prämienerwartung für das Geschäftsjahr 2007 befragt. Die Antworten lassen auf eine nahezu unveränderte geschäftliche Entwicklung für die Branche schließen. Das im Jahr 2006 zu verzeichnende Prämienwachstum wird sich damit voraussichtlich nicht fortsetzen.
Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale
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