BP CEO Tony Hayward wird zurücktreten, Robert Dudley wird sein Nachfolger

27.07.2010 | Bochum
BP hat heute bekannt gegeben, dass Tony Hayward mit dem BP Board vereinbart hat, zum 1. Oktober 2010 als Group Chief Executive zurückzutreten. Sein Nachfolger wird Robert Dudley, der bereits heute als Executive Director dem BP Board angehört.

BP Chairman Carl-Henric Svanberg kommentierte dies wie folgt: "Das Board ist sehr traurig darüber, einen CEO zu verlieren, der das Unternehmen in den letzten drei Jahren erfolgreich vorangebracht und dessen Arbeit verdientermaßen große Anerkennung gefunden hat."

"Die tragischen Folgen der Explosion der Macondo-Ölquelle und der daraus resultierende Umweltschaden waren ein Wendepunkt für unser Unternehmen. BP ist und bleibt ein starkes Unternehmen mit einem exzellenten Anlagenportfolio, hervorragenden Mitarbeitern und spielt eine tragende Rolle dabei, den Energiebedarf auf der Welt zu befriedigen. Aber unser Unternehmen wird sich in Zukunft verändern, mit einer neuen Führungsmannschaft, der eine stabile Unternehmensorganisation und ein äußerst engagiertes Board zur Seite stehen."

"Wir können uns sehr glücklich schätzen, einen Nachfolger vom Kaliber eines Bob Dudley gefunden zu haben, der sein gesamtes Berufsleben in der Ölindustrie in den USA und anderen Ländern verbracht hat und der sich erwiesenermaßen auch unter schwierigsten Umständen erfolgreich behaupten konnte", führte Svanberg weiter aus.

Bob Dudley (54) ist Mitglied des BP Board und leitet zurzeit die kürzlich eingerichtete Organisationseinheit, die im Golf von Mexiko für die Aufräumarbeiten und Entschädigungsprogramme zuständig ist. Im Rahmen der Übernahme von Amoco kam er 1998 zu BP. Bis 2008 war er Präsident und CEO bei TNK-BP, einem Gemeinschaftsunternehmen der BP in Russland.

"Ich fühle mich sehr geehrt, dass man mir die Aufgabe anvertraut, die Stärken und den Ruf des Unternehmens BP wiederherzustellen, gleichzeitig bin ich aber auch traurig über die Umstände, die dazu geführt haben. Ich bewundere Tony sehr, und zwar nicht nur für seine Leistungen, seitdem er 2007 zum CEO berufen wurde, sondern auch für seinen unermüdlichen Einsatz nach dem Desaster im Golf von Mexiko", erläuterte Dudley.

"Ich werde die vor mir liegenden Herausforderungen bestimmt nicht unterschätzen, aber unser Unternehmen steht finanziell gut da und verfügt über ein beneidenswertes Anlagenportfolio und professionelle Mitarbeiter, die zu den besten unserer Branche zählen. Ich bin mir sicher, dass BP mit dieser Kombination - in Verbindung mit klaren strategischen Vorgaben - wieder in die Erfolgsspur zurückfindet."

Mit Amtsantritt wird Robert Dudley von London aus arbeiten und seine aktuellen Aufgaben in den USA an Lamar McKay, Chairman und Präsident von BP America, übergeben. "Auch wenn ich demnächst in einer neuen Funktion tätig sein werde, möchte ich insbesondere den Bewohnern der Golfküste zusichern, dass unser Engagement für die Aufräumarbeiten und Schadenbeseitigung in dieser Region deshalb nicht nachlassen wird. Ich habe versprochen, alle Schäden zu beseitigen. Und dieses Versprechen werde ich auch halten", sagte Dudley.

Tony Hayward wird dem BP Board bis zum 30. November 2010 angehören. Darüber hinaus plant BP, ihn als Non-Executive Director bei TNK-BP zu nominieren.

Tony Hayward kommentierte seinen Rücktritt wie folgt: "Die Explosion im Golf von Mexiko war eine schreckliche Tragödie, für die ich mich - als verantwortlicher Manager bei BP - immer verantwortlich fühlen werde, unabhängig davon, wer letztendlich dafür die Schuld tragen wird."

"Sofort nach dem Unfall habe ich mich dazu entschieden, persönlich die Führung aller Maßnahmen unseres Unternehmens zu übernehmen, um den Ölaustritt zu stoppen und den dadurch verursachten Schaden möglichst gering zu halten. Der Umfang dieser Maßnahmen und der finanzielle Aufwand dieses Einsatzes sind beispiellos. Wir haben nun den Ölfluss gestoppt and setzen alles daran, die Ölverschmutzung zu beseitigen und sämtliche rechtmäßigen Schadenersatzforderungen zu begleichen.

"Ich möchte allen BP Mitarbeitern vor Ort sowie den vielen tausend anderen Helfern in der Region herzlich für ihren Einsatz im Golf von Mexiko danken.

Die gemeinsam mit dem Board getroffene Entscheidung, von meinem Amt zurückzutreten, spiegelt meiner Meinung nach das hohe Maß an Verantwortungsbewusstsein wider, mit dem BP diesen schrecklichen Ereignissen begegnet. Als Konsequenz aus diesem Unglück wird sich BP stark verändern und ich denke, es ist richtig, dass das Unternehmen unter einer neuen Führung in diese neue Phase eintritt", erklärte Hayward.

"In den nächsten Monaten werde ich eng mit Robert Dudley zusammenarbeiten, um einen möglichst reibungslosen Übergang sicherzustellen. Es war mir eine Ehre, fast 30 Jahre lang für BP arbeiten zu dürfen, die letzten drei Jahre als CEO. Es stimmt mich traurig, so viele gute Kollegen und Freunde zurückzulassen, die alle ihren Beitrag zum Erfolg dieses großen Unternehmens geleistet haben. Es tut mir sehr leid, dass diese Leistungen von der Tragödie im Golf von Mexiko überschattet wurden."

BP teilte mit, dass Tony Hayward vertragsgemäß eine Abfindung in Höhe eines Jahresgehaltes (1,045 Millionen Pfund) zusteht.

Quelle: Pressemeldung Deutsche BP AG

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