BHW steigert Vertriebsleistung um 16 Prozent

28.11.2002 | Hameln
Ertragsentwicklung im dritten Quartal verbessert

Der BHW Konzern hat seine Vertriebsleistung in den ersten neun Monaten dieses Jahres um über 16 Prozent gesteigert. Damit ist es dem Hamelner Finanzdienstleister gelungen, sich von der allgemein schwachen Konjunktur abzusetzen und erneut Marktanteile zu gewinnen. Die deutlichen Steigerungen resultierten vor allem aus Zuwächsen bei Bausparverträgen und Baufinanzierungen. Das Neugeschäftsvolumen des Konzerns stieg zum 30.09.2002 auf gut 25 Mrd. Euro und lag damit um 16,2 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Besonders in den letzten drei Monaten legte die Vertriebsleistung nochmals signifikant zu. Zum Halbjahr hatte das Plus gut 10 Prozent betragen.

Marktanteilsgewinne im Kerngeschäftsfeld "Private Baufinanzierung"

Im Bereich "Private Baufinanzierung" konnten die beiden Bausparkassen des Konzerns ihr Neugeschäft um 10,1 Prozent auf rund 8,2 Mrd. Euro steigern. Damit legte das Wachstum im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen dieses Jahres erneut zu. Auch die nicht bauspargebundenen Wohnungsbaufinanzierungen - im Wesentlichen das Hypothekargeschäft der beiden Bausparkassen - stiegen deutlich um 6,1 Prozent auf rund 4 Mrd. Euro. Dagegen blieben die wohnungswirtschaftlichen Finanzierungen der Konzerntochter AHBR aufgrund des Restrukturierungsprozesses unter dem Vorjahreswert.

Insgesamt wuchs das Volumen des Geschäftsfeldes "Private Baufinanzierung" mit gut 14 Mrd. Euro um 2 Prozent über den entsprechenden Vorjahreswert. Dieses Ergebnis konnte BHW entgegen der rückläufigen Eigenheim-Konjunktur erzielen und damit seinen Marktanteil weiter ausbauen.

Auch die Oktober-Zahlen zeigten eine Fortsetzung dieses Trends. In diesem Monat erreichten die Baugeldzusagen der BHW Bausparkassen einen Rekordwert in ihrer fast 75-jährigen Unternehmensgeschichte.

Geschäftsfeld "Privater Vermögensaufbau" vom Börsenumfeld geprägt

Angesichts der schwachen Verfassung der Kapitalmärkte liegt das Akquisitionsergebnis im Geschäftsfeld "Privater Vermögensaufbau" mit 2,1 Mrd. Euro erwartungsgemäß leicht unter dem Vorjahreswert. Den Rückgang um 6,3 Prozent prägte besonders das branchenweit schwierige Fondsgeschäft.

Weiterhin positiv entwickelte sich das Neugeschäft der BHW Lebensversicherung. Vor allem die Nachfrage nach Vorsorgeprodukten wie Kapitallebens- und Rentenversicherungen, fondsgebundenen Versicherungen sowie nach staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten ist um rund 8 Prozent gestiegen.

Ertragsentwicklung im dritten Quartal verbessert

Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belasten weiterhin die Ertragssituation der deutschen Finanzdienstleistungsbranche. Trotzdem ist es BHW mit einem Maßnahmenpaket zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung gelungen, den Ertragsrückgang des ersten Halbjahres spürbar abzufangen. Mit einem Konzernbilanzgewinn von 100,8 Mio. Euro liegt das Ergebnis zwar um 24,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zum Halbjahr betrug jedoch der Rückgang noch 27,6 Prozent, sodass hier eine Trendwende erreicht werden konnte.

Zu dieser Entwicklung trug u. a. eine leichte Verbesserung des Zinsüberschusses bei. Mit 676,5 Mio. Euro wurde die Vorjahreshöhe lediglich noch um 2,7 Prozent unterschritten, der Halbjahreswert lag noch bei einem Minus von 3,4 Prozent.

Der Provisionsüberschuss spiegelt deutlich das erfolgreiche Neugeschäft wider, dessen Abschlussvergütungen für den Vertrieb das Ergebnis naturgemäß belasten. Der Rückgang um 9,6 Mio. Euro beruht besonders auf der gestiegenen Vermittlungsleistung für Baufinanzierungen.

Der Verwaltungsaufwand blieb mit einer Steigerung um 3,7 Prozent auf 442,3 Mio. Euro in vertretbarem Rahmen. Denn darin enthalten sind Einmaleffekte einer anteiligen Sonderzahlung anlässlich des anstehenden Firmenjubiläums.

Das Teilbetriebsergebnis hat sich im Vergleich zum 30.06.2002 um mehr als 7 Prozent verbessert. Mit 253,3 Mio. Euro liegt es nur noch um 15,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Situation wurden die Kreditengagements einer besonders konservativen Risikobeurteilung unterzogen und die Risikovorsorge um 38,4 Mio. Euro erhöht. Darin enthalten sind die zusätzlichen Kosten der Kapitalabsicherung für hochverzinsliche Auslandsanleihen, die zum Stichtag 31,8 Mio. Euro ausmachen - nach rund 20 Mio. Euro zum 30.06. dieses Jahres.

Auch das Betriebsergebnis konnte im Vergleich zum Halbjahreswert um 10,1 Prozent auf 131,4 Mio. Euro verbessert werden. Nach Steuern in Höhe von 30,6 Mio. Euro summiert sich der operative Jahresüberschuss auf 100,8 Mio. Euro (Vorjahr 133 Mio. Euro). Mit einem Bilanzgewinn in ebenfalls dieser Höhe schließt der Konzern die ersten neun Monate des Jahres 2002 ab. Darin enthalten ist die Kompensation der Wertdifferenz aus dem Bestand eigener Aktien. Die Bilanzsumme beläuft sich auf rund 122 Mrd. Euro.

Ausblick

Die Trendwende zu einer weiteren Erholung der Ertragssituation und einem sich weiter positiv entwickelnden Jahresergebnis wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen. Unsere Erwartung wird jedoch gedämpft durch die aktuellen Diskussionen um Steuer- und Abgabenerhöhungen sowie den Förderungsabbau für Unternehmen und private Haushalte. Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist eine konkretere Prognose zur Entwicklung der Ertragspotenziale der BHW Gruppe derzeit schwierig. Dies gilt vor allem für die zins- und konjunkturabhängigen Bereiche des Konzerns. Die relative Ergebnisstabilität der beiden Bausparkassen wirkt sich jedoch positiv auf die Ergebnisentwicklung aus.

Hinweis

Detailliertere Informationen finden Sie im Quartalsbericht zum 30. September 2002.

Quelle: Pressemeldung BHW Bausparkasse AG

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