Auszug aus der Rede zur Hauptversammlung AMB 1997
Die AM-Gruppe erzielte 1998 einen Gesamtumsatz von 19,9 Mrd. DM. Darin enthalten waren 16,9 Mrd. DM Versicherungsbeiträge und 3,0 Mrd. DM Bruttogeldeingang der Bausparkasse. Besonders erfreulich war, daß die Versicherungsbeiträge mit einer Steigerung von 3,6 % überdurchschnittlich wuchsen und wir dementsprechend in allen Bereichen des selbst abgeschlossenen Geschäfts Marktanteile hinzugewinnen konnten.
Um eine bessere Einschätzung des Geschäftsverlaufs zu ermöglichen, haben wir hier - wie später auch an anderen Stellen - die Vorjahreszahlen um die Umsätze der Royal Nederland Verzekeringsgroep, die wir Mitte 1998 bei Realisierung eines erfreulich hohen außerordentlichen Ertrages veräußern konnten, bereinigt. Dementsprechend erhöhte sich der Konzernjahresüberschuß von 402,4 Mio. DM im Vorjahr auf nun 1,17 Mrd. DM. Auch unter Außerachtlassung des Veräußerungsgewinns von 718,5 Mio. DM verzeichnete der Konzernjahresüberschuß einen erfreulichen Anstieg um immerhin 12,1 % auf 451,1 Mio. DM. Demgemäß nahm das geprüfte DVFA-Ergebnis je Aktie von 8,35 DM auf 9,31 DM zu.
Auch in diesem Jahr, meine Damen und Herren, wollen wir an unserer bewährten Politik einer erfolgsorientierten Dividendenausschüttung festhalten. Mit Ihrer Zustimmung soll die Dividende von 1,70 DM auf 2,00 DM erhöht werden, das entspricht einer Steigerung um 17,6 %. Einschließlich Steuergutschrift beläuft sich der Ausschüttungsbetrag dann auf 2,86 DM nach 2,43 DM im Vorjahr. Damit werden Sie zum sechsten Mal in Folge an der erfolgreichen Entwicklung unseres Unternehmens partizipieren.
Es ist klar, daß Sie, unsere Aktionäre, Ihr Augenmerk nicht nur auf eine attraktive Dividende, sondern auch auf die Kursentwicklung Ihrer AMB-Aktie richten. Die Einschätzung des Marktes war in der Vergangenheit angesichts der Unternehmensentwicklung positiv, und wir werden auch in Zukunft alles daransetzen, eine gute, kontinuierliche Entwicklung der AMB-Aktie zu ermöglichen. Viele Fakten, aber auch für die Zukunft geplante Projekte sprechen dafür.
Wir beabsichtigen, die Entwicklungsmöglichkeiten Ihrer Aktie weiter zu verbessern. Unter TOP 9 wird der Hauptversammlung daher vorgeschlagen, die bisherige Verbriefung des Grundkapitals in Namens- und Inhaberaktien aufzuheben und einheitlich auf die Inhaberaktie umzustellen. Die Inhaberaktie ist das auf dem deutschen Markt gängige Papier. Die geplante Maßnahme erhöht sowohl für private als auch für institutionelle Anleger die Handelbarkeit der Aktie. Hierdurch wird die Liquidität der AMB-Aktie insgesamt erhöht und ihre für institutionelle Investoren wichtige Stellung in Indizes verbessert. Die Märkte haben die entsprechende Ankündigung positiv aufgenommen. Nach der Umstellung werden nur noch die Inhaberaktien börsennotiert sein, die die Namensaktien im M-Dax, dem Aktienindex der 70 mittelgroßen deutschen Kapitalgesellschaften, ersetzen.
Die wichtigsten Ereignisse des Jahres 1998
Kommen wir jetzt zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres 1998, das durch bedeutende Weichenstellungen geprägt war, von denen wir uns auch eine Flankierung der positiven Entwicklung der AMB versprechen.
Das bedeutendste Ereignis war der Ihnen bekannte Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der AMB durch die italienische Assicurazioni Generali S.p.A., Triest. In dem von beiden Parteien unterzeichneten Kooperationsvertrag sind die Grundsätze der Zusammenarbeit geregelt. Danach ist sichergestellt, daß wir innerhalb des Generali-Konzerns unter Beibehaltung unserer Strukturen die erfolgreiche Geschäftspolitik fortführen können.
Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der AMB steht TOP 6 der Tagesordnung. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, der Verschmelzung der Generali Köln Holding GmbH auf die AMB zuzustimmen. Bislang wird die Beteiligung der Assicurazioni Generali über die beiden Kölner Generali Töchter Generali Asset Management OHG und Generali Köln Holding GmbH gehalten. Die vorgeschlagene Verschmelzung beseitigt eine Zwischenebene und führt so zur Vereinfachung der Beteiligungsstruktur. Wirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Nachteile entstehen nicht. Zu den Einzelheiten verweise ich auf den ausgelegten Verschmelzungsbericht. Für die Durchführung der Verschmelzung war weder eine Kapitalerhöhung bei der AMB noch eine Unternehmensbewertung erforderlich. Der Verschmelzungsvertrag wurde am 3. Mai 1999 notariell beurkundet, die Gesellschafterversammlung der Generali Köln Holding hat dem Abschluß des Vertrages am 7. Mai 1999 zugestimmt.
Die Anbindung an die große, weltweit tätige Generali-Versicherungsgruppe hat eine Reihe zusätzlicher strategischer und wirtschaftlicher Vorteile, die sich in einigen Punkten bereits konkretisiert haben: nämlich insbesondere in der Vertriebskooperation mit der Commerzbank AG, Frankfurt a.M., der viertgrößten deutschen Geschäftsbank und in der Zusammenarbeit mit der Europ Assistance, der größten europäischen Assistance-Gesellschaft, die zum Generali-Konzern gehört. Von der Vertriebskooperation mit der Commerzbank, die Teil eines Gesamtabkommens zwischen Generali und Commerzbank für eine weltweite Zusammenarbeit ist, versprechen wir uns erhebliche Wettbewerbsvorteile. Die Außendienstmitarbeiter unserer Stammvertriebe werden künftig die Bankprodukte der Commerzbank vertreiben und verfügen damit über ein umfassendes Finanzdienstleistungsangebot - vom Versicherungsschutz, über die Altersvorsorgeprodukte, bis hin zu Bankprodukten. Die im Rahmen dieser Kooperation wichtige Zusammenarbeit zwischen stationären Bankfilialen und mobilen Versicherungsvermittlern ist durch das mit 1.000 Geschäftsstellen flächendeckende Filialnetz der Commerzbank mit kompetenten Ansprechpartnern vor Ort in besonderem Maße gewährleistet.
Der Kooperationsvertrag sieht ferner vor, daß die Commerzbank in Deutschland künftig exklusiv die Versicherungsprodukte der AM-Gruppe vermitteln wird. Produktpartner im Bereich Lebensversicherung und Kompositversicherung werden die Volksfürsorge-Versicherungen sein. Darüber hinaus ist eine Zusammenarbeit zwischen Commerzbank und Aachener und Münchener Lebensversicherung (AM-Leben) im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge in Vorbereitung. Bereits seit Anfang dieses Jahres vertreibt die Commerzbank die Bausparprodukte der BADENIA. Innerhalb der ersten 4 Monate konnte sie bereits mit 6.923 Verträgen und einer Bausparsumme von rund 251 Mio. DM zum Neugeschäft beitragen.
Die Projekte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurden 1998 weiter zielstrebig umgesetzt. Zum Jahresbeginn 1998 nahm die AM Finanzanlagen-Management GmbH ihren Betrieb auf. In dieser Gesellschaft werden die Finanzanlagen aller Gruppengesellschaften mit einem Volumen von inzwischen rund 100 Mrd. DM gemanagt. Dieser konzerneigene, zentrale Dienstleister für das Kapitalanlagen-Management ermöglicht uns eine Professionalisierung der Anlagetätigkeit und eine bessere Nutzung der Anlagemöglichkeiten, die sich aus der Schaffung des europäischen Währungsraumes ergeben. Im Herbst wollen wir darüber hinaus eine eigene Kapitalanlagegesellschaft gründen. Sie wird zu Beginn des neuen Jahrtausends die Geschäftstätigkeit aufnehmen und ein optimal abgestimmtes Sortiment der gängigen Varianten an Publikumsfonds anbieten.
In der AM Aachener und Münchener Immobilien GmbH wurde ferner das Immobilien-Management der Gruppe zusammengefaßt.
Der Ausbau der AM Informatik GmbH zum zentralen Dienstleister für die Informationsverarbeitung wurde im Berichtsjahr weiter forciert. Einen wichtigen Meilenstein bildete die Zusammenführung der im Konzern befindlichen Rechenzentren zu einem gemeinsamen Rechenzentrum am Standort Aachen. Neben der Konzentration der Hardware wurde die Entwicklung der AM Informatik zum Systemhaus für die gesamte Gruppe vorangetrieben. Mit der bereits 1997 vollzogenen Zusammenführung der Anwendungsentwicklung wurden die Voraussetzungen für eine effizientere Nutzung der Entwicklungskapazitäten geschaffen.
Die Arbeiten zur Vereinheitlichung der DV-Anwendungssysteme in der Gruppe schritten planmäßig voran. Die Übernahme des Kfz-Bestandssystems der Aachener und Münchener Versicherung AG (AMV) durch die Thuringia wurde erfolgreich abgeschlossen. Parallel hierzu startete das Projekt zur gemeinsamen Neuentwicklung des Bestandsverwaltungssystems für die Sach-, Unfall- und Haftpflichtsparten. Durch die konzernweite Implementierung von SAP R/3 erhielten die einzelnen Gesellschaften eine wichtige Grundlage für mittelfristige Kosteneinsparungen, die Bewältigung der Jahr-2000-Problematik sowie für eine schnellere und effizientere Rechnungslegung.
Unsere Strategie
Lassen Sie mich noch einige Worte zur Strategie und den Zielen der AM-Gruppe sagen:
Als bedeutende deutsche Finanzdienstleistungsgruppe bietet der AM-Konzern ein komplettes Angebot an Versicherungs-, Bank- und Bausparprodukten aus einer Hand.
Bereits vor einigen Jahren haben wir begonnen, uns auf das ertragreiche Erstversicherungsgeschäft mit Privat- und Gewerbekunden zu konzentrieren. Das Asset-Management für Dritte wird noch in diesem Jahr folgen.
Eine unserer wichtigsten Aufgaben sehen wir darin, die Vertriebswegevielfalt bzw. unsere Vertriebe zu stärken und auszubauen sowie darüber hinaus die sich aus der Zusammenarbeit im Konzern ergebenden Cross-Selling Potentiale konsequent zu nutzen.
Schließlich - darüber haben wir in den vergangenen Hauptversammlungen schon mehrfach berichtet - senken wir die Kosten der Gruppe durch Realisierung von Synergien im Konzern.
Geschäftsjahr 1998
Dieses alles spiegelt sich im Geschäftsverlauf der AM-Gruppe wider. Wie bereits eingangs erwähnt, konnten wir erneut ein erfreuliches und überdurchschnittliches Wachstum erzielen. Der AM-Konzern wuchs - bereinigt um die Auswirkungen des Verkaufs unserer niederländischen Aktivitäten - um 2,6 %. Von dem erzielten Gesamtumsatz in Höhe von 19,9 Mrd. DM (Vorjahr: bereinigt 19,4 Mrd. DM) entfielen 16,9 Mrd. DM auf Versicherungsbeiträge und 3,0 Mrd. DM auf den Bruttogeldeingang der Bausparkasse.
Die Geschäftsbereiche Lebens- und Krankenversicherung waren erneut die größten Wachstumsträger der Gruppe. Wesentliche Ursache ist die Qualität unserer Produkte und unseres Services sowie die Vertriebskraft des Konzerns. Außerdem bietet das zunehmende Bewußtsein der Notwendigkeit einer ergänzenden privaten Vorsorge ein günstiges Umfeld.
Erfreulich ist aber auch die Entwicklung unserer Schaden- und Unfallversicherer, die - im Gegensatz zum Markt, der Beitragseinbußen von 1,9 % hinzunehmen hatte - ein bereinigtes Beitragswachstum von 0,5 % im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft erzielen konnten. Dies beweist einmal mehr die Stärke unserer Vertriebswege. Besonders möchte ich dabei unseren größten Vertriebspartner, die Deutsche Vermögensberatung hervorheben, die seit vielen Jahren erheblich zum überdurchschnittlichen Wachstum der AM-Gruppe in allen Sparten beiträgt.
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung verbesserte sich um 17,2 % auf 409,6 Mio. DM. Während in den Geschäftsbereichen Leben und Kranken der versicherungstechnische Gewinn um 14,6 % auf 444,9 Mio. DM anstieg, verminderte sich der versicherungstechnische Verlust in der Schaden- und Unfallversicherung auf 35,3 Mio. DM (Vorjahr: 38,6 Mio. DM). Aufgrund des verbesserten Schadenverlaufs waren den Schwankungsrückstellungen mit 108,7 Mio. DM fast 50 Mio. DM mehr als im Vorjahr zuzuführen. Der versicherungstechnische Verlust in der Schaden- und Unfallversicherung nach Schwankungsrückstellung nahm dementsprechend auf 144,0 Mio. DM (Vorjahr: 97,8 Mio. DM) zu. Über alle Geschäftsbereiche betrachtet ergab sich ein versicherungstechnischer Gewinn von 300,9 Mio. DM (Vorjahr: 290,3 Mio. DM).
Unser Kapitalanlagenbestand (inkl. Baudarlehen, Kapitalanlagen der Fondsgebundenen Lebensversicherung und liquider Mittel) erhöhte sich im Berichtsjahr um 5,4 % auf 94,5 Mrd. DM. Den Schwerpunkt der Anlagen bildeten weiterhin festverzinsliche Werte. Entsprechend unserer Strategie, den Aktienanteil systematisch auszubauen, haben wir weiter in Dividendenwerte investiert. Unter Einbeziehung der Beteiligungen an nicht verbundenen Unternehmen machten die Dividendenwerte 15,8 % der gesamten Kapitalanlagen aus. Eine wesentliche Herausforderung war dabei die Umschichtung des aufgrund bisheriger aufsichtsrechtlicher Beschränkung überwiegend aus inländischen Aktien bestehenden Portfolios in ein europäisches Portfolio. Die Umschichtung bietet uns bessere Ertragschancen und eine breitere Risikostreuung.
Die Bewertungsreserven, die sich aus der Differenz zwischen aktuellem Marktwert und Buchwert der zu Anschaffungskosten bilanzierten Kapitalanlagen ergeben, beliefen sich auf 8,2 Mrd. DM oder 22,9 % des entsprechenden konsolidierten Kapitalanlagebestands.
Die gesamten Kapitalerträge erhöhten sich um 9,5 % auf 7 Mrd. DM; davon entfielen 5,6 Mrd. DM auf laufende Erträge. Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten wurden darüber hinaus gezielt genutzt, so daß Erträge aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von rund 1,25 Mrd. DM (Vorjahr: 750,2 Mio. DM; + 66,6 %) erzielt wurden. Anzumerken ist, daß diese Position auch Gewinne aus der teilweisen Veräußerung von Anteilen an der Assurances Générales de France enthält.
Den Kapitalerträgen standen erhöhte Aufwendungen von insgesamt 775,8 Mio. DM gegenüber. Die darin erfaßten Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstigen Aufwendungen betrugen 237,0 Mio. DM (Vorjahr: 252,7 Mio. DM), die Abschreibungen auf Kapitalanlagen erhöhten sich auf 461,0 Mio. DM (Vorjahr: 270,0 Mio. DM).
Das Kapitalanlageergebnis belief sich auf rund 6,2 Mrd. DM und konnte mit einer Steigerungsrate von 10,0 % gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich zulegen.
Nun ein kurzer Überblick zum Geschäftsverlauf der einzelnen Versicherungszweige:
Unser Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung entwickelte sich außerordentlich erfolgreich. Im Gegensatz zum Markt, der Beitragseinbußen von 1,9 % zu verzeichnen hatte, konnte die AM-Gruppe ihre Beiträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft um beachtliche 0,5 % auf 4,5 Mrd. DM steigern, während die Prämien des in Rückdeckung übernommenen konzernfremden Geschäfts planmäßig reduziert wurden. Durch geringere Rückversicherungsabgaben erhöhte sich der Selbstbehalt und führte zu einer Steigerung der verdienten Beiträge um 3,3 %. Die Schadenquote f.e.R. war mit 70,4 % (Vorjahr: 71,4 %) rückläufig. Der Anstieg der Kostenquote f.e.R. von 29,1 % auf 30,2 % war vor allem auf höhere Investitionen in die Datenverarbeitung und den Vertrieb zurückzuführen. Insgesamt wurde ein versicherungstechnisches Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung von - 35,3 Mio. DM (Vorjahr: - 38,6 Mio. DM) ausgewiesen, was im Marktvergleich sehr günstig ist.
Im bedeutendsten Geschäftsfeld der AM-Gruppe, der Lebensversicherung, erhöhten sich die Prämien einschließlich der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung insgesamt überdurchschnittlich um 4,1 % auf 9,8 Mrd. DM. Das in laufenden Beiträgen gemessene Neugeschäft wuchs um 1,4 % (Markt: 1,3 %) auf 1,1 Mrd. DM. Damit hatten wir einen Marktanteil am Neugeschäftsvolumen von immerhin 9,6 % und sind damit zweitstärkster Anbieter. Auch der Bestand konnte mit einer Versicherungssumme von 315,9 Mrd. DM erfreulich um 7,1 % ausgeweitet werden, während der Markt um 3,7 % wuchs. Aufgrund unseres konsequenten Kostenmanagements sank die Verwaltungskostenqote erneut und beträgt nunmehr 3,6 %. Der versicherungstechnische Gewinn stieg um 16,7 % auf 350,6 Mio. DM. Wir sind überzeugt, daß wir auch in Zukunft unsere Marktposition in diesem Segment weiter ausbauen können.
Die Krankenversicherung erzielte ebenso ein deutlich über der Branche liegendes Beitragswachstum von insgesamt 12,8 % auf 2,1 Mrd. DM. Dies liegt in erster Linie an einer verstärkten Nachfrage nach privaten Zusatzversicherungen, die die eingeschränkten Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen abfedern sollen. Die Schadenquote konnte trotz steigender Gesundheitsaufwendungen um beachtliche 2,4 % auf 59,8 % gesenkt werden. Einschließlich der Vermögenserträge und nach Dotierung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis auf 94,4 Mio. DM (Vorjahr: 87,7 Mio. DM).
Die BADENIA Bausparkasse verzeichnet eine Konsolidierung auf hohem Niveau, konnte sich jedoch vom allgemeinen Branchentrend nicht abkoppeln. Bedingt durch das auf historischem Tiefstand angelangte Zinsniveau nahm die Nachfrage nach Bauspardarlehen ab. Ferner verursachte die allgemeine wirtschaftliche Situation der Privathaushalte eine verständliche Zurückhaltung bei Investitionen und Kreditaufnahmen. Die neu abgeschlossene Vertragszahl verminderte sich auf rund 187 Tausend (Vorjahr: 212 Tausend) mit einer Bausparsumme von 6,4 Mrd. DM (Vorjahr: 7,9 Mrd. DM). Dennoch nahm der Bestand - gemessen an der Bausparsumme - mit 53,8 Mrd. DM (Vorjahr: 53,6 Mrd. DM) leicht zu. Der Jahresüberschuß erhöhte sich auf 24,0 Mio. DM (Vorjahr: 22,5 Mio. DM).
Unter Einbeziehung aller ordentlichen Erträge aus dem versicherungstechnischen und dem allgemeinen Geschäft stieg das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit erneut erheblich um 12,0 % auf 830,8 Mio. DM. Hinzu kamen die außerordentlichen Erträge aus dem Verkauf der niederländischen Aktivitäten von 718,5 Mio. DM, so daß wir einen Konzernjahresüberschuß vor Steuern von 1,55 Mrd. DM erzielten. Nach Abzug der Steuern verblieb noch immer ein gegenüber dem Vorjahr fast verdreifachter Konzernjahresüberschuß von 1,17 Mrd. DM.
Damit komme ich nun zu dem entscheidenden Faktor für den Erfolg eines jeden Unternehmens und insbesondere eines Finanzdienstleisters: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen möchte ich an dieser Stelle Dank und Anerkennung für das Engagement und ihre Leistungen aussprechen. Auf ihren Einsatz und Loyalität ist der überdurchschnittliche Erfolg des AM-Konzerns insbesondere zurückzuführen. Wir sind auch weiterhin bestrebt, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive und zukunftssichere Arbeitsplätze bereitstellen zu können.
Wir bekennen uns zu der gesellschaftlichen Verpflichtung, in die Ausbildung unserer Jugend zu investieren. Zum Jahresende befanden sich konzernweit 806 und damit 18 % mehr junge Leute in der Berufsausbildung als im Vorjahr.
Hohe Priorität messen wir auch den kontinuierlichen Weiterbildungsmaßnahmen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Allein im vergangenen Jahr haben wir fast 60 Mio. DM in Fortbildungsmaßnahmen investiert. Die Erhöhung der Fortbildungskosten um rund 10 Mio. DM gegenüber dem Vorjahr unterstreicht die Bedeutung, die wir der Qualität der Leistung beimessen.
Zum Jahresende beschäftigten wir gruppenweit 17 371 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland. Unser Direktversicherer, die COSMOS, die CENTRAL Krankenversicherung und die BADENIA Bausparkasse konnten aufgrund der guten Geschäftsentwicklung neue Innendienst-Arbeitsplätze schaffen. Dagegen wurden im Rahmen der Effizienzsteigerungsprojekte im Innendienst der anderen Gruppengesellschaften Arbeitsplätze abgebaut. Bei allen Unternehmen des Konzern erfolgte - wie geplant - ein Ausbau des Vertriebes.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 1999
Wie bereits eingangs erwähnt, hat die Umsetzung der Vertriebskooperation mit der Commerzbank hohe Priorität. Die Koordination der Zusammenarbeit wird seitens der AM-Gruppe von einer eigens gegründeten Abteilung "Bankkooperation" im Haus der AMB gesteuert. Start für den Vertrieb der Bankprodukte durch die Volksfürsorge war der 1.5.1999. Die übrigen Stammvertriebe folgen demnächst. Spätestens zum 15.02.2000, wenn die Kooperation mit der DBV/Winterthur beendet sein wird, beginnt die Commerzbank mit der Vermittlung von Versicherungsprodukten unserer Gruppe.
Seit dem 01.03.1999 kooperiert der Direktversicherer unserer Gruppe, die CosmosDirekt, mit dem Otto-Versand Hamburg, dem größten Versandhandelshaus der Welt (18 Millionen Kunden). Den Kunden des Otto-Versands werden zukünftig im Katalog und in Mailings oder via Internet Cosmos-Produkte angeboten.
Derzeit befinden wir uns in der Gründungsphase einer eigenen Kapitalanlagegesellschaft. Mit dieser wollen wir uns in dem Wachstumsmarkt "Fondsgeschäft" frühzeitig positionieren und vor allem unseren Kunden für ablaufende Lebensversicherungen eine Anlagemöglichkeit in unserem Konzern bieten. Unser Fondsangebot wird Basisfonds, also Geldmarkt-, Renten- und Aktienfonds, Dachfonds und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt Spezialitäten-/Themenfonds umfassen. Mit einem Kapitalanlagevolumen von inzwischen rd. 100 Mrd. DM gehört die AM-Gruppe zu den größten institutionellen Anlegern in Deutschland. Durch den Einstieg in die Vermögensverwaltung für Dritte werden künftig auch private Anleger von dem Erfahrungsschatz unserer Fondsmanager profitieren können.
Alle Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Ertragsverbesserung werden konsequent fortgesetzt. Neben der Migration des Kfz-Bestandsverwaltungssystems der Aachener und Münchener Versicherung AG (AMV) zur Volksfürsorge Deutsche Sachversicherung AG (VDS) wird in diesem Jahr primär die Neuentwicklung des Bestandsverwaltungssystems für die Sach-, Unfall- und Haftpflichtsparten vorangetrieben.
Hinsichtlich der Umstellung auf die neue Währung und der Jahr-2000-Problematik sind wir gut gerüstet. Seit Jahresbeginn bieten unsere Konzerngesellschaften ihren Kunden einen sogenannten Euro-Service. Das bedeutet, alle wichtigen Betragsfelder in den Schriftstücken werden sowohl in DM als auch in Euro ausgewiesen, um die Gewöhnung an die neue Währung zu erleichtern. Darüber hinaus wird das Produktangebot fast aller Gruppenunternehmen ab Jahresmitte 1999 um spezielle Euro-Tarife erweitert.
Wie Sie den Medien der letzten Wochen entnehmen konnten, haben meine Vorstandskollegen und ich beschlossen, die Führung der AMV und der AM-Leben unter einheitliche Leitung zu stellen. Neben einer gemeinsamen Leitung im Vorstand werden eine Reihe von Funktionen bzw. Stabsabteilungen in den Hauptverwaltungen beider Gesellschaften zusammengelegt.
Die beiden Gesellschaften bleiben jedoch rechtlich selbständig. Die Vertriebe werden wie bisher getrennt am Markt auftreten. Dies entspricht der strategischen Ausrichtung unseres Konzerns, vorhandene Vertriebe zu stärken, um ein überdurchschnittliches Wachstum zu erreichen.
Meine Damen und Herren, die AMB ist stets bemüht, dem Informationsbedürfnis ihrer Aktionäre Rechnung zu tragen und die Geschäftsentwicklung des Konzerns transparent zu machen. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Kapitalmärkte und des damit einhergehenden verschärften Wettbewerbs um Kapital, von dem auch die AMB als zweitgrößter Wert im MDAX betroffen ist, gewinnt deshalb die Rechnungslegung nach internationalen Vorschriften zunehmende Bedeutung. Aus diesem Grund ist es für das Geschäftsjahr 1999 erstmals vorgesehen, den Konzernabschluß nach IAS/US-GAAP zu erstellen und die unterjährige Berichterstattung zu intensivieren.
Vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Kapitalmärkte ist auch unsere Umstellung des Grundkapitals auf den Euro zu sehen, die der Hauptversammlung unter TOP 8 vorgeschlagen wird. Damit setzen wir konsequent unsere Ausrichtung fort, die bei der letzten Hauptversammlung mit der Umstellung auf Stückaktien eingeleitet wurde.
Lassen Sie mich einige Worte zum Steuerentlastungsgesetz sagen, das für die Versicherungswirtschaft mit einer Belastung von mehr als 8,75 Mrd. DM gerade das Gegenteil bedeutet. Entsprechend unserem Marktanteil würde die AM-Gruppe voraussichtlich mit Mehrsteuern von über 400 Mio. DM belastet. Doch wie hoch die Belastungen tatsächlich sein und sich über die Jahre verteilen werden, ist völlig unklar, da die entsprechenden Durchführungsverordnungen noch nicht vorliegen. Wir halten diese Regelungen für systematisch falsch und unangemessen hoch. Ebenso wie die gesamte Versicherungswirtschaft sehen wir in den Mehrbelastungen Nachteile, um im europäischen Wettbewerb bestehen zu können.
Geschäftsverlauf 1999
Ich komme nun abschließend zum Geschäftsverlauf des Jahres 1999.
Im 1. Quartal konnte die AM-Gruppe ihre Beiträge im Versicherungsgeschäft um 2,6 % steigern. Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der stärkste Wachstumsträger war jedoch wiederum die Lebensversicherung. Das Neugeschäft - gemessen an den laufenden Beiträgen - nahm um 5,8 % (auf 273,6 Mio. DM) zu. Insgesamt erhöhten sich die Beiträge gegenüber dem Vorjahr um 4,1 %.
Infolge eines verhaltenen Neugeschäfts zum Jahresbeginn nahmen die Beiträge in der Krankenversicherung um 3 % zu. Bereits in den vergangenen 2 Monaten wurde jedoch wieder eine verstärkte Nachfrage nach Krankenversicherungsschutz festgestellt.
Den Kompositversicherern gelang es, nahtlos an die gute Geschäftsentwicklung des Vorjahres mit einem erfreulichen Neugeschäft, insbesondere auch in der Kraftfahrtversicherung, anzuschließen. Entgegen der allgemein negativen Marktentwicklung mit einem erwarteten Beitragsminus von 1,2 % erhöhten sie ihre Beiträge um 1,0 %.
Das Netto-Neugeschäft der BADENIA Bausparkasse verlief mit einer Bausparsumme von 1,5 Mrd. DM im 1. Quartal in ruhigen Bahnen. Auch wenn der Anteil der Commerzbank in diesem Zeitraum noch vergleichsweise gering ausfiel, so entwickelt sich die Zusammenarbeit doch zunehmend positiv.
Zu den übrigen Ergebnisfaktoren lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen machen. Ich möchte hier nur soviel sagen, daß im Schadenverlauf gegenwärtig leichte Verschlechterungen erkennbar sind und die Kostenentwicklung planmäßig verläuft. Im Kapitalanlagebereich setzen wir unsere Aktivitäten zur Umschichtung des Portefeuilles mit Steigerung des Aktienanteils fort. Die aus dem Bestand erzielten laufenden Erträge aus Kapitalanlagen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreswert um 6,0 %.
Für das gesamte Jahr 1999 haben wir uns wiederum ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt, indem wir - wie in den Vorjahren - stärker wachsen wollen als der Durchschnitt des Marktes. Das bedeutet, wir wollen weitere Marktanteile hinzugewinnen. Den größten Beitrag werden - entsprechend ihrem Anteil am Prämienvolumen der AM-Gruppe - die Lebensversicherer leisten. Wir rechnen hier mit einer Beitragssteigerung von über 4 %.
In der Krankenversicherung wird das überdurchschnittliche Beitragswachstum (Markt: 4,6 %) sowohl aus einem dynamischen Neugeschäft als auch Beitragsanpassungen im Bestand resultieren.
Durch das kontinuierlich verbesserte Produktangebot und die kundenorientierten Vertriebsorganisationen erwarten wir in der Schaden- und Unfallversicherung wieder einen Prämienanstieg, während der Markt mit weiteren Beitragseinbußen rechnet.
Ebenso wird bei der BADENIA Bausparkasse mit einem Anstieg des Neugeschäfts gerechnet. Dies gilt insbesondere unter dem Aspekt zusätzlicher Vertriebskapazitäten aus dem neu hinzugekommenen Bankvertrieb.
Meine Damen und Herren, auch im Geschäftsjahr 1999 bleibt die AM-Gruppe auf Erfolgskurs, dessen bin ich mir sicher. Die bisherigen Ergebnisse unserer Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Effizienzsteigerung zeigen, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Wir werden unsere Aktivitäten konsequent fortsetzen.
Detaillierte Aussagen über das Gesamtjahr sind, wie ich bereits sagte, noch zu früh. Doch wenn sich der Schadenverlauf nicht gravierend verschlechtert und die Entwicklung der Finanzmärkte weitgehend kontinuierlich verläuft, rechnen wir für 1999 mit einer erneuten Steigerung des Konzernergebnisses und einer zusätzlichen Stärkung der Ertragskraft unserer Gruppe.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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