Allianz setzt auf internationales Talent-Management

12.10.2009 | München
Gut vorbereitet auf Generationenwechsel im Top Management / Globalisierung und organisatorischer Wandel erfordern neue Führungs-Qualitäten

Die Anzahl der Erwerbstätigen wird in den kommenden Jahren besonders in Europa stark zurückgehen und es wird immer weniger junge und immer mehr ältere Arbeitnehmer geben. Globaler Wettbewerb und technologische Entwicklung erfordern zudem schnellere Anpassungen der Unternehmen. "Vor allem im Top Management steht ein Generationenwechsel bevor," so Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE und verantwortlich für das internationale HR-Management. "Auf diese Veränderung bereiten wir uns systematisch vor und bauen unseren Führungskräfte-Nachwuchs weltweit auf."

Die Allianz hat ein internationales Talent Management System eingeführt, in dem die Schlüssel-Qualifikationen für die Top-Positionen definiert und alle Potenzialkandidaten erfasst sind. 2008 wurden erstmals ca. 3000 Kandidaten in etwa 60 Karriere-Konferenzen weltweit diskutiert. Michael Diekmann: "Damit haben wir Planungssicherheit und einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil durch die Fähigkeit zum organisatorischen Wandel."

Neue Anforderungen an Management

Internationale Erfahrung ist inzwischen eine notwendige Qualifikation für Top-Führungskräfte. Zudem ist ein neuer Manager-Typus gefragt: "In der heutigen Zeit braucht es keine Leitwölfe mehr", erklärt Prof. Wolfgang Jenewein, Professor für Leadership und Entrepreneurship von der Universität St. Gallen. "Es braucht Führungspersönlichkeiten, die ein Kollektiv fördern und die Verantwortung teilen können." Die Allianz erfasst für ihre Potenzialkandidaten neben den fachlichen Qualifikationen systematisch, inwieweit sie diese neuen Kompetenzen bereits haben und wo individueller Entwicklungsbedarf besteht.

Internationale Management-Entwicklung

Bereits vor zehn Jahren hat das Unternehmen die Notwendigkeit für eine koordinierte internationale Führungskräfte-Entwicklung erkannt und das Allianz Management Institute (AMI) gegründet. Das AMI ist die erste von der European Foundation for Management Development (EFMD) akkreditierte Corporate University in Europa und fungiert als Dachorganisation für die Entwicklung der etwa 1000 Führungskräfte in der gesamten Allianz Gruppe. Weltweit hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 20,2 Millionen Euro in die Weiterbildung von Managern investiert.

In Asien laufen bereits seit 2008 im Rahmen des Future Leadership Programms Kurse in Singapur und Peking. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung von Kernkompetenzen, die im Einklang stehen mit dem dynamischen Wachstum der Region Asien-Pazifik.

Mitarbeiter-Qualifikation und Generationen-Management als Wettbewerbsvorteil

Während die Mitarbeiterzahlen in der Wirtschaft in den nächsten Jahren sinken, werden die Verantwortungsbereiche der verbleibenden Mitarbeiter größer: dadurch wird kontinuierliche Fortbildung zu einem Muss. Die Allianz Gruppe investiert deshalb in die spezielle Weiterbildung von Fachkräften. So wurde beispielsweise ein internationales Trainingsprogramm speziell für Aktuare aufgelegt. Angesprochen werden sowohl talentierte neue Aktuare als auch Fachkräfte, die bereits bei der Allianz unter Vertrag stehen. Dazu werden im Rahmen des "Global Actuarial Development Program" derzeit die ersten Experten geschult.

Im Bildungsbereich stellt sich darüber hinaus die Frage, wie in alternden Belegschaften Weiterbildung und Fortschritt sichergestellt werden. Prof. Markku Wilenius, in der Allianz zuständig für die wissenschaftliche Erforschung zukünftiger Szenarien, prognostiziert: "Die Lebenserfahrung der älteren Generation ist ein kostbarer gesellschaftlicher Wert, der nicht verschwendet, sondern produktiv eingesetzt werden muss. In den Märkten der Zukunft werden genau die Unternehmen erfolgreich sein, die es verstehen, die Kenntnisse und Erfahrungen der älteren Generation effektiv einzusetzen."

Die Allianz Deutschland AG hat z.B. eigene Qualifizierungsprogramme für ältere Mitarbeiter entwickelt, in denen die Teilnehmer vor allem ihre eigenen Stärken und Erfahrungen herausarbeiten, um diese weiterzuentwickeln, im Unternehmen einzusetzen und weiterzugeben. Insgesamt wurden die Mitarbeiter der Allianz Gruppe weltweit im letzten Jahr knapp 587.000 Tage geschult.

Quelle: Pressemeldung Allianz

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