AM-Gruppe zieht positive Bilanz für das Geschäftsjahr 1999 Konzernabschluss erstmals nach Internationalen Rechnungslegungsstandards
Der Konzernabschluss wurde erstmalig nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IAS) aufgestellt. Bei den gebuchten Versicherungsbeiträgen erzielte die AM-Gruppe einen erfreulichen Anstieg um 4,2 % auf 8,1 Mrd. Euro. Der Konzern-Jahresüberschuss vor Sondereffekten lag mit einer Steigerung um 11,6 % auf 262,1 Mio. Euro ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Dementsprechend erhöhte sich das Ergebnis je Aktie von 4,47 Euro im Vorjahr auf nun 4,91 Euro. Aufgrund des erfreulichen Geschäftsverlaufs plant die AMB, die Dividende auf 2,30 DM (umgerechnet 1,18 Euro) nach 2,00 DM (umgerechnet 1,02 Euro) im Vorjahr zu erhöhen.
Entwicklungsschwerpunkte 1999/2000
Die im Herbst 1998 vereinbarte Vertriebskooperation mit der Commerzbank wurde 1999 sukzessiv mit Leben gefüllt. Das von der Commerzbank für die BADENIA Bausparkasse AG, Karlsruhe vermittelte Bausparvolumen lag bei 335,0 Mio. Euro. Von der AM-Gruppe wurden in etwa einem halben Jahr bereits Bankprodukte in Höhe von 170 Mio. Euro (vorwiegend Baufinanzierungen) vermittelt. Auch der Vertrieb von Versicherungsprodukten durch die Commerzbank seit 15. Februar 2000 ist erfolgreich angelaufen.
Bei CosmosDirekt können Versicherungen bereits im Internet abgeschlossen werden. Inzwischen kommen mehr als 10 % des Neugeschäfts der COSMOSLeben über diesen Vertriebsweg zustande. Darüber hinaus gingen die Cosmos-Versicherungen eine Kooperation mit dem größten Versandhaus der Welt, dem Otto-Versand, ein.
Durch den Erwerb einer Beteiligung an der DBS Deutsche Bausparkasse AG, Darmstadt in Höhe von 91 % gewann die BADENIA neue Vertriebswege hinzu.
Der Aufbau des neuen Kerngeschäftsfeldes "Vermögensanlage für Dritte" wurde abgeschlossen. Die "AM Generali Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH" nahm zum 1.4.2000 ihre Tätigkeit mit Geldmarkt-, Renten-, Aktien- und Dachfonds auf.
Im Oktober 1999 wurde der Verkauf der Beteiligung an der BfG Bank AG vereinbart.
Im Rahmen der Effizienzsteigerungsmaßnahmen wurde die Harmonisierung der Betriebsprozesse ebenso wie die Vereinheitlichung der Anwendungssysteme in der Gruppe vorangetrieben. Die Projekte laufen planmäßig. Von dem geschätzten Einsparungsvolumen von insgesamt 205 Mio. Euro wurden bis zum Jahresende 1999 124 Mio. Euro realisiert.
Mit dem Ziel der weiteren Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit wurden zum 1. Juni 1999 die AMLeben und AMVers unter einheitliche Leitung gestellt und die gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen intensiviert. Hieraus werden Einsparungen von 9 Mio. Euro erwartet.
Durch die im November 1999 beschlossene Eingliederung der Generali Lloyd-Gesellschaften, München in die AM-Gruppe baut diese ihre Marktstellung in der Komposit- und Lebensversicherung auf nun jeweils Rang 2 im deutschen Versicherungsmarkt aus. Die Vorarbeiten zur Einbindung sollen bis zum 19. Juni 2000 abgeschlossen sein. Insgesamt lässt sich das zu erwartende Einsparungspotenzial auf ca. 56 Mio. Euro beziffern.
Um der steigenden Bedeutung des Internet Rechnung zu tragen, wurden die Aktivitäten in unternehmensübergreifenden fachlichen und technischen Kompetenzzentren angesiedelt.
Das Angebot zum Erwerb von Belegschaftsaktien der AMB wurde mit einer Zeichnungsquote von 70 % aller Bezugsberechtigten der AM-Gruppe positiv aufgenommen.
Die am 7. Juni 2000 stattfindende Hauptversammlung wird darüber beschließen, den Vorstand der AMB zum Erwerb eigener Aktien zu ermächtigen. Die Ermächtigung soll für maximal 10 % des gegenwärtigen Grundkapitals gelten und ist befristet bis zum 30.11.2001.
Geschäftsverlauf 1999
Der Konzernabschluss der AM-Gruppe wurde 1999 erstmalig nach Internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IAS) aufgestellt. Die Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung gliedern sich in zwei Bereiche, zum einen die Darstellung des Geschäftsverlaufs als wirtschaftliche Einheit mit konsolidierten Beträgen; zum anderen die Segmentberichterstattung (Lebens- und Krankenversicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Finanzdienstleistungen). Hier erfolgt eine Eliminierung der Beziehungen ausschließlich innerhalb des Segments.
Verlauf des Gesamtgeschäfts
Konzernjahresüberschuss
Der Konzernjahresüberschuss - vor Berücksichtigung von Sondereffekten in den Geschäftsjahren 1998 und 1999 - stieg um 11,6 % auf 262 Mio. Euro (Vorjahr: 235 Mio. Euro). Unter Einbeziehung der Sondereinflüsse ergab sich ein ausgewiesener Konzernjahresüberschuss von 289 Mio. Euro in 1999 nach 641 Mio. Euro im Vorjahr. Die Differenz zwischen dem Jahresergebnis vor Sondereffekten und dem ausgewiesenen Konzernjahresüberschuss im Jahr 1998 resultiert aus dem damals entstandenen Ertrag aus der Veräußerung "langfristiger Finanzinvestitionen", insbesondere der niederländischen Tochtergesellschaften. In 1999 ist die Differenz auf den verringerten Aufwand aus der Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 45 % auf 40 % und die durch Rückstellungsbildung berücksichtigte Endkonsolidierung der BfG Bank zurückzuführen.
Beiträge aus dem Versicherungsgeschäft
Die gebuchten Bruttobeiträge aus dem Versicherungsgeschäft stiegen erfreulich um 4,2 % auf 8147 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der Beiträge aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung - die allerdings nach IAS nicht als Beiträge erfasst werden - ergab sich eine Gesamtprämieneinnahme von 8909 Mio. Euro. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 4,4 %. Einen wesentlichen Anteil an dieser guten Entwicklung hatte wiederum die Deutsche Vermögensberatung DVAG mit ihren inzwischen über 22000 Vermögensberatern.
Kapitalerträge
Bereinigt um Sondereffekte aus dem Abgang langfristiger Finanzinvestitionen nahmen die Netto-Erträge aus Kapitalanlagen um 9,9 % auf 3808 Mio. Euro zu. Die laufenden Kapitalerträge (netto) erhöhten sich im Berichtszeitraum um 4,6 % auf 3029 Mio. Euro. Die übrigen Erträge (netto) mit insgesamt 779 Mio. Euro (Vorjahr: 570 Mio. Euro) wurden durch die (bereinigten) realisierten Gewinne aus Kapitalanlagen und die nicht realisierten Gewinne aus der Fondsgebundenen Lebensversicherung dominiert.
Leistungs- und Kostenverlauf
Die aufgrund der angewandten neuen Rechnungslegungsvorschriften umfassender definierten Leistungen wuchsen um 6,1 % auf 8943 Mio. Euro. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (netto) stiegen um 6,7 % auf 1622 Mio. Euro.
Kapitalanlagebestand
Die gesamten Kapitalanlagen (einschließlich der Kapitalanlagen aus der Fondsgebundenen Lebensversicherung) erhöhten sich im Berichtszeitraum um 7,1 % auf 57,7 Mrd. Euro. Erneut wurde die Internationalisierung der Kapitalanlagen vorangetrieben und der Anteil der Aktien am Gesamtbestand nochmals erhöht. Die gesamten "Assets under Management" erhöhten sich 1999 um 6,0 % auf 59,0 Mrd. Euro.
Dividendenerhöhung
Auch für das Geschäftsjahr 1999 wird der am 7. Juni 2000 in Aachen stattfindenden Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende vorgeschlagen, und zwar auf 1,18 Euro (2,30 DM) je Stückaktie nach 1,02 Euro (2,00 DM) im Vorjahr. Inklusive der Steuergutschrift von 0,50 Euro (0,99 DM) beträgt die Dividendenrendite für Inlandsaktionäre somit 2,43 % (Basis: Jahresschlusskurs 69,00 Euro).
Segmentberichterstattung
Lebens- und Krankenversicherung
Das eingelöste Neugeschäft der Lebensversicherer - gemessen in laufenden Jahresbeiträgen - stieg um 58,6 % auf 871 Mio. Euro. Diese Geschäftsentwicklung wurde wesentlich beeinflusst durch die politische Debatte über eine mögliche künftige Besteuerung der Erträge aus Kapital bildenden Lebensversicherungen. Der Versicherungsbestand nahm um 11,7 % auf 180 Mrd. Euro Versicherungssumme zu. Daraus wurden gegenüber dem Vorjahr um 7,8 % auf 4,7 Mrd. Euro gestiegene Beiträge erzielt. Entsprechend dem größeren Geschäftsvolumen stiegen die Leistungen netto um 10,0 % auf 6,5 Mrd. Euro. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb nahmen um 16,0 % auf 797 Mio. Euro zu. Einen überproportionalen Zuwachs um 13,2 % auf 3,1 Mrd. Euro verzeichneten die Erträge aus Kapitalanlagen (netto). Dabei erhöhten sich die laufenden Erträge um 5,8 % und die übrigen Kapitalerträge durch stark gestiegene nicht realisierte Erträge aus der Fondsgebundenen Lebensversicherung um 45,4 %. Diese werden der Deckungsrückstellung zugeführt. Aus dem Abgang von Kapitalanlagen ergaben sich jedoch - bedingt durch das gestiegene Zinsniveau - ergebniswirksame Verluste, so dass sich der Jahresüberschuss in diesem Bereich auf 78 Mio. Euro verminderte (Vorjahr: 86 Mio. Euro).
Im Krankenversicherungsgeschäft erzielte die AM-Gruppe ein annähernd marktkonformes Beitragswachstum von 2,6 % auf 1,0 Mrd. Euro. Mit einem Zuwachs um 2,4 % auf 994 Mio. Euro blieb der Zuwachs der Leistungen erfreulicherweise unter dem des Beitragsanstiegs. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen um 8,6 % auf 153 Mio. Euro. Die Erträge aus Kapitalanlagen (netto) erhöhten sich um 5,2 % auf 190 Mio. Euro. In diesem Geschäftsfeld erhöhte sich der Jahresüberschuss von 31 Mio. Euro im Vorjahr auf 36 Mio. Euro im Berichtsjahr.
Schaden- und Unfallversicherung
Der Zuwachs der Versicherungsbeiträge der Schaden - und Unfallversicherer im selbst abgeschlossenen Geschäft um 1,4 % auf 2,2 Mrd. Euro hebt sich sehr erfreulich von der Branchenentwicklung ab: der Markt musste ein Minus von 0,4 % hinnehmen. Ein überdurchschnittliches Wachstum wiesen insbesondere die Kraftfahrt-, Unfall- und Haftpflichtversicherung aus. Einschließlich des planmäßig reduzierten in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäfts von 347 Mio. Euro ergaben sich um 0,5 % höhere Gesamtbeiträge von 2,6 Mrd. Euro. Die Leistungen verminderten sich um 2,3 % auf 1,5 Mrd. Euro. Durch Effizienzsteigerungen sowie weitere Kosteneinsparungen konnten die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb um 2,9 % auf 675 Mio. Euro reduziert werden. Die Erträge aus Kapitalanlagen (netto) wuchsen bereinigt um den Abgang langfristiger Finanzinvestitionen um 15,6 % auf 508 Mio. Euro. Der ebenfalls bereinigte Jahresüberschuss erhöhte sich um 81,4 % auf 310 Mio. Euro.
Finanzdienstleistungen
Das dritte Segment, der Finanzdienstleistungssektor, umfasst gegenwärtig nahezu ausschließlich das Bauspargeschäft. Die Ergebnisse der neuen Kapitalanlagegesellschaft werden hier erstmals im Jahr 2000 erfasst. Allerdings finden hier die vorgezogenen Aufwendungen aus der Endkonsolidierung der inzwischen veräußerten BfG Bank ihren Niederschlag.
Bedingt durch das niedrige Zinsniveau, verbunden mit einer verstärkten Konkurrenz zwischen Bauspar- und Hypothekenfinanzierung, verzeichnete das eingelöste Neugeschäft im Bausparsektor 1999 lediglich eine moderate Steigerung um 1,5 % auf 3,7 Mrd. Euro Bausparsumme. Der Vertragsbestand lag mit einer Zuwachsrate von 0,2 % bzw. einer Bausparsumme von 31,2 Mrd. Euro nur leicht über Vorjahresniveau. Erfreulich entwickelten sich die Baudarlehen mit einem Anstieg um 6,5 % auf 3,4 Mrd. Euro; dies war vor allem auf eine kräftige Zunahme der Vorausdarlehen zurückzuführen.
Insgesamt verminderte sich der Gewinn im Segment Finanzdienstleistungen - als Folge der vorgezogenen Aufwendungen aus der Endkonsolidierung der BfG Bank - von 28 Mio. Euro im Vorjahr auf 14 Mio. Euro im Berichtsjahr.
Ausblick 2000
Geschäftsentwicklung der ersten drei Monate
Die gebuchten Brutto-Beiträge der inländischen Erstversicherer der AM-Gruppe erhöhten sich im 1. Quartal 2000 deutlich um 8,9 % auf 2,5 Mrd. Euro. Alle Segmente trugen zu diesem erfreulichen Anstieg bei. Infolge des außerordentlich hohen Neugeschäfts zum Ende des Vorjahres nahmen die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer überproportional um 12,9 % zu (Markt + 6,6 %). Das Neugeschäft in diesem Bereich erhöhte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres - gemessen in laufenden Beiträgen - um 46 % (Markt ./. 0,7 %) auf rund 204 Mio. Euro. Hierbei handelte es sich zu einem wesentlichen Teil um Überhang aus dem Vorjahr. In der Kompositversicherung wirkte sich unter anderem die Beitragsanpassung in der Kraftfahrtversicherung, die zu Jahresbeginn vorgenommen wurde, positiv aus. Hier betrug die Zuwachsrate 5,4 %. Die Prämien der Krankenversicherer konnten ebenfalls deutlich um 5,5 % gesteigert werden.
Die BADENIA Bausparkasse realisierte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ein gegenüber dem Vorjahr leicht niedrigeres Netto-Neugeschäft von 41.546 Verträgen mit einer Bausparsumme von insgesamt 0,8 Mrd. Euro.
Das Neugeschäft der AM Generali Invest ist sehr erfreulich angelaufen. Mehr als die Hälfte der Anträge betreffen Dachfonds, und weitere 40 % entfallen auf Aktienfonds.
Insgesamt rechnet die AM-Gruppe im Jahr 2000 wieder mit wachsenden Marktanteilen und einer positiven Ergebnisentwicklung, die es ermöglicht, erneut die vorgeschlagene erhöhte Dividende zu zahlen.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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