2007 deutlich über dem Markt gewachsen
Der Konzern Versicherungskammer Bayern setzt auf Wachstum und baut seine Marktposition weiter aus. "Das Geschäftsmodell, der auf Regionen ausgerichteten Versicherer bewährt sich auch in schwieriger werdenden Märkten. Ausschlaggebend für den Erfolg sind die hohe Kundennähe und Vertriebsorientierung", so Schubring-Giese auf der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz.
Die Geschäftsergebnisse im Überblick:
Die Beiträge stiegen im Geschäftsjahr 2007 deutlich über dem Markt. Die gebuchten Bruttobeiträge (inkl. des Pensionskassen- und Pensionsfondsgeschäfts) legten um 2,2 Prozent (Markt: 0,7 Prozent) auf 5,66 (5,54) Mrd. € zu. Mit dem aktiven Rückversicherungsgeschäft stiegen die Beiträge auf 5,73 (5,61) Mrd. €.
Den größten Anteil an den Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft brachte mit 37,7 Prozent bzw. 2,14 Mrd. € (+ 0,1 Prozent) die Lebensversicherung; die Kompositversicherer trugen 31,4 Prozent bzw. 1,78 Mrd. € (+ 3,7 Prozent) dazu bei, die Krankenversicherung 30,9 Prozent bzw. 1,75 Mrd. € (+ 3,3 Prozent).
Das operative Geschäftsergebnis vor Steuern wuchs auf 308,8 (277,2) Mio. €. Der Konzernjahresüberschuss lag bei 75,8 (153,6) Mio. €. Die starke Ertragskraft des Konzerns wurde für eine Einmalzahlung in Höhe von 152,5 Mio. € an die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden genutzt. Zukünftige Geschäftsjahre werden dadurch entlastet.
Die Kostenquoten konnten auf einem sehr guten Niveau gehalten werden; und das bei hohen Projektinvestitionen.
Das Konzern-Eigenkapital erhöhte sich um 35,5 Mio. €. Der Schwankungsrückstellung wurden zusätzlich rund 51 Mio. € zugeführt. Damit wurde die Substanz um 86 Mio. € gestärkt.
Der Kapitalanlagenbestand stieg um 4,5 Prozent auf 33,17 (31,74) Mrd. €. Das gesamte Nettoergebnis aus Kapitalanlagen steigerte sich um 1,4 Prozent auf 1,61 (1,59) Mrd. €. Dies entspricht einer Nettoverzinsung von 5,0 Prozent.
Der Geschäftsverlauf in den einzelnen Sparten:
Lebensversicherung
Die Neubeiträge stiegen um 10,7 Prozent auf 682,5 (616,8) Mio. €. Wachstumsmotor waren Riester-Produkte sowie Renten-versicherungen gegen Einmalbeitrag. Das Beitragsvolumen der von der Versicherungskammer Bayern für die öffentlichen Versicherer verwalteten Pensionskassen und -fonds belief sich auf 297,6 (292,2) Mio. € bei 283.000 (263.887) Verträgen.
Die Stornoquote lag bei sehr guten 3,7 Prozent (Markt: 5,0 Prozent), die Verwaltungskostenquote bei 1,9 Prozent (Markt: 2,9 Prozent). Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen stieg auf 1,01 (1,00) Mrd. €. Dies entspricht einer Nettoverzinsung von 5,0 Prozent. Der Rohüberschuss konnte mit 508,3 (507,3) Mio. € auf einem sehr hohen Niveau gehalten werden.
Krankenversicherung
Die Steigerung des Prämienvolumens in der Krankenversicherung resultierte zum größten Teil aus dem Neugeschäft. Beitragsanpassungen spielten kaum eine Rolle. Sehr gut hat sich wiederum das Geschäft mit den Zusatzversicherungen entwickelt. Die Anzahl der versicherten Personen erhöhte sich um 4,3 Prozent auf rund 2,6 Millionen. Die Leistungsausgaben stiegen um 5,8 Prozent und damit in etwa wie im Markt. Die gute Verwaltungskostenquote von 2,6 Prozent konnte gehalten werden.
Schaden- und Unfallversicherung
Im hart umkämpfen Schaden- und Unfallgeschäft konnte die Versicherungskammer Bayern wesentlich besser abschneiden als der Markt. Besonders gut behauptet hat sich der Konzern im Kraftfahrt- und Sachversicherungsgeschäft. Die Anzahl der Verträge stieg um 2,8 Prozent auf 10,2 Mio. Stück; allein auf die Kraftfahrtversicherung entfielen knapp 100.000 neue Verträge. Die Brutto-Schadenquote lag bei 71,3 (66,5) Prozent, die Betriebskostenquote wie im Vorjahr bei 23,9 Prozent. Die Combined Ratio erhöhte sich auf 95,2 (90,5) Prozent.
Ausbau der Marktposition
Um weiteres Wachstum sicherzustellen werden die Prozesse und Systeme den veränderten Markterfordernissen angepasst. Beispielhaft hierfür ist der erfolgreiche Umbau der IT-Systeme.
Die neue IT-Plattform sichert einen erheblichen Wettbewerbsvorteil im Versicherungsmarkt. Im Hinblick auf externes Wachstum bezeichnete Schubring-Giese Rumänien und Bulgarien als "weitere interessante Märkte", nachdem der Konzern im Jahr 2007 erfolgreich mit zwei Versicherern in Ungarn startete.
Ein weiterer wichtiger strategischer Meilenstein innerhalb der Wachstumsstrategie ist, den Service gegenüber Vertriebspartnern und Kunden zu optimieren. In wenigen Wochen startet die Versicherungskammer Bayern deshalb mit ihrem neuen Kundenservice-Konzept, um die Ablaufprozesse für Kunden und Vertriebspartner weiter zu verbessern.
Ausblick
Die Versicherungskammer Bayern ist solide aufgestellt und für die Zukunft gut gewappnet. Ausschlaggebend hierfür ist insbesondere auch die Multikanalstrategie des Konzerns. Dies bestätigte vor wenigen Wochen bereits zum zweiten Mal die unabhängige Rating-Agentur Standard & Poor"s. Elf Kerngesellschaften des Konzerns erhielten ein "sehr gut" (A). Erstmals zählten auch die beiden Berliner Gesellschaften zu den Kerngesellschaften und wurden von "A-" auf "A" herauf gestuft. Ausschlaggebend für das sehr gute Abschneiden waren die überdurchschnittlichen Kostenvorteile aufgrund des erfolgreichen Geschäftsmodells, die solide Ertragskraft und die hervorragende Kapitalausstattung. Der Ausblick ist stabil.
Der Konzern rechnet auch in diesem Jahr mit einem Wachstum von rund 3 Prozent (Markt: 1,5 Prozent). Um dem Wettbewerb im Krankenversicherungsgeschäft zu begegnen, hat die Gesellschaft bereits mit neuen Produkten reagiert.
Aufgrund der bleibenden strukturellen Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Rente mit 67 wird mit einer steigenden Nachfrage nach Lebens- und Rentenversicherungen gerechnet. Positive Impulse wird auch die neue Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009 für die Lebens- und Rentenversicherungen bringen. Bereits zum Jahresende 2008 ist hier mit Vorzieheffekten zu rechnen. Auch in der Lebensversicherung sollen neue Produkte für einen zusätzlichen Schub sorgen. In der Schaden- und Unfallversicherung will die Versicherungskammer Bayern ihr über dem Markt liegendes Wachstum ebenfalls weiter ausbauen.
Zusammenfassung:
Konzern Versicherungskammer Bayern
(Werte in Mio. €) 2007 2006 +/-% VJ
Beitragseinnahmen brutto (mit Rückvers.) 5.730 5.608 + 2,2
Leben 2.136 2.133 + 0,1
Kranken 1.747 1.692 + 3,3
Komposit 1.780 1.717 + 3,7
In Rückdeckung übernommenes Geschäft 67,2 66,6 + 0,9
Versicherungsleistungen brutto 4.224 4.182 + 1,0
Kapitalanlagen 33.168 31.741 + 4,5
Versicherungstechnische Rückstellungen brutto 31.760 30.210 + 5,1
Jahresüberschuss 75,8 153,6 - 50,7*
Mitarbeiter 6.479 6.380 + 1,6
* Die starke Ertragskraft des Konzerns wurde für eine Einmalzahlung in Höhe von 152,5 Mio. € an die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden genutzt. Zukünftige Geschäftsjahre werden dadurch entlastet. Unter Einbeziehung der Zahlung an die ZVK lag der Konzernjahresüberschuss im Geschäftsjahr 2007 bei 75,8 Mio. €.
Fotos der Vorstände
des Konzerns Versicherungskammer Bayern finden Sie zum Download im Internet unter Presse/Fotos .
Bilanz-Pressekonferenz 2008 der Versicherungskammer Bayern 06. Mai 2008
Rede des Vorstandsvorsitzenden Friedrich Schubring-Giese
(Es gilt das gesprochene Wort)
Grüß Gott, meine Damen und Herren.
Herzlich willkommen - auch im Namen meiner Kollegen.
Zuerst möchte ich Sie mit einem neuen Kollegen im Vorstand bekannt machen. Herr Dr. Stephan Spieleder hat am 1. Januar 2008 die Nachfolge von Herrn Dr. Karl-Heinz Weinmann angetreten, der sich zum Jahresende in den Ruhestand verabschiedet hat. Herr Dr. Spieleder ist bereits seit 1997 in leitenden Positio-nen für die Versicherungskammer Bayern erfolgreich tätig - zuletzt als Leiter der Konzern-IT.
Ich möchte es gleich vorwegschicken: Für uns war es ein wirklich gutes Jahr! Manchmal hat es auch sein gutes, keine Bank zu sein!!
2007 war sehr ereignisreich: Einmal die Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten - von denen wir zum Glück nicht direkt betroffen sind. Dafür hat bei uns gleich zu Jahresbeginn "Kyrill" für heftigen Sturm gesorgt. Das waren die zwei größeren, aber nicht die einzigen Ereignisse, die das vergangene Jahr maßgeblich bestimmt haben. Auch die Umsetzung neuer gesetzlicher Rege-lungen, wie die Gesundheits- und VVG-Reform, haben uns mächtig beschäftigt.
Ich freue mich, dass wir trotz der außergewöhnlichen Ereignisse im letzten Jahr für die Versicherungskammer Bayern sagen können:
Wir waren vorne und wir sind vorne!
Wir hatten 2007 ein schwieriges Marktumfeld. Aber wir haben es wirklich gut gemeistert. Und zwar aus mehreren Gründen:
1. Wir liegen mit unserem Beitragswachstum wieder vor unseren Mitbewerbern. Mit einem Plus von 2,2 Prozent haben wir den Markt deutlich hinter uns gelassen;
2. wir haben ganz besonders im hart umkämpften Schaden- und Unfallgeschäft mit einem Plus von 3,7 Prozent wesentlich besser abgeschnitten als andere;
3. wir haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt und
4. wir haben unsere bereits sehr guten Kostenquoten gehalten. Und das bei hohen Investitionen in und durch Projekte.
Wie sehen unsere Zahlen konkret aus?
Mit einem Wachstum von 2,2 Prozent (inkl. Pensionskassen/ Pensionsfonds ebenfalls 2,2 Prozent) im selbst abgeschlossenen Geschäft konnten wir die Gesamt-Bruttobeitragseinnahmen um 121,4 Mio. Euro auf 5,66 Mrd. Euro steigern. Damit liegen wir deutlich über dem Markt, der (inkl. des Pensionskassen- und Pensionsfondsgeschäfts) um 0,7 Prozent gewachsen ist. Den größten Anteil an den Beitragseinnahmen brachte mit knapp 38 Prozent die Lebensversicherung. Die Kompositversicherer und die Krankenversicherung hatten einen Anteil von je ca. 31 Prozent.
Zu unseren Beiträgen hinzurechnen können wir auch das aktive Rückversicherungsgeschäft. Damit liegen wir bei 5,73 Mrd. Euro. Insgesamt hat unsere Gruppe seit 1995 bei den Beitragseinnahmen um 81,6 Prozent zugelegt.
Unsere Verwaltungskostenquote konnten wir auf Vorjahresniveau halten. Damit sind wir sehr zufrieden, da uns im letzten Jahr eine Vielzahl von Projekten begleitet hat. Einige davon aufgrund gesetzlicher Vorgaben - die VVG- und die Gesundheitsreform - daneben hatten wir aber eine Reihe eigeninitiierter Projekte, damit wir auch künftig unser Wachstum steigern und unseren Ertrag noch weiter verbessern.
Eine hervorragende Arbeit haben auch im letzten Jahr unsere Kapitalanleger geleistet: Der Kapitalanlagenbestand stieg um 4,5 Prozent auf 33,17 Mrd. Euro. Das gesamte Nettoergebnis aus Kapitalanlagen steigerte sich auf 1,61 Mrd. Euro oder um 1,4 Prozent. Dies entspricht einer Nettoverzinsung von 5,0 Prozent.
Ein Wort zur Finanzkrise:
Davon, meine Damen und Herren, sind wir zum Glück nicht direkt betroffen. Die Subprime-Exposures liegen in unseren Portfolios gerade mal im Promille-Bereich. Einmal mehr ist das ein Beleg für unsere konservative Anlagestrategie. Davon profitieren unsere Kunden und Eigentümer. Gleichwohl können wir uns den grundsätzlich volatilen Kapitalmärkten nicht entziehen. Aber dort, wo wir selbst die Hand drauf haben, werden wir auch künftig keine risikoreichen Engagements eingehen.
Die Versicherungskammer Bayern hat auch 2007 wieder einen ordentlichen Konzernjahresüberschuss erzielt.
Unser operatives Geschäftsergebnis vor Steuern lag bei 308,8 Mio. Euro (277,2 Mio. Euro). Damit haben wir das Vorjahresergebnis um mehr als 10 Prozent übertroffen. Die starke Ertragskraft unseres Konzerns haben wir im letzten Jahr für eine Einmalzahlung in Höhe von 152,5 Mio. Euro an die Zusatzversorgungskasse (ZVK) genutzt. Seit der Gründung des Konzerns Versicherungskammer Bayern 1995 bestand für ehemalige Angestellte des öffentlichen Dienstes eine jährliche Zahlungsverpflichtung. Diese Versorgung basierte bislang auf dem umlagefinanzierten Verfahren. Rückwirkend zum 1.1.2007 haben wir die bestehenden Ansprüche mit der notwendigen Kapitaldeckung versehen. Für zukünftige Geschäftsjahre bedeutet dieser Einmaleffekt eine erhebliche Entlastung für uns. Und dennoch: Wir haben einen Jahresüberschuss von 75,8 Mio. Euro erzielt.
Trotz des genannten Einmaleffektes hat sich das Konzern-Eigenkapital um 35,5 Mio. Euro erhöht. Und trotz dieses Einmaleffektes konnten wir der Schwankungsrückstellung zusätzlich rund 51 Mio. Euro zuführen und damit unsere Substanz um rund 86 Mio. Euro stärken.
Dieser kurze Zahlenüberblick zeigt Ihnen bereits:
Wir sind solide aufgestellt und für die Zukunft gut gewappnet. Standard & Poor"s hat uns dies vor wenigen Wochen erneut bestätigt. Zum zweiten Mal im Folgerating wurden wir mit "sehr gut" (A) ausgezeichnet. Ausschlaggebend da-für waren drei Punkte:
1. unsere überdurchschnittlichen Kostenvorteile aufgrund unseres erfolgreichen Geschäftsmodells,
2. unsere solide Ertragskraft und verbunden damit
3. unsere hervorragende Kapitalausstattung.
In das zweite Gruppenrating waren in diesem Jahr elf unserer Kerngesellschaf-ten einbezogen. Auch unsere beiden Berliner Unternehmen, die Feuersozietät und die Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg, zählen seit die-sem Jahr zu unseren Kerngesellschaften und wurden deswegen von A- auf A gestuft.
Dies bestätigt auch den Erfolg der Privatisierung unter der Regie des heutigen Ministerpräsidenten Dr. Beckstein. Stabile Eigentümerstrukturen und ein gutes Geschäftsmodell sind die Grundpfeiler, auf denen diese Erfolgsgeschichte geschrieben ist.
Die gute Bewertung durch S&P, verbunden mit dem stabilen Ausblick, ist ganz sicher ein entscheidender Erfolgsfaktor für das künftige Wachstum.
Für uns, meine Damen und Herren, stehen unsere Kunden, unsere Vertriebspartner und unsere Mitarbeiter im Mittelpunkt. Mit umfangreichen Entwicklungsprogrammen investieren wir in die stetige Qualifizierung unserer Mitarbeiter. Nur so werden sie den veränderten Bedürfnissen unserer Kunden gerecht.
Zufriedene Kunden sind das A&O für jedes Unternehmen.
Über das Marktforschungsinstitut psychonomics lassen wir mit 20 weiteren Wettbewerbern jährlich eine Kundenbefragung durchführen. Entscheidend für uns: wir liegen ganz vorne! Insbesondere in den Kategorien Kundenzufriedenheit und Kundensympathie. Genauso entscheidend für den Erfolg sind unsere Vertriebspartner. Dafür ist unsere Multikanalstrategie eine ausgezeichnete Basis. Wir sind über alle Sparten hinweg sehr gut aufgestellt:
- mit unserem Banken- und Agenturvertrieb,
- mit unserem leistungsfähigen Spezialaußendienst,
- dem Maklervertrieb,
- und den Geschäftsstellen der Landesbrandversicherung, die ihr Neugeschäft sukzessive durch Cross-Selling-Maßnahmen ausweiten.
Unsere Multikanalstrategie bietet fünf Vorteile:
- ein dichtes Netz aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Agenturen;
- einen hohen Anteil selbstständiger Unternehmer im Verkauf;
- dezentrale und regionale Vertriebsaktionen in den einzelnen Geschäftsgebieten;
- den Verkauf von Versicherungen direkt am PoS in den Sparkassen und Genossenschaftsbanken und
- die individuelle Steuerung jedes einzelnen Vertriebskanals.
Das ist eine zuverlässige Basis für den Erfolg.
Nun, welches Geschäft bringt welcher Vertriebsweg?
In Leben können die Sparkassen mit über 73 Prozent die größten Anteile für sich verbuchen. Kranken führt mit knapp 30 Prozent der Spezialaußendienst an und beim Kompositgeschäft liegen die Agenturen mit 37 Prozent knapp vor den Sparkassen.
Bei den Kundenbeziehungen konnten wir im letzten Jahr erneut einen Anteil von 37 Prozent über alle Sparten erzielen. Das bedeutet: Vier von zehn Personen, die in Bayern eine oder mehrere Versicherungen abgeschlossen haben, fühlen sich unter unserem Schirm gut aufgehoben.
Ein kurzer Überblick über die Sparten:
Für die Lebensversicherer war 2007 kein einfaches Jahr. Die Sensibilität, eigenverantwortlich für das Alter vorzusorgen, ist mittlerweile in großen Teilen der Bevölkerung vorhanden. Durch das Gesetz zur Rente mit 67 wird die eigenverantwortliche Vorsorge weiter gefördert, da kaum jemand bis 67 arbeiten will und folglich mit weiteren Rentenkürzungen rechnen muss. Dennoch war das Wachstum in Leben im letzten Jahr gering und spiegelt die nach wie vor schwierige wirtschaftliche Lage vieler privater Haushalte und die allenfalls mäßigen Einkommenszuwächse wider.
Die gebuchten Bruttobeiträge der Lebensversicherer unseres Konzerns blieben mit 2,14 Mrd. Euro (2,13) in etwa auf Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür, dass wir damit das Marktwachstum nicht ganz erreichen konnten, war die Entwicklung der Beitragseinnahmen bedingt durch den Beitragsablauf der soge-nannten 5/12-er Verträge.
Die Neubeiträge in der Lebensversicherung konnten wir dagegen um 10,7 Prozent auf circa 682 Mio. Euro (616) steigern. Positiv hat sich im letzten Jahr die Nachfrage nach Riester-Produkten und nach Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag entwickelt. Das Beitragsvolumen der von uns als Dienstleister für die öffentlichen Versicherer verwalteten Pensionskassen und Pensionsfonds belief sich auf 297,6 Mio. Euro. Der Bestand umfasste am Jahresende 283.000 Verträge.
Sehr zufrieden sind wir nach wie vor mit unserer Stornoquote von 3,7 Prozent, während der Markt bei 5 Prozent lag. Dieser gute Wert ist eine Auszeich-nung für die hervorragende Arbeit unserer Berater und unserer Mitarbeiter. Auf dem hervorragenden Niveau von 1,9 Prozent konnten wir auch unsere Verwaltungskostenquote halten, die im Markt bei rund 3 Prozent lag.
Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen haben wir noch einmal gesteigert. Es lag erneut über einer Milliarde Euro (1.013,2 Mio. Euro). Dies entspricht einer Nettoverzinsung von 5,0 Prozent. Unter dem Strich ergibt sich daraus abermals ein sehr gutes Ergebnis: Wir haben unseren Rohüberschuss in der Lebensversicherung mit 508,3 Mio. Euro auf einem sehr hohen Niveau halten können. Vor dem Hintergrund der niedrigen Marktzinsen und der volatilen Märkte ist die Gesamtverzinsung unserer Produkte wirklich attraktiv: eine Rentenversicherung gegen laufenden Beitrag erhält eine jährliche Gesamtverzinsung von 5,1 Prozent, darin sind 0,6 Prozent Schlussgewinn enthalten. Es bleibt die große Stärke der Lebensversicherung:
Eine nachhaltige Verzinsung ist garantiert, das biometrische Risiko kostengünstig abgedeckt!
Bei den Krankenversicherern sah es 2007 folgendermaßen aus:
Die privaten Krankenversicherer hatten kein einfaches Jahr. Es stand bereits im Zeichen der Gesundheitsreform.
Im vergangenen Jahr haben sich die Versicherer vor allem auf den erwarteten Wettbewerb im ersten Halbjahr 2009 vorbereitet, dem eine Reihe von Änderungen vorausgehen. Aber auch die Versicherten - egal ob privat oder gesetzlich - sind mit einer Vielzahl von Neuerungen konfrontiert, die häufig zu Unsicherheit und damit auch zu einer abwartenden Haltung führen. Besonders negativ ausgewirkt hat sich im letzten Jahr die neue gesetzliche Regelung, dass nur noch derjenige eine private Krankenversicherung abschließen darf, der drei Jahre in Folge die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat. Der Netto-Neuzugang in der Vollversicherung lag in der Branche zum Jahresende 2007 mit 0,7 Prozent auch nur knapp über dem Vorjahreswert.
Wie sah es bei uns aus?
Gut sah es bei uns aus!!
Die Bayerische Beamtenkrankenkasse und die Union Krankenversicherung sind mit einem Beitragsplus von 3,3 Prozent auf 1,75 Mrd. Euro und damit auf Marktniveau gewachsen. Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, denn wir haben es wiederum zum größten Teil durch unser Neugeschäft und nicht durch Beitragsanpassungen erzielt. Für den anstehenden Wettbewerb werden stabile Beitragssätze ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Sehr gut hat sich auch im letzten Jahr das Geschäft mit den Zusatzversicherungen, allen voran den Pflegezusatzversicherungen entwickelt. Erhöht hat sich wiederum die Anzahl der versicherten Personen. Mit einem Plus von 4,3 Prozent liegen wir nun bei rund 2,6 Millionen Versicherten.
Stärker als in den Vorjahren sind 2007 unsere Leistungsausgaben angestiegen. Mit der Steigerung von 5,8 Prozent liegen wir in etwa im Markt. Für diese Steigerung gibt es mehrere Gründe. Neben den allgemeinen Steigerungen im Gesundheitswesen ist es u.a. die Erhöhung der Mehrwertsteuer (betrifft Arzneimittel). Bei der Verwaltungskostenquote konnten wir mit 2,6 Prozent unsere gute Marktposition halten.
Mit unseren Kapitalanlagen haben wir in der Krankenversicherung ein Ergebnis von 371,8 Mio. Euro erzielt; 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Nettoverzinsung betrug 5,2 Prozent.
Nun noch ein paar Zahlen zur Schaden- und Unfallversicherung
Hier haben wir den Markt deutlich abgehängt!
Und darauf sind wir auch richtig stolz!
Wir haben nämlich ein stabiles und gut ausbalanciertes, d.h. vor allem nicht Kraftlastiges Produktportfolio. Deshalb macht sich bei uns der intensive Preiswettbewerb nicht so stark bemerkbar. Die Branche hatte hier auch im letzten Jahr mit einer negativen Umsatzentwicklung zu kämpfen.
Unsere Beitragseinnahmen stiegen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft um 3,7 Prozent auf 1,78 Mrd. Euro. Besonders gut behauptet haben wir uns im Kraftfahrt-, und im privaten Sachversicherungsgeschäft.
Die Anzahl der Verträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft erhöhte sich um 2,8 Prozent auf über 10,2 Mio. Mit ausschlaggebend dafür wa-ren die Kraftfahrtversicherungen mit knapp 100.000 neuen Verträgen. Mit der Combined Ratio lagen wir in Kraft gesamt, ohne dass sich unser Zahlungs-Reserve-Verhältnis geändert hat, trotzdem nur bei 98,8 Prozent, mit unseren bayerisch/pfälzischen Versicherern sogar nur bei 95,1 Prozent; im Markt lag sie bei 100 Prozent. Die Brutto-Schadenquote wurde von dem Sturm "Kyrill" und in Bayern zusätzlich von den Unwettern im Juli negativ beeinflusst. Sie lag im selbst abgeschlossenen Geschäft bei 71,3 Prozent - nach 66,5 Prozent im Vor-jahr. Auch unsere Betriebskostenquote kann sich mit 23,9 Prozent sehen lassen. Auch wenn das im Vergleich zum Markt schon sehr gut ist: wir wollen uns hier weiter verbessern.
Neben dem Sturm Kyrill und den Unwettern im Juli in Bayern, die zusammen mit 110 Mio. Euro zu Buche schlugen, hatten wir auch im vergangenen Jahr einige Großschäden (Schäden über 500.000 Euro). Deutlich Einfluss auf unsere Schadenquote hatte beispielsweise ein Kirchenbrand in St. Ingbert mit einem Schadenaufwand von ca. 9,5 Mio. Euro, sowie ein Brand bei einer Firma in Illertissen, der einen Schaden von 11,8 Mio. Euro verursachte.
Die Combined Ratio im gesamten Kompositgeschäft erhöhte sich auf 95,2 Prozent, der Markt liegt über 97 Prozent.
Soviel zum Überblick zur Entwicklung in den Sparten. Ausführlicher finden Sie das Ganze in den Geschäftsberichten, die Ihnen heute druckfrisch vorliegen. Aber natürlich stehen auch wir Ihnen im Anschluss gerne für weitere Fragen zur Verfügung.
Lassen Sie mich kurz auf zwei unserer strategischen Eckpfeiler eingehen, die wegweisend für die weitere Entwicklung unseres Konzerns sein werden.
Dies sind :
- der Ausbau unserer Marktposition und
- die stetige Verbesserung der Kunden- und Vertriebspartnerorientierung
Wir wollen unsere Marktposition weiter ausbauen. Dafür sind wir gut gerüstet. Das zeigt ein Rückblick.
In den letzten fünf Jahren stiegen die gebuchten Bruttobeiträge unseres Konzerns um rund 26 Prozent, der Markt nur um etwa 14 Prozent. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist hierbei unser Geschäftsmodell als regionaler Versiche-rer in Bayern, in der Pfalz, in Berlin/ Brandenburg und im Saarland.
Um weiteres Wachstum sicherzustellen, passen wir unsere Prozesse und Systeme den veränderten Markterfordernissen an. Das ist der richtige Weg.
Beispielhaft dafür ist der Umbau unserer IT-Systeme. Mit unserer neuen IT-Plattform haben wir in einem engen und penibel eingehaltenen Zeitkorsett eine Systemlandschaft geschaffen, die in der Branche keinen Vergleich scheut. Auf diese integrierte Plattform haben wir bis Ende des Jahres 2007 die Komposit- und Lebenbestände in Berlin vollständig migriert.
Ich bin zuversichtlich, dass wir die noch ausstehende Migration der weiteren Sach- und Lebensparten in München bis spätestens Ende 2009 ebenso gut über die Bühne bringen werden. Damit haben wir einen ganz erheblichen Wettbewerbsvorteil im Versicherungsmarkt.
Dieser Vorteil kann entscheidend sein, wenn wir weiterhin eine gewichtige Rolle spielen wollen. Und wir wollen eine gewichtige Rolle spielen!
Externes Wachstum ist in diesem Zusammenhang für uns kein Problem, solange es in unser Geschäftsmodell passt. Im letzten Jahr haben wir gemeinsam mit der MKB Bank und der Bayern LB zwei Versicherungsgesellschaften in Ungarn gegründet - einen Lebens- und einen Kompositversicherer - deren Entwicklung mich rund sieben Monate nach Geschäftsstart optimistisch stimmt. Wir haben dort bis Ende April über 6.000 Verträge abgeschlossen. Weitere interessante Märkte sind für uns derzeit Rumänien und Bulgarien - der Markteintritt könnte uns durch die dort ebenfalls tätige MKB Bank erleichtert werden.
Das Ausland, meine Damen und Herren, werden wir uns künftig auch im Bereich der Krankenversicherung näher ansehen. Die Erfahrung der letzten Gesundheitsreformen zeigt, dass die Wachstumsmöglichkeiten im Inland zunehmend durch gesetzliche Vorgaben reglementiert werden.
Gleichwohl streben wir auch den Ausbau der Marktposition im Inland an. Das Thema Konsolidierung bei den öffentlichen Versicherern ist dabei ein wichtiges Stichwort.
Hier nur ein paar wenige Sätze zur Entwicklung bei den öffentlichen Versicherern, wenngleich ich Sie zu diesem Thema gerne auf die Pressekonferenz des Verbandes am 9. Juli in Düsseldorf verweisen möchte.
Die Versicherungskammer Bayern strebt in dem weiteren Prozess eine gewichtige Rolle an. Ich kann das heute so selbstbewusst sagen. Wir können ein deutliches Gewicht in die Waagschale werfen. Das ergeben unsere Assets wie:
- Kapitalausstattung,
- Finanzmanagement,
- IT-Plattform und
- unsere Erfahrung im Umgang mit Gemeinschaftsunternehmen.
Gleichwohl handelt es sich um ein Thema, dessen Entscheidung in der Macht unserer Eigentümer liegt. Wir können die Antwort nur mit unseren guten Kennzahlen untermauern.
Ich bin ein Befürworter der Südschiene - das wissen Sie. Aber der Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes, Herr Dr. Naser, hat es in den letzten Wochen bereits mehrmals betont und das gilt auch für mich: Lassen Sie uns abwarten, bis die Folgen der Kapitalmarktkrise für die Landesbanken eindeutiger beurteilt werden können. Auch wenn man die Landesbanken und die öffentlichen Versicherer grundsätzlich getrennt betrachten muss: es handelt sich um eine politische Entscheidung; das macht eine voneinander unabhängige Sicht schwierig. Welche Lösung am Ende auch steht:
Es muss dadurch die Wettbewerbsposition des Sparkassen-Verbundes als Ganzes gestärkt werden, ebenso wie die der Sparkassen als Eigentümer und wichtigste Vertriebspartner der öffentlich-rechtlichen Versicherer. Außerdem muss die starke Wettbewerbsfähigkeit sowie die regionale Verwurzelung der öffentlichen Versicherer, also ihr Geschäftsmodell, auch in Zukunft erhalten bleiben.
Soviel zum Ausbau unserer Marktposition.
Verbesserung der Kunden- und Vertriebspartnerorientierung
Die Zufriedenheit unserer Kunden und Vertriebspartner ist einer der wichtigsten Schlüssel für die Zukunft unserer Unternehmen. Dafür haben wir im letzten Jahr intern ein großes Projekt vorangetrieben. Wir werden in wenigen Wochen mit unserem neuen "KundenServiceKonzept" starten. Deshalb wurden die Prozesse der Arbeitssteuerung und der telefonischen Erreichbarkeit optimiert. Wir haben für unsere Mitarbeiter einen der größten Veränderungsprozesse der letzten Jahre eingeleitet. Rund 500 Mitarbeiter werden Mitte des Jahres auf neue Arbeitsplätze wechseln und damit noch besser und schneller auf die Wünsche unserer Kunden und Vertriebspartner reagieren können. Dabei war uns wichtig, dass jeder Mitarbeiter auch künftig entsprechend seiner Fähigkeiten eingesetzt wird. Jeder Mitarbeiter hat auch in der neuen Struktur einen Arbeitsplatz im Unternehmen. Eine wichtige Basis wie ich meine, um die Mitarbeiter für Veränderungen zu begeistern. Eine Auslagerung von Tätigkeiten oder Mitarbeitern in eigens dafür gegründete Gesellschaften wird es bei diesem Vorhaben bei uns nicht geben.
Für einen Serviceversicherer heißt Kundenorientierung auch, dem Kunden den Vertriebsweg anzubieten, der seinen Präferenzen am nächsten kommt. Deswegen wollen wir den Direktvertrieb bei der von uns vor 3 Jahren erworbenen OVAG Ostdeutsche Versicherungs AG forcieren. Dabei werden wir schrittweise vorgehen. Schwerpunkt wird zu Beginn die Kraftfahrtversicherung sein. Eine erste Zusammenarbeit besteht bereits mit der MBS direkt, der Direkt-Bank der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.
Prognose 2008
Jetzt will ich noch auf unsere Wachstumsziele für 2008 eingehen. Der GDV prognostiziert für den Gesamtmarkt ein Wachstum von 1,5 Prozent. Wir wollen - wie 2007 - ca. 1,5 Prozent über dem Markt wachsen. Wir peilen also für den Konzern 3 Prozent an.
Die neue Wettbewerbssituation in der Krankenversicherung wird sich spätestens zum Jahresende stark bemerkbar machen. Der Wettbewerb um die besten und ertragreichsten Kunden hat schon begonnen. Wir wollen bei der Neuverteilung des Marktes zu den Gewinnern zählen. Dafür haben wir unser Produktportfolio um 3 Angebote erweitert:
Wir bieten seit diesem Jahr
- einen neuen Beamtenanwärtertarif an,
- mit GesundheitPRIVAT einen weiteren Krankheitskostenvolltarif, der sich speziell an Gesundheitsbewusste richtet und
- wir werden im Laufe des Jahres noch einen Grundschutztarif auf den Markt bringen.
Für die privaten Krankenversicherer ist die Gesundheitsreform eine große Herausforderung. Nicht nur weil wir wieder einmal beweisen müssen, dass wir mit dem Kapitaldeckungsverfahren und der Bildung von Alterungsrückstellungen das zukunftsfähigere System haben.
Wir müssen auch eine Vielzahl von Forderungen erfüllen, die versicherungstechnisch nur mit großem Aufwand umzusetzen sind, wie z.B. die nachträgliche Berechnung des Wertes der zu übertragenden Alterungsrückstellungen, die aber auch verfassungsrechtlich bedenklich sind. Dem Verfassungsgericht liegen derzeit Verfassungsbeschwerden von 30 Unternehmen vor. Auch die Bayerische Beamtenkrankenkasse und die Union Krankenversicherung haben Ende März je eine Klage eingereicht. Wir klagen vor allem gegen:
1. Den Basistarif, da er das Geschäftsmodell der PKV zerstört.
Er zerstört das Geschäftsmodell der PKV, weil das Leistungsspektrum fremdbestimmt ist und der Tarif nicht kostendeckend kalkuliert werden kann. Er muss durch die Versicherten in den Normaltarifen subventioniert werden und das verstößt gegen geltendes Recht.
2. Zweitens klagen wir gegen die mangelnde Kündigungsmöglichkeit seitens des Versicherers. Wir klagen, weil wir den Vertrag, zumindest mit Notleistungen, auch dann aufrechterhalten müssen, wenn das Vertragsverhältnis seitens des Versicherungsnehmers stark gestört wird.
3. Des Weiteren richtet sich unsere Klage gegen die Mitgabe der Alterungsrückstellung bei Bestandskunden. Hiermit erfolgt ein rückwirkender Eingriff in bestehende Verträge; nach Auffassung vieler Verfassungsrechtler ist das nicht zulässig.
4. Wir klagen viertens gegen die Mitgabe der Alterungsrückstellung bei Neukunden. Durch die Mitgabe der kalkulierten Alterungsrückstellung wird das Modell der privaten Krankenversicherung, die für einen langfristigen, stabilen Versicherungsschutz steht, zerstört.
Unseren Klagen hat sich je ein Kunde der Bayerischen Beamtenkrankenkasse und der Union Krankenversicherung im eigenen Namen angeschlossen.
In der Lebensversicherung wollen wir in diesem Jahr das Neugeschäft und damit auch unsere Wettbewerbsposition weiter ausbauen. Von einer wachsenden Nachfrage gehen wir aufgrund der weiterhin bestehenden strukturellen Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung aus, ganz besonders aber durch die Einführung der Abgeltungsteuer zum 1. Januar 2009, die Lebens- und Rentenversicherungen im Vergleich zu anderen Anlageformen begünstigt. Wir rechnen damit, dass die Abgeltungsteuer bereits in diesem Jahr Vorzieheffekte auslöst und es bis Ende des Jahres eine erhöhte Nachfrage nach kapitalmarktorientierten Produkten geben wird.
Ein gutes Neugeschäft erwarten wir wiederum in diesem Jahr durch unsere leistungsstarken staatlich geförderten Produkte bei der Rürup- und der Riester-Rente, auch durch das im vergangenen Jahr eingeführte Gesetz zur Rente mit 67. Zum Glück ist die Anfang des Jahres entflammte Diskussion bzgl. der Anrechnung der Riester-Rente auf die Grundsicherung wieder abgeebbt. Ich kann hier nur noch einmal betonen, dass die Riester-Rente ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge ist und vom Gesetzgeber konkret dafür geschaffen wurde, die zusätzliche Lücke durch das Absenken des Rentenniveaus zu schließen.
Insgesamt haben wir das Produktangebot in der Lebensversicherung zum 1. Januar weiter ausgebaut und flexibilisiert. Der Fokus liegt auf kombinierten Produkten mit Sicherheiten und hohen Renditechancen, die variabel gestaltet und der jeweiligen Lebenssituation des Kunden angepasst werden können. So bieten wir seit diesem Jahr die Rürup-Rente auch als fondgebundene Produkte an. Die Kunden können aus 20 renommierten Investment- und Dachfonds auswählen und kombinieren und die Auswahl der Fonds dabei jederzeit ändern. Verbessert haben wir auch die FondsRente, die wir nun erstmalig auch mit Garantiefonds anbieten.
Letztes Jahr habe ich an gleicher Stelle das kapitalmarktorientierte Produkt FlexVorsorge Plus mit Vorschusslorbeeren angepriesen.
Das war die erfolgreichste Produkteinführung in der Geschichte der Bayern-Versicherung!
Gemessen am Neuzugang (in Stück) bei den Fondsgebundenen Rentenversi-cherungen hatte sie bereits im Jahr der Einführung einen Anteil von 42 Prozent. Bei FlexVorsorge Plus kann man das Garantieniveau künftig individuell wählen (möglich sind 25, 50, 75 oder 100 Prozent). Für alle Produkte, die ich Ihnen eben genannt habe, werden zudem flexible Zuzahlungsmöglichkeiten angebo-ten. Damit ist auch die Kombination von Einmalbeiträgen, laufenden Beiträgen und Zuzahlungen möglich.
Gleichwohl werden wir auch in diesem Jahr neue Produkte zur Verfügung stellen. Erwähnen möchte ich das BayernZertifikat Plus, eine Rentenversicherung gegen Einmalbeitrag. Das BayernZertifikat Plus bietet eine garantierte Wertentwicklung mit allen Vorteilen einer privaten Rentenversicherung.
Weiter wachsen wollen wir auch in der betrieblichen Altersversorgung. Nach wie vor sehen wir in der Privatwirtschaft, aber auch im kommunalen Sektor noch erhebliches Potenzial. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der im November beschlossenen Sozialversicherungsfreiheit auf Dauer, dem Engagement der Tarifvertragsparteien, sowie dem derzeitigen Verbreitungsgrad. All dies wird der betrieblichen Altersversorgung einen zusätzlichen Wachstumsschub verleihen.
Wir haben im Herbst 2006 ein Rahmenabkommen zur Entgeltumwandlung mit der katholischen Kirche in Bayern geschlossen. Hierüber konnten wir 2007 bereits 1.100 Kunden gewinnen. In diesem Jahr haben wir uns das Doppelte vorgenommen.
Auch das im vergangenen Jahr neu hinzu gekommene Geschäftsfeld "Betriebliche Wertguthaben" sehen wir als Wachstumssegment. Es gewinnt durch die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeit weiter an Bedeutung und soll nach den guten Anfangserfolgen in diesem Jahr noch stärker vorangetrieben werden.
Darüber hinaus sehen wir in der betrieblichen Altersversorgung sehr gute Marktchancen im Segment der Auslagerung bzw. Ausfinanzierung von Pensionszusagen. Dies vor dem Hintergrund,
- dass ca. 90 Prozent der gegebenen Versorgungsversprechen nicht aus-reichend ausfinanziert sind,
- der zunehmenden Internationalisierung, sowie
- zahlreicher anstehender Unternehmensnachfolgen.
Das kann gerade für den Mittelstand jetzt und in naher Zukunft zu kritischen Situationen führen. Zur systematischen Bearbeitung dieses speziellen Geschäftsfeldes haben wir ein umfassendes Vertriebskonzept erstellt und das zur Umsetzung notwendige Leistungsangebot zur Verfügung gestellt.
In der Schaden- und Unfallversicherung haben wir in diesem Jahr das Elementarschadenthema ganz oben auf die Agenda gesetzt. Die bayerischen Unwetter im letzten Juli in Baiersdorf haben deutlich gezeigt: wir müssen hier noch erhebliche Aufklärungsarbeit leisten. Von den 2.116 versicherbaren Gebäuden war nur ein kleiner einstelliger Prozentsatz tatsächlich versichert. Wenn ich so in die Runde blicke, könnte vielleicht auch hier ein entsprechender unmittelbarer Bedarf bestehen. Das ist daher der richtige Moment, um das Wort an meinen Kollegen zu geben.
Quelle: Pressemeldung Versicherungskammer Bayern
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